Südtirol: Gefahrguteinsatz am Bahnhof am Brenner
Südtirol: Vier Freiwillige Feuerwehren des Wipptals sind gegen Samstagmittag, 17. November 2012, zu einem Einsatz am Bahnhof Brenner gerufen worden. Eine brennbare Flüssigkeit ist dort aus einem Kesselwaggon ausgetreten.
Bei Alarmstufe 7, die einem Gefahrgutunfall entspricht, fuhren am Samstag gegen 12.30 Uhr die Freiwilligen Feuerwehren von Sterzing, Gossensass, Pflersch und Thuins zum Bahnhof Brenner. „Aus einem Kesselwaggon ist eine brennbare Flüssigkeit ausgetreten“, so Helmut Wechselberger von der Freiwilligen Feuerwehr Sterzing. Auch er war am Brenner im Einsatz. Man könne die Flüssigkeit mit Diesel vergleichen, meinte Wechselberger. „Es handelt sich um den Stoff Xylene. Der ist zwar brennbar, ansonsten geht davon aber keine Gefahr aus.“ Der Stoff trat über das Überlaufventil des Kesselwaggons aus.
Relativ schnell stellten die Wehrmänner fest, dass am Füllstutzen des Waggons der Deckel nicht verschraubt war: Sie fanden die Schrauben neben dem Deckel und verschlossen daraufhin den Stutzen. Der bereits ausgetretene Stoff wurde mit Bindemittel gebunden. Beim gesamten Einsatz mussten die Wehrmänner schweren Atemschutz tragen, denn Xylene kann beim Einatmen oder bei der Aufnahme über die Haut gesundheitsschädlich wirken.
„Akute Gefahr besteht derzeit keine“, so Wechselberger. „Trotzdem haben wir vorsichtshalber den Bahnhof Brenner gesperrt.“ Keine Züge und keine Personen konnten eine Weile den Bahnhof passieren. Eine Sicherheitsmaßnahme, denn „es handelt sich auf alle Fälle um eine Chemikalie und sollte sie sich entzünden, besteht Gefahr für die Bevölkerung“, so Wechselberger. Seit circa 14.30 Uhr verkehrten wieder Personenzüge: Die Gleise 1 bis 5 wurden wieder geöffnet. Die Gleise für den Gütertransport, es sind die Gleise 7 bis 12, waren hingegen noch weiterhin gesperrt. Gegen Abend konnten dann schließlich alle Züge wieder verkehren.
UNFALL MIT RETTUNGSWAGEN:
Gegen 13.00 Uhr ist es in Brenner Dorf zu einem Verkehsunfall zwischen einem Rettungswagen und einem PKW gekommen. Der Rettungswagen, der wegen des Gefahrenguteinsatzes mit Blaulicht und Sirene auf dem Weg zum Bahnhof Brenner war, kollidierte beim Überholen mit einem PKW. Dieser war trotz der Warnsignale aus der Fahrzeugkolonne ausgeschert. Der Aufprall ließ sich trotz der schnellen Reaktion des Fahrers des Rettungswagens nicht mehr vermeiden.
Von den vier am Unfall beteiligten Personen wurden zwei leicht und zwei mittelschwer verletzt. Drei der vier Unfallopfer wurden von den Einsatzkräften ins Krankenhaus von Sterzing, der Fahrer des Einsatzwagens, der am schwersten verletzt wurde, wurde vom Rettungshubschrauber Pelikan 2 ins Krankenhaus von Brixen transportiert.
Im Einsatz standen der Notarzt der Sektion Sterzing, der Rettungshubschrauber Pelikan 2, das Weiße Kreuz Sterzing und die Feuerwehr.
