Deutschland: Explosionsgefahr im Krankenhaus in Bergheim
Bergheim (Deutschland): Durch ausgelaufene Essigsäure herrschte am Freitagnachmittag, 2. November 2012, im Maria-Hilf-Krankenhaus Explosionsgefahr. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Die Säure war aus einem undichten Kanister ausgelaufen.
Ausgelaufene Essigsäure war der Auslöser für einen Großeinsatz der Feuerwehr am Krankenhaus in Bergheim am Freitagnachmittag. Um 14.47 Uhr ging in der Leitstelle der Notruf ein, dass das Desinfektionsmittel aus einem Fünf-Liter-Kanister austrete. Auch als die Feuerwehr eintraf, lief die Flüssigkeit zunächst noch eine Weile weiter aus. „Die Geruchsbelästigung ist unwahrscheinlich stark, zudem ist Essigsäure in Verbindung mit Wärme entzündlich“, sagte Einsatzleiter Peter Keuthmann. „Es herrscht Explosionsgefahr. Wir müssen uns zunächst selbst schützen.“
Mehr als 60 Feuerwehrleute – die Löschzüge aus Bergheim und Quadrath-Ichendorf, die hauptamtliche Wache, die Löschgruppe Thorr und die Messeinheit Kerpen – waren an dem Einsatz beteiligt. Mit Ganzkörperschutzanzügen drangen Feuerwehrmänner schließlich in die Funktionsräume im Erdgeschoss vor und banden die Essigsäure mit Chemikalien ab. „Die klinischen Stationen waren nicht betroffen, Patienten waren nicht in Gefahr“, betonte der Ärztliche Direktor des Maria-Hilf-Krankenhauses, Dr. Tomas Zvolsky. Niemand sei zu Schaden gekommen. „Es sieht nach mehr aus, als es ist“, fügte Zvolsky angesichts des Großaufgebots mit Drehleiter und Messcontainer hinzu.
Die Feuerwehr sperrte Teile des Krankenhauses ab, „damit keine Besucher oder Patienten durch den betroffenen Bereich laufen“, sagte Keuthmann. Gesperrt waren zwei zwei Trakte, „reine Funktionsräume“. Auch der Vorplatz des Krankenhauses wurde abgeriegelt. Kranke, die sich vor dem Krankenhaus einfanden, wurden von Schwestern und Pflegern ins Haus gebracht.
In den nächsten beiden Stunden wurden noch weitere Feuerwehrleute nachalarmiert. „Die Leute, die mit Atemschutz arbeiten, müssen ausgetauscht werden“, erläuterte Keuthmann. Zudem forderte die Feuerwehr von den Kameraden in Elsdorf und Bergheim sowie von RWE Power weitere Schutzanzüge an.
Keuthmann lobte die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus während des Einsatzes. „Das ist alles reibungslos und vorbildlich gelaufen.“ Die gebundene Essigsäure wurde schließlich einem Spezialunternehmen zur Entsorgung übergeben.
http://www.ksta.de/bergheim/grosseinsatz-explosionsgefahr-im-krankenhaus,15189172,20773592.html -> Kölner Stadtanzeiger
