Deutschland: Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie → Einsatz von Robotern in Großschadenslagen

DORTMUND (DEUTSCHLAND): Unter dem Kürzel TRADR läuft noch bis Ende 2017 ein europäisches Forschungsprojekt mit Forschern und Entwicklern aus sechs Nationen. Ihre Zielsetzung ist die Entwicklung eines Robotersystems zur Unterstützung der Feuerwehren bei mehrtägigen Großschadenslagen.

Zum Einsatz kommen Boden- wie Luftroboter, die mit ihrer Sensorik die Umgebung aufnehmen und Karten der aktuellen Situation erstellen. Die sind für die menschlichen Einsatzkräfte zur Beurteilung der Lage hilfreich und verbessern ihre Koordination, sie dienen aber auch den Bodenrobotern, um sich selbstständig zu orientieren, wenn sie autonom Punkte für z.B. Schadstoffmessungen anfahren oder bei der Suche nach Verletzten unterstützen.

Projekt auf vier Jahre
Das auf vier Jahre angesetzte Projekt unter Beteiligung der Feuerwehr Dortmund, vertreten durch das hauseigene Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie, kurz IFR, war Gastgeber für die Evaluation des Systems. In den letzten anderthalb Wochen wurden im November 2016 die einzelnen Komponenten des Systems von den Projektpartnern zusammengeführt und von Feuerwehrleuten getestet und bewertet. Dazu wurde auf dem alten Kraftwerksgelände Knepper in Mengede eine Schadenslage inszeniert, in der sich die Roboter beweisen mussten. Insbesondere ihre Handhabung unter Stress, die Zuverlässigkeit und die Geschwindigkeit des Systems standen im Mittelpunkt der Untersuchungen. Von Seiten der Feuerwehr wurden nicht nur die Probanden gestellt, vielmehr wird am IFR die Bedienoberfläche des Systems zusammen mit der TU Delft entwickelt. Am Ende des Projektes soll darüber die Robotersteuerung als auch die allgemeine Einsatzlenkung und Kommunikation erfolgen.

Zur einfacheren Handhabung werden die Bodenroboter selbstständig ihre Wege zu den Zielen Planen und Hindernissen ausweichen oder gekonnt überqueren. Sie können auf Veränderungen der Umgebung reagieren und ihre Wegplanung aktualisieren. Diese Form von Situationsbewusstsein wird zur Kooperation der Roboter untereinander aber auch mit den Menschen benutzt. So können die Roboter ihr "Wissen" untereinander austauschen und die Einsatzkräfte über die Veränderungen informieren. Am letzten Tag des Projekttreffens konnten sich geladene Gäste über das Projekt informieren und sich die Möglichkeiten vorführen lassen. Im Anschluss wurde über die Zukunft und den Einfluss der Roboter auf die Feuerwehrarbeit diskutiert. Man war sich einig, dass Flugroboter schon heute eine große Hilfe bei der Lageerkundung sind. Bei den Bodenrobotern wird es noch einige Zeit dauern, bis sie schnell genug sind, um den Einsatzkräften zeitnah Informationen zu liefern.

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