Österreich: Hochwasseralarm in Salzburg, Oberösterreich und Steiermark

Oberösterreich/Salzburg/Steiermark: In der Nacht auf den 5. Jänner 2013 waren zahlreiche Feuerwehren in Salzburg, Oberösterreich sowie in der Steiermark mit Hochwassereinsätzen beschäftigt. Diese halten nach wie vor an.
Update: 16.35 Uhr: BFV Liezen -> Hangrutsch, Haus evakuiert / 17.15 Uhr: Schärding
SALZBURG
In der Nacht von 4. auf 5. Jänner 2013 wurde die Feuerwehr Hallein und der Löschzug Bad Dürrnberg (Salzburg) zu zahlreichen Hochwassereinsätzen gerufen.
Einsatzschwerpunkte waren die Ortsteile Rehhof, Rif, Bad Dürrnberg und das Stadtgebiet. In Rehhof trat ein Bach über die Ufer und überflutete die Salzburgerstraße B159. Der Reischenbach im Ortsteil Rif trat ebenfalls über das Ufer und gefährdete dort befindliche Wohnhäuser. Hier wurden mit Sandsäcken Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Der Löschzug Bad Dürrnberg wurde an die Alte Dürrnbergstraße gerufen, die Wassermassen eines Baches bedrohten ein Wohnhaus.

Auch dort wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen, um von weiterem Schaden Abstand zu nehmen. Der Kotbach in Mitten der Halleiner Altstadt erreichte um 00:26 Uhr die erste Warngrenze. Sofort durchgeführte Kontrollfahrten ergaben vorerst keine Gefährdung.

Um 02:30 Uhr erhielten wir die erste Warnung der Salzburg AG für den Almfluß, daraufhin wurden die mobilen Hochwasserschutzelemente beim neu errichteten Hochwasserschutz entlang des Almuferweges montiert. Derzeit gibt es noch keine Entwarnung – seitens der Feuerwehr werden Kontrollfahrten durchgeführt. Die Einsatzbereitschaft ist nach wie vor aufrecht.
http://www.feuerwehr-hallein.at
OBERÖSTERREICH
Erste Überflutungen auch in Oberösterreich
Die Regenfälle und nach wie vor Schmelzwasser sorgen ab den späten Nachtstunden von 4. auf 5. Jänner 2013 für erste Überflutungseinsätze in Oberösterreich. Seit Mitternacht muss die Landeswarnzentrale immer wieder Feuerwehren zu Überflutungen alarmieren – mit Stand von 01.30 Uhr in den Bezirken Vöcklabruck, Urfahr-Umgebung, Kirchdorf an der Krems sowie auch Steyr. Per 01.10 Uhr wurde in Steyr auch das Sirenenprogramm „Zivilschutzwarnung“ ausgelöst – dort stieg der Wasserpegel zwischen 18.00 Uhr und 24.00 Uhr von 280 cm auf 480 cm.
Feuerwehrmagazin BRENNPUNKT
Feuerwehrmagazin BRENNPUNKT (Facebook)
Hochwasserschutz in Schärding aktiv! Update 15.00 Uhr
Die starken Niederschläge im Einzugsgebiet des Inn haben diesen während der Nacht rasch ansteigen lassen. Seit kurz nach 5 Uhr früh gilt Hochwasseralarm in Schärding. Bereits in den Vormittagsstunden hat der Bauhof den mobilen Hochwasserschutz aktiviert. Die Feuerwehr überwacht die Lage, seitens der Einsatzzentrale wurden die möglicherweise betroffenen Anwohner informiert.

Die Innlände wurde gesperrt. Seit den Vormittagsstunden ist die Innlände überflutet, der Parkplatz Schiffsanlegestelle sowie der Leonhard-Kaiser-Weg sind für den Verkehr gesperrt. Langsam zeichnet sich jedoch eine Entspannung ab. In Schärding rechnet man noch mit einem Anstieg auf ca. 600 cm (Normalstand 390 – 410 cm), dann sollte die Spitze erreicht werden und das Wasser wieder zurückgehen. „Bis zu einem Wasserstand von 630 cm haben wir alle Vorkehrungen gemeinsam mit dem Bauhof getroffen“, berichtet der technische Einsatzleiter Johannes Mittlböck. Die Lage wird natürlich weiter beobachtet und im Bedarfsfall steht die Mannschaft bereit. Wichtig für die Stadt Schärding wäre, dass der zweite Teil des Hochwasserschutzes rasch gebaut wird, um auch für die restlichen Objekte einen entsprechenden Schutz zur Verfügung zu stellen.
Update Schärding, 17.15 Uhr: Nachdem der Inn am Nachmittag weiter angestiegen war, erreichte er gegen 17:00 Uhr die Spitze bei einem Pegelstand von knapp 600 cm. Dieser Pegelstand bedeutet eine Überflutungshöhe der Innlände von 150 cm. Die Einsatzkräfte rechnen damit, in den Sonntag-Vormittagsstunden mit den Aufräum- und Abbauarbeiten gemeinsam mit den Mitarbeitern des Bauhofes der Stadtgemeinde Schärding beginnen zu können. Der hinterbliebene Flusssand muss rasch von der Innlände entfernt werden, da sonst dieser Schlamm so hart wie Beton wird. Wichtig für die Stadt Schärding wäre, dass der zweite Teil des Hochwasserschutzes rasch gebaut wird, um auch für die restlichen Objekte einen entsprechenden Schutz zur Verfügung zu stellen.
Inzwischen wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Schärding zu einem Brandeinsatz nach Laufenbach (Gemeinde Taufkirchen an der Pram) alarmiert. Nach ca. 2,5 Stunden konnte die Mannschaft wieder ins Feuerwehrhaus einrücken.
FF Schärding, BR M. Hutterer
STEIERMARK
Feuerwehren kämpfen im Bezirk Liezen gegen das Wasser
Normalerweise bedienen sich die Feuerwehren dem Wasser zur Bekämpfung von Bränden, heute Nacht sind sie im Bezirk Liezen allerdings mit dem Beseitigen von Wasser im Einsatz. Seit gestern (4. Jänner 2013) 22.00 Uhr wird den Disponenten in der Bezirksfeuerwehrzentrale bei Gott nicht langweilig. Laufend ereilen sie Notrufe besorgter Bürger, deren Keller unter Wasser stehen oder die überflutete Bäche melden, auch mehrere Verkehrsflächen sind überflutet. Zur Zeit (5. Jänner 2013, 07.00 Uhr) stehen 16 Feuerwehren mit ca. 200 Mann im Unwettereinsatz; betroffen sind die Feuerwehrabschnitte Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Gröbming und Irdning. Die Einsatzkräfte pumpen Keller aus und versuchen, Bachüberflutungen zu verhindern bzw. mit Sandsackbarrieren abzuwenden. Von einer Entspannung der Lage ist man momentan noch entfernt, es werden laufend neue Feuerwehren alarmiert, der Niederschlag hält an.
Update per 10.20 Uhr: Bei Pumparbeiten im Ortsteil Tipschern (Gemeinde Sankt Martin) wurde ein Feuerwehrmann von einer Schlauchkupplung im Gesicht getroffen und unbestimmten Grades verletzt. Nach erfolgter Erster Hilfe durch seine Kameraden wird der Verletzte vom Roten Kreuz weiterversorgt.

Bei Einsätzen im ganzen Bezirk – mittlerweile sind beinahe sämtliche Feuerwehrabschnitte des BFV Liezen betroffen – werden fleissig Keller ausgepumpt und Sandsackbarrieren errichtet, Keller werden abdedichtet, überflutete Bäche soweit als möglich reguliert.
Im Gemeindegebiet Mitterberg wurde die Landesstraße von einer Mure verlegt, ein weiterer Straßenabschnitt wurde durch einen über die Ufer getretenen Bach derart unterspült, daß Teile der Straße weggebrochen sind. Es stehen aktuell rund 2 Dutzend Feuerwehren im Einsatz. Der Regen hat nun leicht nachgelassen.
Update per 15.00 Uhr:
Nachdem der Regen im Bezirk Liezen nun nachgelassen hat, entspannt sich damit auch die Lage für die eingesetzten Kräfte, die ersten Feuerwehren melden sich bereits wieder einsatzbereit. Der verletzte Feuerwehrmann wurde im DKH Schladming untersucht und eine Platzwunde am Kopf genäht, der Kamerad der FF St. Martin konnte mittlerweile bereits wieder heimkehren. Bei einem Murenabgang in Öblarn – am Sonnberg – wurde ein Wirtschaftsgebäude getroffen, die Feuerwehr ist hier mit Schaufeln am Werk, das Schlammmaterial aus den vermurten Räumlichkeiten zu schaffen, unterstützt von einem Bagger. In St. Martin hat sich nahe eines Siedlungsgebietes ein großer See gebildet, die Feuerwehren versuchen hier mit 8 Tragkraftspritzen, ein Übergehen desselben und somit Überflutungen bei den bedrohten Häusern zu verhindern.

Eine Mure bedroht ein Wohngebäude in Gaishorn. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Landesgeologe zur Beurteilung der Lage angefordert. Die weiteren Einsätze im Bezirk konzentrieren sich auf das Auspumpen von Kellern und Errichten von Sandsackbarrieren.

Update per 16.35 Uhr: In Öblarn ist Mitte des Nachmittags ein Einfamilienwohnhaus in Öblarn von einem abrutschenden Hang getroffen und als Ganzes um etwa 10 cm verschoben worden. Mitgerissene Bäume durchbohrten die Außenwand und ragen in das Gebäude, in sämtlichen Wohnräumen sind Risse in Wänden und Decke. Glück für die ältere Bewohnerin, sie blieb unverletzt und musste von der Feuerwehr Öblarn – wider Willen – aus dem Wohnhaus evakuiert werden. Sie kam derweil bei Ihrer Schwester in Öblarn unter. Nachdem bei dem Hangrutsch auch eine Stromleitung von Bäumen getroffen wurde, musste das EVU den Strom kleinräumig abschalten.
BFV Liezen (OBI d.V. Christoph Schlüßlmayr)
