Bayern: Arbeitsreiches 2025 liegt hinter den Feuerwehren im südlichen Landkreis Traunstein
LANDKREIS TRAUNSTEIN (BAYERN): Bei der Kommandantendienstversammlung der Feuerwehren des Inspektionsbereiches „Florian Traunstein Land 2“ im Feuerwehrhaus Grabenstätt wurde eines deutlich: Die Feuerwehren waren 2025 bei zahlreichen, teils auch anspruchsvollen Einsätzen gefordert und investierten zugleich viel Zeit in Ausbildung und Fortbildung. In den Feuerwehren Rottau und Bergen wurden neue Kommandanten gewählt, während in Hammer und Marquartstein neue Einsatzfahrzeuge in Dienst gestellt werden konnten. Zudem wurde den anwesenden Führungskräften in einem Fachbericht der Brandeinsatz beim Gasthof „Hinterwirt“ in Übersee vorgestellt.
Von Hubert Hobmaier
Neben zahlreichen Fachthemen aus der „Feuerwehrwelt“ informierte Kreisbrandinspektor Rupert Kink in seinem Jahresrückblick über vielfältige Entwicklungen im Inspektionsbereich. Besonders zufrieden zeigte er sich mit dem Ausbildungsbetrieb. In Grassau und Siegsdorf wurde jeweils das Grundmodul der Basisausbildung durchgeführt, zwei Abschlussmodule der Grundausbildung fanden in Bergen statt. Darüber hinaus wurden in Inzell und Oberwössen Prüfungen des Basismoduls abgenommen.
Fast 100 Einsatzkräfte haben die Grundausbildung abgeschlossen
Für die Nachwuchskräfte organisierte man in Erlstätt einen Lehrgang zum Umgang mit dem Digitalfunk. Ein Grundlehrgang zur Technischen Hilfeleistung wurde bei der Feuerwehr Grassau für die Feuerwehren des gesamten Inspektionsbereiches angeboten. Zudem fand in Übersee der Wissenstest der Jugendfeuerwehren mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Das MTA Basismodul haben 76 Teilnehmer absolviert,94 Frauen und Männer haben ihre Grundausbildung abgeschlossen und 48 Einsatzkräfte absolvierten das „Funk-Modul“. 24 Teilnehmer absolvierten den Lehrgang „Grundlagen der Technischen Hilfeleistung“.
An insgesamt 26 Terminen wurden im Laufe des Jahres Prüfungen zu den verschiedenen Leistungsabzeichen abgenommen. 95 Feuerwehrdienstleistende erwarben ein Leistungsabzeichen in der Brandbekämpfung, 102 Einsatzkräfte bestanden die Leistungsprüfung in der Technischen Hilfeleistung. 42 Jugendliche stellten sich erfolgreich der Prüfung zum Jugendleistungsabzeichen und erhielten die Jugendspange.
Mehr als 100 Einsatzkräfte beteiligten sich am Übungssamstag der Feuerwehren aus dem Inspektionsbereich Florian Traunstein Land 2/2 in Bergen. Dabei mussten unterschiedlichste Einsatzszenarien bewältigt werden – vom Arbeitsunfall über einen Gasaustritt bis hin zum Kellerbrand.
In Übersee wurden Einsatzübungen zu den Themen „Busunfall“ und „Tiefgaragenbrand“ durchgeführt. In Marquartstein probten die Feuerwehren einen Großbrandalarm am Haus Leopold, während in Erlstätt rund 200 Rettungskräfte an einer groß angelegten Übung zum Szenario „Busunfall“ teilnahmen.
Neue Fahrzeuge und Verantwortliche in den Feuerwehren
Die jährlich stattfindende Informationsfahrt der Führungskräfte führte im vergangenen Jahr 45 Teilnehmer in die Landeshauptstadt München. Dort erhielten sie Einblicke in die Arbeit des ABC-Zuges im Landkreis München sowie eine Führung durch die Feuerwache 5 der Berufsfeuerwehr München in Ramersdorf. Im Juni erreichte die Feuerwehren zudem eine traurige Nachricht: Oswald „Ossi“ Bartl aus Eisenärzt, der von 1984 bis 2002 als Kreisbrandinspektor im Inspektionsbereich „Traunstein Land 2“ tätig war, verstarb im vergangenen Jahr.
Bei der Feuerwehr Hammer wurde ein neuer Mannschaftstransportwagen in Dienst gestellt. In Marquartstein ergänzte ein geländegängiges Arbeitsfahrzeug (All-Terrain Vehicle, ATV) die Ausrüstung der Wehr. In Bergen wurden Korbinian Mader und Maximilian Eberl zu neuen Kommandanten gewählt, in Rottau übernehmen Josef Lackerschmid und Philipp Stommel die Führung der aktiven Mannschaft.

Auch das Vereinsleben kam nicht zu kurz. In Schleching wurde das 150-jährige Gründungsjubiläum im kleinen Rahmen gefeiert, während die Feuerwehr Hammer ihr 130-jähriges Bestehen beging. In Holzhausen und Bergen wurden zudem die ersten beiden Kinderfeuerwehren im südlichen Landkreis Traunstein gegründet. Sportlich ging es beim Eistockturnier der Achentalfeuerwehren in der Max-Aicher-Arena in Inzell zu, wo sich die Mannschaften spannende Duelle lieferten.
Viele fordernde Einsätze
Einsatztechnisch waren die Feuerwehren im vergangenen Jahr sehr vielseitig gefordert. In der Silvesternacht rückte die Feuerwehr Staudach-Egerndach zu einem Verkehrsunfall aus. Einen Großeinsatz stellten unter anderem die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding dar, bei dem insbesondere die Feuerwehren Ruhpolding, Eisenärzt, Siegsdorf und Inzell im Einsatz waren. Im Februar mussten die Feuerwehr Reit im Winkl sowie mehrere Nachbarwehren einen Wohnhausbrand bekämpfen. In Grassau wurde ein Bauarbeiter durch herabstürzende Betonbauteile verschüttet und tödlich verletzt.
Im März waren mehrere Feuerwehren bei einem Lagerhallenbrand in Grabenstätt gefordert. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit kam es im April zu Vegetationsbränden bei Grabenstätt und Rottau. Ebenfalls im April ereignete sich in Übersee ein Brand beim Gasthof Hinterwirt. Im Juni rückte unter anderem die Feuerwehr Inzell nach einem schweren Gewitter aus. Zudem gelang es im Juni, den bis zur Brust im Moor versunkenen Ochsen „Berti“ bei Übersee zu retten.

Im Juli musste die Feuerwehr Staudach-Egerndach wegen ausgetretenen Quecksilbers in einem Wohnhaus ausrücken. Ebenfalls im Juli ereignete sich in Übersee ein Verkehrsunfall mit zwei Pkw, während in Rottau ein umgestürzter Bagger, der in ein Bachbett gefallen war, einen Einsatz erforderte. Im August kam es bei Übersee zu einer groß angelegten Vermisstensuche im Bereich des Chiemsees. Zudem geriet dort ein Traktor in Brand.

Im Oktober wurden die Rettungskräfte zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Umgehungsstraße bei Grabenstätt alarmiert. In Übersee kam es zu einem Heizölaustritt in einem Wohnhaus sowie zu einem nächtlichen Verkehrsunfall auf der Autobahn. Ebenfalls im Oktober ereignete sich am Erlstätter Berg ein Verkehrsunfall, bei dem eine Person mit schwerem Gerät aus dem Fahrzeug befreit werden musste. In Grassau wurden bei der Explosion in einem Einfamilienhaus die Bewohner glücklicherweise nur leicht verletzt.
Im Gemeindebereich von Grassau kam es im Dezember zu einem Zimmerbrand. Zudem mussten die Feuerwehren Reit im Winkl und Schleching jeweils zu Verkehrsunfällen ausrücken. „Wir wurden heuer glücklicherweise von größeren Unwettern verschont“, resümierte Kreisbrandinspektor Rupert Kink. Ergänzend betonte er jedoch, dass die Feuerwehren dennoch sehr vielfältig gefordert waren und zahlreiche anspruchsvolle Einsätze bewältigen mussten.
Fachbericht „Brand eines Batteriespeichers“
Lobende Worte fand der Kreisbrandinspektor insbesondere für alle Feuerwehrangehörigen, die Verantwortung übernehmen. Sein Dank galt zudem den beiden Kreisbrandmeistern Stefan Nitzinger und Thomas Mayr sowie den Helferinnen und Helfern der Feuerwehr-Führungsstelle „Achen“. Den Abschluss der Berichte aus dem Inspektionsbereich gestaltete Lucas Geppert, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Übersee. In seinem Fachvortrag berichtete er über den Brandeinsatz im Gasthof Hinterwirt, bei dem es im Bereich eines Energiespeichers zu einem Brand gekommen war. Der Einsatz stellte die beteiligten Feuerwehren vor besondere taktische und technische Herausforderungen.
