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Ktn: Jahrhunderthochwasser im November: Lavamünd überflutet

Lavamünd (Ktn): In Lavamünd ist am Montag, 5. November 2012, die Drau über die Ufer getreten, gegen Mittag wurde die hundertjährige Hochwassermarke erreicht Bis zu einem Meter steht das Wasser im Ort. Der gesamte Ort wurde für den Verkehr gesperrt, teilweise wurden Häuser evakuiert.

Kurz vor 12.00 Uhr wurde aufgrund des starken Regens von Landesalarm- und Warnzentrale der Zivilschutzalarm ausgelöst. Gegen 12.30 Uhr wurde die hundertjährige Hochwassermarke erreicht. Der Marktplatz musste geräumt werden. Feuerwehrleute sind derzeit mit Booten unterwegs, um betroffene Bewohner zum Aufsuchen der oberen Stockwerke zu veranlassen, oder auf Wunsch aus den Häusern zu bringen. Im Ortszentrum von Lavamünd wurde aus Sicherheitsgründen der Strom ausgeschaltet, 240 Haushalte sind betroffen.
Gegen 10.00 Uhr wurden 20 Personen im besonders betroffenen Bereich Drauspitz aus ihren Häusern evakuiert. Zwei leistungsstarke Hochwasserpumpen sind nun im Einsatz, auch tausende Sandsäcke wurden bereitgestellt.

Draupegel verdreifachte sich
Die Drau führt derzeit 2.400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, normalerweise sind es 280 Kubikmeter pro Sekunde. Der Pegelstand beträgt derzeit 6,3 Meter, üblich sind rund zwei Meter.
Nach Einschätzung der Einsatzleitung ist der maximale Pegelstand um ca. 12.30 Uhr erreicht worden. Noch gegen Mittag stellte sich die Situation dramatischer dar. Einsatzleiter, Hannes Kienberger: „Zurzeit eskaliert es komplett. Die Drau ist über die Ufer getreten. Das Wasser rinnt beim Kulturhaus schon bei der Türe hinein. Es sind auch drei Wohnhäuser betroffen. Wir sind mit dem Boot unterwegs und führen die Leute hin und her. Wir können nur hoffen, dass es oben (in höheren Lagen, Anm.) zu schneien beginnt, sonst werden wir unten (im Tal, Anm.) wie 1966 Wasser mitten am Marktplatz haben.“
Franz Kert, einer der Betroffenen: „Wir konnten zwar die Computer retten, aber die restlichen Waren befinden sich unter Wasser. Die erste Werkstatt haben wir schon im Vorhinein ausgeräumt. Aber im großen Keller – mit dem Reifen- und Öllager – schwimmt alles. Ich weiß nicht, wie wir das alles bewältigen werden. Es hat zwar geheißen, der Höchststand sei erreicht, aber das Wasser steigt und steigt.“

„Sind nahe an hundertjährigem Hochwasser“
Eine Anforderung des Bundesheeres sei derzeit noch kein Thema, meinte Polizei-Einsatzleiter Johann Schranzer. Sämtliche verfügbare Polizeistreifen aus dem Bezirk Wolfsberg sind aber bereits im Einsatz.
Robert Zechner, Verbund-Pressesprecher, sagte zu Mittag zur Situation der Verbundkraftwerke entlang der Drau: „Wir sind in enger Abstimmung mit den Behörden und den Feuerwehren. Im Bereich der Kraftwerke führen wir das Hochwasser gezielt ab.“
Von der Sperre betroffen war auch der Grenzübergang nach Slowenien. Auch in Unterdrauburg auf slowenischer Seite gab es Hochwasseralarm, die Feuerwehren der Region standen im Dauereinsatz.

http://kaernten.orf.at/news/stories/2557532 -> ORF Kärnten (mit Bildern)

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