Bayern: Pferdestall in Waging in Vollbrand → mehrere Ponys umgekommen
WAGING AM SEE (BAYERN): Am Freitag, 1. Mai 2026, wurden die Feuerwehr Otting sowie zahlreiche Nachbarwehren gegen 22 Uhr mit dem Einsatzstichwort „B4 – Brand Landwirtschaft“ in den Ottinger Ortsteil Tettelham alarmiert. Dort stand ein Pferdestall in Vollbrand.
Die Flammen waren bereits auf eine angrenzende Maschinenhalle übergeschlagen, diese wurde durch das Feuer ebenfalls stark beschädigt. Bei dem Brand kamen nach jetzigen Erkenntnissen zehn Pferde ums Leben.

Ein Feuerwehrmann zog sich bei den Löscharbeiten eine leichte Brandverletzung an der Hand zu. Ersten Schätzungen zufolge entstand ein Schaden im sechsstelligen Bereich. Die Hintergründe zur Brandursache ermittelt die Polizei.
„Bei unserem Eintreffen stand der Pferdestall in Vollbrand“, berichtet der Ottinger Kommandant und Einsatzleiter Bernhard Kaspar im Nachgang gegenüber Hubert Hobmaier von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein zu diesem Großbrand und ergänzt: „Daher galt unser Hauptaugenmerk zunächst dem Schutz der Maschinenhalle, in der mehrere hochwertige Traktoren und Maschinen gelagert waren.“

Durch einen gezielten Außenangriff sowie einen Löschangriff durch Atemschutzgeräteträger im Inneren der Halle konnte eine großflächige Ausbreitung verhindert werden. Insgesamt kamen etwa 20 Atemschutztrupps bei den Löscharbeiten zum Einsatz. Um eine ausreichende Personalreserve vorzuhalten, wurde am Gerätewagen Atemschutz eine Sammelstelle für Atemschutzgeräteträger eingerichtet.
Die Einsatzkräfte waren dabei mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. In der Ortschaft stand lediglich ein Hydrant zur Verfügung, weshalb zusätzlich ein kleiner Löschteich zur Wasserversorgung genutzt wurde. Aufgrund des hohen Wasserbedarfs ging das darin befindliche Löschwasser relativ schnell zur Neige, woraufhin eine weitere Wasserzisterne aus dem Nachbarort angezapft werden musste.

Zur Wasserentnahme kamen mehrere Tragkraftspritzen zum Einsatz, die das Wasser über Schlauchleitungen zur Brandstelle beförderten. Da auch damit die Löschwasserversorgung nicht ausreichend sichergestellt werden konnte, wurde ein sogenannter Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen eingerichtet. Diese transportierten Löschwasser aus weiter entfernten Hydranten zur Einsatzstelle.
Neben der Wasserknappheit mussten sich die Einsatzkräfte auch um den Schutz von mehreren hundert Litern Diesel kümmern, die in der Halle gelagert waren. Hierzu wurden eigens Löschtrupps abgestellt, die die Tanks mit Strahlrohren kühlten. Darüber hinaus gelang es den Feuerwehrleuten, einige der Traktoren und Maschinen aus der Halle zu fahren und ins Freie zu bringen.

Mithilfe einer Drehleiter wurde an mehreren Stellen die Dachhaut der Maschinenhalle geöffnet, um die darunterliegenden Glutnester ablöschen zu können. Zusätzlich kamen sogenannte Löschnägel zum Einsatz, die in das Dach eingeschlagen wurden, um gezielt Wasser in die Holzkonstruktion einzubringen. Diese langwierigen und aufwendigen Arbeiten nahmen einige Zeit in Anspruch. Währenddessen stürzte ein Teilbereich des Dachstuhls ein. Zeitgleich kümmerten sich weitere Löschtrupps um das Ablöschen des Stalls.
Am Führungsfahrzeug der Feuerwehr Waging wurde der Einsatz koordiniert. Es wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet und die Aufgaben entsprechend verteilt. Neben der Feuerwehr Otting waren auch Einsatzkräfte aus Kammer, Waging, Taching, Pierling, Wonneberg, Traunstein und Traunreut vor Ort. Darüber hinaus unterstützte ein Fachberater des Technischen Hilfswerks die Einsatzleitung.

Seitens der Kreisbrandinspektion waren Kreisbrandrat Christof Grundner, Kreisbrandinspektor Günter Wambach, Kreisbrandmeister Georg Fleischer sowie Fach-Kreisbrandmeister Atemschutz Stefan Thurner und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung des Landkreises Traunstein im Einsatz, um die Einsatzleitung zu unterstützen. Zudem wurden zwei Rettungswagenbesatzungen, ein Notarzt sowie der Einsatzleiter Rettungsdienst zur Einsatzstelle entsandt. Ein Feuerwehrmann zog sich bei den Löscharbeiten leichte Verbrennungen an der Hand zu, die noch vor Ort behandelt werden konnten.

Nach rund einer Stunde intensiver Löscharbeiten war das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten weitere etwa zwei Stunden an. Gegen 1 Uhr konnten die meisten eingesetzten Feuerwehren wieder abrücken. Eine Fahrzeugbesatzung der Feuerwehr Otting blieb zur Brandwache sowie für kleinere Nachlöscharbeiten vor Ort.

Gegen 5 Uhr konnte der Einsatz schließlich vollständig beendet werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen, kam für zehn Ponys, die in dem Stall untergebracht waren, kam jede Hilfe zu spät. Die Polizei nahm noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen zur Brandursache auf. Was den Brand ausgelöst hat, ist derzeit noch unklar. Nach ersten Schätzungen dürfte sich der Schaden deutlich im sechsstelligen Bereich bewegen. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Einsatz.


