Frankreich: Fünf Etagen mit Platz für 12.000 Server niedergebrannt → Europas größtes Rechenzentrum in Flammen

STRASSBURG (FRANKREICH): Zu einem verheerenden Brand kam es am Mittwoch, dem 10. März 2021, bei Europas größtem Cloud-Anbieter OVH. Dort brannte in Straßburg am Rheinufer ein fünf Etagen hohes Rechenzentrum mit Platz für 12.000 Server vollkommen nieder, ein weiterer Bau wurde zur Hälfte zerstört.

Der zerstörte Bau beherbergte auch die sensible „Hosted Private Cloud“, in der die Daten großer Unternehmen lagern. Der französischer Internetdienstleister, der mit mehr als 260.000 Servern in mehr als zwanzig Rechenzentren europäischer Marktführer im Hosting-Bereich ist, sah sich gezwungen, sämtliche vier Hallen herunterzufahren. Hunderte von Feuerwehrleuten kämpften gegen den Brand, 3,6 Millionen Websites gingen offline, darunter staatliche Portale, Banken, Newskanäle und die Regierungsseite data.gouv.fr.

Nun könnte man das als einen spektakulären Unfall ohne fatale Folgen abtun, wenn die Daten tatsächlich, wie es die Cloud-Rhetorik nahelegt, anderswo gespeichert und über andere Data Center weiterhin abrufbar wären. Das ist technisch auch möglich – aber offenbar hatten etliche Kunden aus Kostengründen auf derartige Sicherheitsnetze verzichtet, da sie bei OVHcloud kostenpflichtig dazugebucht werden müssen. Mehr dazu in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen.

Keine automatischen Löschanlagen

Laut Informationen die vorliegen und in den Beiträgen von Winfuture und Le Journal du net gab es in diesem Rechenzentrum keine Automatische Feuer Löschanlage. Besonders brisant ist das Sie damit auf ihrer Homepage anscheinen werben, soweit mein Verständnis. Zitat Winfuture: “Eines sei aber klar, so Le Journal du net, nämlich die Tatsache, dass es dort keine automatischen Löschvorrichtungen gegeben habe.

So waren in den Straßburger Datenzentren weder eine Sprinkleranlage noch ein Hochdruckzerstäuber bzw. ein System mit inertem Gas zur Unterdrückung des Feuers installiert gewesen.”

PC Games schreibt

Ein Brand im französischen Straßurg hat dramatische Folgen für das Survival-MMO Rust, dessen Entwickler und die Spieler: Ein großer Teil der Server wurde bei einem Brand im Datencenter zerstört und wird sich nicht wieder herstellen lassen.

Vier Hallen zerstört – Wiedereröffnung per 15. März erhofft

Das Feuer zerstörte nicht nur das gesamte Rechenzentrum SBG2, sondern zerstörte auch vier von zwölf Räumen im angrenzenden SBG1-Rechenzentrum. Die Stromversorgung aller vier Rechenzentren auf der Website ist ausgeschaltet, und die USVs bei SBG3 wurde gemäß der Statusseite von OVH für den Vorfall heruntergefahren. OVHcloud hofft, am Montag, 15. März, wieder Strom an SBG1 und SBG4 zu bringen, und es wird bis Freitag, den 19. März dauern, um die USB bei SBG3 wiederherzustellen. Während der Störung wurden 3,6 Millionen Websites auf 464.000 verschiedene Domains offline.

Die Ursachen sind noch unbekannt, aber The Register weist darauf hin, dass SBG1, SBG2 und SBG4 2017 einen dreieinhalbstündigen Stromausfall hatten, was zu einem größeren Upgrade des Stromversorgungssystems auf der Website führte, und zitiert einen Gartner-Analysten, der spekuliert, dass ein UPS-Ausfall die Ursache sein könnte.

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