Glasscheibe wird zum Öko-Lautsprecher

Industriedesigner der Technischen Universität Delft haben mit “Ammos” ein Home-Audio-System mit weltweit einmaligen Lautsprechern realisiert. Diese bestehen aus gerahmten Glasscheiben, die in einer liegenden dreieckigen Säule stecken. Die Scheibe schafft ein Frequenzspektrum von 200 bis 20.000 Hertz.

Damit auch die tiefen Töne gut wiedergegeben werden, haben die Studenten den Lautsprechern noch konventionelle Subwoofer spendiert, die für die Frequenzen zwischen 20 und 200 Hertz zuständig sind.

Aktuatoren lassen Scheibe schwingen

Die mit dem Designerpreis James Dyson Award ausgezeichnete Innovation punktet mit ihrer Eigenvibration. Angeregt wird sie durch Aktuatoren, die an den Rändern der Scheibe verdeckt angebracht sind. Sie üben auf das Glas genügend große Kräfte aus, um es zum Schwingen zu bringen. Der Lautsprecher kann über WLAN und Bluetooth angeschlossen werden und verfügt über einen USB-C-Eingang, eine 3,5-mm-Audiobuchse sowie einen Eingang für die Stromversorgung.

Der Nutzer kann mit dem Lautsprecher über eine Berührungsfläche auf der Vorderseite kommunizieren, ihn etwa lauter oder leiser stellen. Die Rückmeldung erfolgt über eine Leuchtdioden-Matrix mit Hintergrundbeleuchtung, die sich in der Bambusoberfläche befindet. Der Lautsprecher besteht aus Glas, Bambusplatten, einem stabilen Aluminiumrahmen, dem Kunststoff ABS für Gehäuseteile, Dichtungen aus Naturkautschuk und Aluminium-Leiterplatten für die Elektronik.

Öko-Lautsprecher einfach zu recyceln

Die Studenten entschieden sich für Leiterplatten aus Aluminium, weil diese die entstehende Wärme besser abführen können und somit besonders haltbar sind. Der Lautsprecher kann mit einem Schraubendreher zerlegt werden, wenn sein Ende gekommen ist oder wenn eine Reparatur ansteht. Sensible Bauteile, wie die Glasscheibe, lassen sich problemlos austauschen, wenn sie beschädigt sind. Wenn man so will, ist es ein Öko-Lautsprecher. Die Studenten arbeiteten mit der TU-Delft-Ausgründung DeNoize zusammen, die Fensterscheiben mit Anti-Schall-Elektronik ausrüstet.

Pressetext-Austria, 21.09.2020

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