Oö: Pflichtbereichsübung in Braunau: Brand in Tiefgarage

Haselbach/Braunau (Oö): Jedes Jahr wurde in der Stadtgemeinde Braunau eine Pflichtbereichsübung mit allen fünf Feuerwehren (Braunau, Haselbach, Ranshofen, Aching, AMAG) abgehalten. Anfang Oktober 2012 wurde diese Übung von der Feuerwehr Haselbach ausgearbeitet und vorbereitet.
Als Übungsobjekt wurde eine sehr eng verbaute Wohnsiedlung in Haselbach gewählt. In dieser Siedlung befinden sich 18 Wohnhäuser (gesamt 280 Wohnungen / 18 Liftanlagen), diese vier bis achtstöckigen Gebäude verfügen auch über drei Tiefgaragen. Besonders die Tiefgaragen, die nur mit einer Höchstlast von 3,5t befahrbar sind, stellen im Ernstfall eine große Herausforderung dar. „Brandmeldealarm Tiefgarage Josef Mohr Straße“ lautete die erste Alarmierung für die Feuerwehr Haselbach und zugleich für die Bereitschaftsgruppe der Feuerwehr Braunau.

Beim Eintreffen des ersten Fahrzeuges konnte bereits eine starke Rauchentwicklung im Einfahrtsbereich der Tiefgarage wahrgenommen werden. Unverzüglich wurde die Feuerwehr Braunau mit Sammelalarm „Brand Tiefgarage“ nachalarmiert. Auch das Rote Kreuz wurde sicherheitshalber zum Eigenschutz alarmiert.

Zeitgleich wurde mit dem Erstangriff mittels UHPS (Hochdrucklöscheinrichtung) begonnen. Bereits beim Öffnen der Eingangstür zur Tiefgarage kam dem ersten Atemschutztrupp eine Mutter entgegen, die ihr Kind in der stark verrauchten Tiefgarage vermisste. Unverzüglich begaben sich zwei weitere Trupps zur Menschenrettung in die Tiefgarage und die Mutter wurde dem Roten Kreuz zur medizinischen Versorgung übergeben. Die eingesetzten Atemschutztrupps konnten nach geraumer Zeit das vermisste Kind und eine weitere Person retten. Bei der Kontrolle der angebauten Wohnhäuser, die alle über einen Zugang zur Tiefgarage verfügen, konnte eine starke Verrauchung in einem der Stiegenhäuser festgestellt werden. Dies erforderte eine Nachalarmierung der Feuerwehren Aching, Ranshofen und der BTF AMAG Ranshofen.

Sofort wurde ein Trupp zur Kontrolle des verrauchten Stiegenhauses und ein weiterer Trupp zur Kontrolle und zur evtl. Brandbekämpfung in den Keller befohlen. Anfangs war die Lage noch soweit unklar, ob es sich um einen zweiten Brandherd oder den Rauch der Tiefgarage handelt. Der im Stiegenhaus eingesetzte Trupp konnte eine verletzte Person aus dem Gefahrenbereich retten und dem Roten Kreuz übergeben. Der zweite Trupp nahm die Brandbekämpfung mittels C- Rohr im Kellergeschoß vor. Es wurde noch eine weitere Frau, die bei Löschversuchen bewusstlos wurde, im Keller gefunden und gerettet.

Während dieser Aktion meldete der anwesende Hausmeister, dass sich eine Person wahrscheinlich im Aufzug befindet. Unverzüglich wurde eine Liftöffnung veranlasst. Aufgrund des immer noch leicht verrauchten Stiegenhauses, musste diese unter Atemschutz durchführt werden. Als der Lift ordnungsgemäß geöffnet wurde, konnte die bereits bewusstlose Person gerettet und ebenfalls dem Roten Kreuz übergeben werden. Beim Rückweg vom Technikraum des Liftes, der sich auf im Dachgeschoß befindet, stürzte ein Atemschutzträger so unglücklich, dass dieser vom Rettungstrupp aus dem Haus getragen werden musste.

Eingesetzte Kräfte:
Feuerwehr: FF Haselbach, FF Braunau, FF Ranshofen, FF Aching, BTF AMAG Ranshofen mit 83 Mann
4 Mann Rotes Kreuz Braunau, 1 Mann Sicherheitswache Braunau, 2 Mann PI Braunau, 2 Mann AFK Braunau, 3 Statisten, 2 Fotografen, Johann Zehr Hausmeister ISG, und Frau Vizebürgermeisterin Brigitte Zeilinger.
Gesamt wirkten 99 Männer / Frauen bei dieser Übung mit.
Fazit dieser Übung
Natürlich war diese Übung mit zwei angenommen Brandstiftungen sehr hoch gesetzt, jedoch zeigt die Vergangenheit, dass auch im schlimmsten Fall viel möglich ist. Die sehr gute Zusammenarbeit der fünf Feuerwehren des Pflichtbereiches Braunau, konnte bei dieser Übung wieder voll unter Beweis gestellt werde und so konnte auch diese Übungsannahme wieder mit Bravour gemeistert werden.
Den größten Dank möchten wir allen Bewohnern aussprechen, die ca. 2 Stunden nicht die Tiefgarage benutzen konnten, die nicht aus oder in die eigenen Wohnungen konnten und natürlich auch an alle die durch die vielen Einsatzfahrzeug behindert wurden. Im Vorfeld, während der Übung und auch danach wurden wir mit keinerlei Beschwerden konfrontiert. Im Gegenteil, diese Großübung stieß auf sehr viel Verständnis bei den Bewohnern. Ein Dank auch an den Hausmeister Zehr Johann, der von Anfang an, diese Übung mit vollem Einsatz unterstütze. Dem Roten Kreuz, die nicht nur während der Übung aktiv mitgearbeitet hatte, sondern die uns auch in der Vorbereitung, mit dem Schminken unserer Statisten, unterstützte. Den zwei Fotografen, die uns äußerst kurzfristig ausgeholfen haben. Der Stadtgemeinde Braunau, für den zur Verfügung gestellten Aufenthaltsraum des Bauhofes für unsere Nachbesprechung sowie allen Kameraden die an dieser Übung teilnahmen.
