Tirol: Schiefer Haussegen bei der Feuerwehr
Innsbruck (T): Das Betriebsklima bei der Innsbrucker Berufsfeuerwehr ist offenbar schlecht. Dem ORF Tirol liegt ein Besprechungsprotokoll vor, in dem die Missstände bei der Berufsfeuerwehr aufgelistet sind. Die Zuständigen im Innsbrucker Rathaus versuchen zu beruhigen.
In der Feuerwehrzentrale in der Hunoldstraße hängt der Haussegen schief, auch wenn das Direktion und Politiker offiziell nicht zugeben. Ein Besprechungsprotokoll der Mannschaft mit Branddirektor und Stellvertreter aus dem Jahr 2012 zeigt mehr als Unzufriedenheit bei den Feuerwehr-Leuten auf.
Plakatierarbeiten während der Dienstzeit
In dem Protokoll geht es um hausinterne Probleme zwischen einem dienstführenden Mitarbeiter und Teilen der Mannschaft, um Bevorzugung von Freunden bei Diensteinteilungen, um private Arbeiten durch Feuerwehrleute während der Dienstzeit und um Plakatierarbeiten für einen Theaterverein durch Feuerwehrleute im Dienst. Vom zuständigen Vizebürgemeister Christoph Kaufmann (FI) und Branddirektor Erwin Reichel gab es vorerst keine Information, es sei ein laufendes beziehungsweise schwebendes Verfahren und daher gebe es keine Stellungnahme. Bis jetzt liegt nur eine schriftliche Stellungnahme des Vizebürgermeisters vor.
Kaufmann beschwichtigt
Darin heißt es, dass es zu persönlichen Differenzen innerhalb der Mannschaft kommen kann, sei nicht erfreulich, dürfe aber nicht überbewertet werden. Weiter heißt es darin, dass das Besprechungsprotokoll als vertraulich bezeichnet und durch eine Indiskretion öffentlich gemacht worden sei. Eine stadtinterne Arbeitsgruppe habe bereits Vorschläge zur nachhaltigen Verbesserung des Betriebsklimas erstattet. Die im Protokoll behaupteten Vorwürfe seien hinsichtlich ihrer Stichhaltigkeit überprüft und dienstrechtlich behandelt worden. Fragen nach Schäden oder Schadenersatz durch die missbräuchliche Verwendung von Dienstzeiten nach Prüfung sämtlicher Vorwürfe hätten sich nicht gestellt. Der kritisierte Dienstleiter habe sein Amt freiwillig zurückgelegt und versehe weiterhin seinen Dienst. Außerdem würden in Kürze für Mannschaft und Führungskräfte team- und persönlichkeitsbildende Schulungen beginnen. In der Berufsfeuerwehr würden keinesfalls zwei Gruppen gegeneinander ausgespielt werden und die eingeleiteten Maßnahmen hätten schon vieles verbessert. Kommando und Mannschaft würden das vollste Vertrauen des Vizebürgermeisters genießen.
Angst um den Job
So wie sich das Gebäude hinter der Leitstelle versteckt, halten es offensichtlich auch die Verantwortlichen. Innerhalb der Mannschaft herrscht Angst um den Job. Obwohl im persönlichen Gespräch viele von Missständen erzählen, wagt niemand öffentlich auszupacken.
