Übungen

Italien: Schulung „Lkw-Rettung“ bei der Feuerwehr Brixen

Brixen (Italien, Südtirol): Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Lkw-Beteiligung wird, aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens auf den Transitachsen, in den kommenden Jahren steigen. Umso wichtiger ist es für die Stützpunkt-Feuerwehr Brixen, sich im Vorfeld bestmöglich darauf vorzubereiten.

Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Konstruktion der Lkws und der daraus sich ergebenden Probleme gelegt.
Neben den bereits im Ausland gemachten Schulungen konnte nun in Zusammenarbeit mit der Firma FireFlash aus den Niederlanden eine Weiterbildung der besonderen Art in Brixen organisiert werden. Unter realistischen Bedingungen und mit Unterstützung von erfahrenen internen und externen Ausbildern konnte an zwei Lkw-Kabinen Erlerntes in die Praxis umgesetzt sowie Neues ausprobiert werden.

Die Maße und Gewichte der Laster stellen die Einsatzkräfte bei Unfällen meist vor große Herausforderungen. Die verunfallten Personen sind oft nur schwer zu erreichen und die Arbeit mit den Rettungsgeräten in der Höhe ist beschwerlich und kräftezerrend. Ein komplexes Unfallszenario kann sehr schnell zur Materialschlacht ausarten.

Bei der ersten Übungsstation wurde ein Auffahrunfall zweier Lkw simuliert. Parallel zur Stabilisierung von Fahrgestell und abgerissenen Fahrzeugkabine wurde der Patient betreut, die Rettungsbühne aufgebaut und der Materialbereitstellungsplatz eingerichtet. Nach den ersten Arbeiten konnte die „Standard Schnittreihenfolge“ zur Befreiung von eingeklemmten Personen in einer LKW-Fahrerkabine trainiert werden. Anschließend wurden am selben Fahrzeug weitere Befreiungsmöglichkeiten geübt.
Bei der zweiten Übungsstation wurde ein Lkw-Unfall mit Seitenlage dargestellt. Auch dieses Unfallszenario hielt für die Mannschaft einige knifflige Aufgaben bereit.

Nach erfolgter Fahrzeugstabilisierung wurde das Kabinendach teilweise entfernt. Dadurch kann dem Rettungsdienst auf die schnellste Art und Weise der größtmögliche Platz zum Versorgen des Verunfallten geschaffen werden. Um die Einklemmung im Fußbereich zu lösen, wurde von der Mannschaft im Boden der Kabine ein Fußraumfenster geöffnet. Neben den Übungen am Lkw wurden auch besondere Ausrüstungsgegenstände und Abstützungssysteme erprobt.

Einmal mehr wurde deutlich, dass es keine bessere oder schlechtere, sondern verschiedene, dem jeweiligen Unfallszenarium entsprechende Herangehensweisen gibt.
Verkehrsunfälle mit Fahrzeugen dieser Größenordnung erfordern ein sehr hohes Ausbildungsniveau der Einsatzkräfte, modernste und spezielle Rettungsgeräte sowie technische Informationssysteme, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Feuerwehr Brixen

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