359 Verkehrstote auf Österreichs Straßen 2021 → zweitniedrigste Zahl seit Aufzeichnungsbeginn

ÖSTERREICH: 359 Verkehrstote im Jahr 2021 bedeuten die zweitniedrigste Opferzahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Innenministerium im Jahr 1950. Innenminister Gerhard Karner dankt den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz. Diese Angaben veröffentlichte das Bundesministerium für Inneres am 1. Jänner 2022.

“Jeder Verkehrsunfall mit Verletzten oder gar Toten bringt großes Leid über die betroffenen Familien – deshalb werden wir unseren Weg konsequent fortsetzen, die Unfallzahlen so niedrig wie möglich zu halten”, sagt Innenminister Gerhard Karner am 1. Jänner 2022. “Wir werden unter anderem Schwerpunktaktionen gegen Alkohol und Drogen am Steuer sowie Schnellfahren und Drängeln setzen und wir werden die Bewusstseinsbildung und Verkehrserziehung durch Polizistinnen und Polizisten in Kindergärten, Schulen und Berufsschulen forcieren.”

Der Innenminister ergänzt: “Die Aufgaben der Polizistinnen und Polizisten waren auch 2021 von der Corona-Pandemie geprägt. Die zweitniedrigste Zahl an Verkehrstoten zeigt aber auch, dass traditionelle Aufgaben wie die Verkehrsüberwachung nicht vernachlässigt wurden. Ich danke allen Polizistinnen und Polizisten für ihren flexiblen und nachhaltigen Einsatz für die Sicherheit auf unseren Straßen in diesem besonderen Jahr.”

Daten und Fakten

359 Verkehrstote im Jahr 2021 bedeuten die zweitniedrigste Opferzahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Innenministerium im Jahr 1950. Der niedrigste Wert betrug 344, der höchste 2.948 im Jahr 1972. Als Gründe werden angeführt: Erfolgreiche Maßnahmen der Polizei wie optimierte Verkehrsüberwachung auf 130.000 Kilometern Straßennetz in Österreich, Schwerpunktaktionen (Drogen, Alkohol, Geschwindigkeit), Abstandsmessungen, Bewusstseinsbildung mit Verkehrserziehung durch Polizistinnen und Polizisten in Kindergärten, Schulen und Berufsschulen sowie Angebote wie Fahrsicherheitstrainings für Motorradfahrer und die eingeschränkte Mobilität auf Grund der Corona-Maßnahmen.

359 Menschen verunglückten 2021 auf Österreichs Straßen tödlich. Das sind um 15 Todesopfer oder vier Prozent mehr als im Jahr 2020 (344) und bedeutet gleichzeitig die bisher zweitniedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im BMI im Jahr 1950. Noch vor neun Jahren, im Jahr 2012, mussten mit 531 Getöteten mehr als 500 Verkehrstote beklagt werden.

Mit 359 gibt es nahezu ein Achtel der Todesopfer vom Jahr 1972, dem bisher “schwärzesten Jahr” der Unfallstatistik (2.948 Tote). Die Zahl zugelassener Kraftfahrzeuge hat seit 1972 aber nahezu verdreifacht und ist von 2,5 Millionen auf 7,2 Millionen gestiegen.

Im Burgenland gab es im abgelaufenen Jahr 8 Verkehrstote (2020: 18), in Kärnten 38 (35), in Niederösterreich 92 (90), in Oberösterreich 91 (67), in Salzburg 24 (28), in der Steiermark 50 (52), in Tirol 28 (26), in Vorarlberg 13 (16) und in Wien 15 (12).

Eine Zunahme der Zahl an Verkehrstoten gab es in Kärnten (+3), in Niederösterreich (+2), in Oberösterreich (+24), in Tirol (+2) und in Wien (+3). In allen anderen Bundesländern gab es Rückgänge. Im Burgenland, in Salzburg und der Steiermark wurden im Jahr 2021 die bisher geringsten Zahlen an Verkehrstoten seit 60 Jahren verzeichnet.

Verkehrsbeteiligung

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen 2021 verloren 161 Pkw-Insassen ihr Leben, 75 Motorradfahrer (davon 19 mit Leicht-Motorrädern), 48 Radfahrer (davon 22 mit Elektro-Fahrrädern), 35 Fußgänger, 19 Lkw-Insassen (davon 15 im Klein-Lkw), 13 Mopedfahrer (davon einer mit einem Elektro-Moped), drei Traktor-Lenker, zwei Lenker von E-Scootern, ein Microcar-Lenker, ein Lenker einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine und ein sonstiger Beteiligter. Angestiegen gegenüber 2020 ist die Zahl der getöteten Pkw-Insassen, der Radfahrer und E-Bike-Lenker, Moped-Lenker und Leichtmotorradlenker. Zurückgegangen ist die Zahl der getöteten Fußgänger.

Hauptunfallursachen

Als vermutliche Hauptunfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle gelten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (26,9 Prozent), Unachtsamkeit/Ablenkung (24,5 Prozent), Vorrangverletzung (15,5 Prozent), Missachtung von Geboten/Verboten (6,9 Prozent) Fehlverhalten von Fußgängern (5,7 Prozent), Überholen (5,0 Prozent), Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen am Steuer (4,1 Prozent), Übermüdung (3,0 Prozent), mangelnder Sicherheitsabstand (1,5 Prozent) und technische Defekte (0,3 Prozent). Alkoholisierung war bei 22 oder 6,6 Prozent der tödlichen Unfälle gegeben.

Gegenüber 2020 gab es Verschiebungen, es wurden weniger Unfälle durch Fehlverhalten von Fußgängern, Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen am Steuer, mangelnden Sicherheitsabstand, nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit und technische Defekte registriert. Bei den Hauptursachen Alkohol, Missachtung von Geboten/Verboten, Überholen, Übermüdung, Unachtsamkeit/Ablenkung und Vorrangverletzung gab es Anstiege.

Straßenarten

37 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen; das bedeutet einen Anteil von 10,3 Prozent an allen Verkehrstoten und einen leichten Anstieg um 3 oder 8,8 Prozent gegenüber 2020 (34). Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich auf den ehemaligen Bundesstraßen (134 Getötete), sonstigen Straßen (97) und Landesstraßen (91).

Kinderunfälle

Sechs Kinder im Alter bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr 2021 ums Leben, davon 3 als Pkw-Insassen, 1 als Fußgänger, 1 als Mitfahrer auf einem Moped und 1 als Radfahrer. 2020 verunglückten 2 und 2019 16 Kinder tödlich. Ein Kind im Alter von 6 bis 15 Jahren kam 2021 bei einem Schulwegunfall ums Leben.

Getötete auf Schutzwegen, Bahnübergängen und in Tunnelanlagen

Ein Fußgänger kam auf einem Schutzweg ums Leben, 2020 waren es 8. Auf Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten 9 Menschen tödlich (2020: 15). Zwei Tote gab es 2021 in Straßentunneln (2020: 3). Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen 2021 drei Verkehrsteilnehmer ums Leben (2020: 0).

123 (36,7 Prozent) aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das heißt, es ist nur ein Fahrzeug am Unfall beteiligt. Von den 161 tödlich verunglückten Pkw-Insassen verwendeten 119 den Sicherheitsgurt, 42 waren nicht angegurtet. Ein Drittel aller Verkehrstoten (119 oder 33,1 Prozent) waren zum Unfallzeitpunkt 60 Jahre oder älter, 35 davon (9,7 Prozent) sogar älter als 80 Jahre.

In der Altersgruppe der 17 bis 29-Jährigen kamen im abgelaufenen Jahr 84 Personen (23,3 Prozent aller Verkehrstoten) bei Verkehrsunfällen ums Leben. 64 oder 17,8 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer waren nicht österreichische Staatsbürger, fast jeder vierte tödliche Verkehrsunfall (83 oder 24,7 Prozent) wurde von ausländischen Staatsangehörigen verursacht.

Quelle: Bundesministerium für Inneres

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