Tirol: Steinschlag auf Bergretter und Verletzten bei Rettungsaktion am Wilden Kaiser

KUFSTEIN (TIROL): Am 7. August 2021 unternahm ein 54-jähriger Deutscher eine Wanderung auf das Sonneck, weiter über die Hackenköpfe zum Schauffauer. Gegen 16:00 Uhr erreichte der erfahrene Wanderer den Gipfel des Sonnecks und entschied sich, trotz aufziehender Wolken nicht von der geplanten Route abzuweichen.

Gegen 17:30 Uhr kam er auf dem Normalweg über die Hackenköpfe vom Weg ab und geriet in immer steiler werdendes Felsgelände auf der Nordseite. Dort dürfte er rund 100 Höhenmeter immer weiter abgestiegen sein, bis er feststellte, dass dort ein Weiterkommen nicht mehr möglich ist. Er versuchte mehrfach, wieder zurück auf den Grat zu steigen. Dabei rutschte er schließlich aus und stürzte rund 5m nach unten, wo er mit Schürfwunden an Armen und Beinen auf einem Felsvorsprung liegen blieb.

Um 19:05 Uhr setzte er einen Notruf ab. Die Bergrettungen Scheffau und Kufstein stiegen mit insgesamt 11 Einsatzkräften zum Verunfallten auf und konnten diesen gegen 00:30 Uhr erreichen. Im Zuge einer aufwändigen Bergeaktion konnte der Wanderer leicht verletzt und unterkühlt gerettet und in weiterer Folge ins Tal gebracht werden.

Bergretter wehrt Steinschlag ab

Im Zuge der Rettungsaktion kam es etwa 50 Höhenmeter unterhalb des Grates zu einem Steinschlag. Ein etwa 30-40cm großer Stein löste sich ohne das Zutun der Retter und fiel direkt auf den Verletzten und zwei Bergretter zu.

Durch das beherzte Eingreifen eines 29-jährigen Bergretters, welcher den Stein mit seinen Unterarmen abwehrte, konnte Schlimmeres verhindert werden. Der 29-Jährige zog sich allerdings unbestimmte Verletzungen am rechten Unterarm zu. Er konnte die Rettung fortsetzen und anschließend selbständig ins Tal absteigen. Der 54-jährige Wanderer wurde im Krankenhaus ambulant behandelt, der Bergretter begibt sich im Laufe des Tages selbständig in ärztliche Behandlung.

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