Nö: Wieder schweres Unwetter im Bez. Waidhofen → fast 400 Kräfte im Einsatz

WAIDHOFEN AN DER THAYA (NÖ): Die Schäden vom Unwetter am Vortag waren noch nicht beseitigt, traf am 7. Juni 2020 die nächste Unwetterfront den Bezirk Waidhofen an der Thaya und stellte jenes vom Samstag in den Schatten. 380 Feuerwehrleute standen in acht Gemeinden des Bezirkes im Unwettereinsatz.

Die Einsatzserie begann gegen 18:30 Uhr im Stadtgebiet von Waidhofen an der Thaya. Mehrere Kanaldecken mussten gesichert werden, nachdem die Wassermassen die Deckel herausdrückten. Die Gewitterfront zog nach Nordosten weiter und verursachte durch den enormen Niederschlag schwere Überflutungen.

Einsatzschwerpunkt in Karlstein an der Thaya, zwei Personen aus Pkw gerettet

Der Einsatzschwerpunkt lag in der Gemeinde Karlstein an der Thaya. Direkt in Karlstein standen elf Keller und Garagen unter Wasser. Bei einigen Wohnhäusern wurden die Wassermassen durch das Kanalnetz in die Gebäude gedrückt. Schlamm und Geröll wurden auf die Verkehrswege gespült und ganze Straßen standen komplett unter Wasser.

Die Landesstraße 59 wurde im Bereich des sogenannten “Holzgrabens” überflutet. Ein PKW Lenker wurde von den Wassermassen überrascht und wurde in seinem Fahrzeug eingeschlossen. Die Feuerwehrleute konnten die zwei Insassen unverletzt aus den Fluten retten. Die L59 bleibt bis Montag für den Verkehr gesperrt. Auf der B30 Richtung Raabs an der Thaya stand die Fahrbahn ebenfalls zum Teil unter Wasser. Die Straßenmeisterei rückte mit einer Kehrmaschine aus um die Fahrbahn zu reinigen.

Bei einem Industriebetrieb in Karlstein stand der An- und Ablieferbereich unter Wasser und musste abgepumpt werden. Acht Feuerwehren von den umliegenden Ortschaften unterstützen die örtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr Karlstein beim Auspumpen der Keller und beim Reinigen der Straßen.
In Thuma standen ebenfalls große Teile der Ortschaft unter Wasser. Bei fünf Gebäuden mussten die Einsatzkräfte Keller auspumpen.

Einsätze rund um die Bezirkshauptstadt, Verkehrsunfall auf der B5

Die B5 stand im Bereich Alt-Waidhofen unter Wasser, die Feuerwehr sicherte die Gefahrenstelle ab. Die Landesstraße 60 stand bei Matzles durch die heftigen Niederschläge kurzzeitig unter Wasser. In Pyhra (Gemeinde Waidhofen an der Thaya) standen zwei Feuerwehren im Einsatz um überflutete Keller auszupumpen.

In Rafingsberg (Gemeinde Windigsteig) errichteten die Einsatzkräfte einen Hochwasserschutz aus Sandsäcken. Am späten Abend kam es zu einem Verkehrsunfall auf der B5 bei Lichtenberg (Gemeinde Windigsteig). Ein junger Lenker verlor auf der regennassen Fahrbahn die Kontrolle über den PKW, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen eine Böschung.

Dadurch wurde das rechte Vorderrad herausgerissen. Der Mann blieb glücklicherweise unverletzt. Die Fahrzeugbergung führten die Feuerwehren Windigsteig und Waidhofen/Thaya durch.

Insgesamt acht Gemeinden betroffen, erneut Schäden in Kautzen

Neben den Gemeinden Karlstein an der Thaya, Windigsteig und Waidhofen an der Thaya standen auch in den Gemeinden Vitis, Raabs an der Thaya, Dietmanns und Groß Siegharts dutzende Feuerwehrleute bei Unwetterschäden im Einsatz. Die Landesstraße 8117 zwischen Loibes und Karlstein auf Höhe der Motocross Strecke wurde überflutet und musste vorübergehend gesperrt werden.

In Kautzen kam es nach nur 24 Stunden erneut zu Unwetterschäden. Am Abend hieß es wieder “Land unter”. Gewaltige Wasser- und Schlammmassen vermurten die Landesstraße 8172.

Einsatzbilanz

Gegen Mitternacht beruhigte sich die Lage im Bezirk Waidhofen an der Thaya. In Summe waren am Sonntag 380 Mitglieder von 32 Feuerwehren eingesetzt.

Zu den Einsätzen vom Vortag (hier auf Fireworld.at)

Bezirks-Feuerwehrkommando Waidhofen an der Thaya

Auch in Hafnerbach und Haunoldstein kämpfen die Feuerwehren gegen Überflutungen. Mehr Videos auf NÖN.at: https://www.noen.at/st-poelten/aufraeumarbeiten-im-gang-hafnerbach-und-haunoldstein-kaempfen-mit-ueberflutungen-hafnerbach-haunoldstein-feuerwehreinsatz-unwetter-ff-hafnerbach-209237768

Gepostet von NÖN am Montag, 8. Juni 2020
Auch in Hafnerbach und Haunoldstein kämpfen die Feuerwehren gegen Überflutungen.

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