Gore-Tex: Aus zwei Bekleidungslagen werden drei Einsatzszenarien → modulare Feuerwehr-Bekleidung
Die Marke „Gore-Tex“ stellt auf der Interschutz 2026 in Hannover ein Konzept für modulare Feuerwehr-Einsatzkleidung vor: Wie abgestimmte Bekleidungslagen deckt sie laut Mitteilung des Herstellers technische Hilfeleistung, Vegetationseinsätze und den Innenangriff ab.
Feuerwehrleute tragen im Alltag häufig dieselbe Schutzbekleidung, unabhängig davon, ob sie technische Hilfe leisten oder in den Innenangriff gehen. Diese ist in der Regel auf das höchste Risiko ausgelegt: den Innenangriff mit Flash-over-Gefahr. Der Einsatzalltag sieht jedoch anders aus. Ein großer Teil der Einsätze entfällt auf technische Hilfeleistung und Rettungsdienst. Die Schutzbekleidung orientiert sich damit häufig an einem seltenen, aber besonders kritischen Szenario.
Hinzu kommt: Die Anforderungen unterscheiden sich nicht nur, sie stehen teils im Widerspruch zueinander. Technische Hilfeleistung verlangt Beweglichkeit und hohe Sichtbarkeit. Vegetationsbrände erfordern geringes Gewicht und Hitzetoleranz. Der Innenangriff braucht dagegen maximale Isolation und Schutz vor extremer thermischer Belastung.
„Die Herausforderung besteht darin, widersprüchliche Anforderungen zusammenzubringen: Beweglichkeit, Wetterschutz und Hitzeschutz lassen sich nicht sinnvoll in einem einzigen Anzug maximieren. Ein Anzug, der alle Einsatzszenarien abdecken soll, bleibt damit immer ein Kompromiss,“ sagt Christophe Didelot, Produktspezialist für persönliche Schutzausrüstung in den Bereichen Feuerwehr und Technische Hilfeleistung bei der Marke Gore-Tex.

Zwei Bekleidungslagen statt eines Anzugs für alles
Auf der Interschutz 2026 stellt die Marke Gore-Tex eine Konzeptstudie für Einsatzbekleidung vor, die genau hier ansetzt: Statt verschiedene Anforderungen in einer Einsatzkleidung zu vereinen, zeigt die Konzeptstudie zwei kombinierbare Bekleidungslagen auf Basis bestehender Produkttechnologien. Diese können je nach Einsatz einzeln oder gemeinsam getragen werden.
- Die erste Bekleidungslage für technische Hilfeleistung und andere häufige Einsätze basiert auf der Gore-Tex Crosstech Pyrad Stretch Produkttechnologie. Sie ist leicht und auf Beweglichkeit sowie Tragekomfort ausgelegt.
- Die zweite Bekleidungslage mit der Gore-Tex Crosstech Produkttechnologie ist als eigenständige Lösung für Vegetationsbrände und Außenangriffe konzipiert. Sie erfüllt die Anforderungen nach EN 469 Stufe 1 sowie EN ISO 15384.
Beide Bekleidungslagen können kombiniert werden, sodass in der Überlagerung das Schutzniveau für den Innenangriff gemäß EN 469 Stufe 2 erreicht wird. Die Schutzarchitektur für den Innenangriff bleibt damit erhalten. Die erforderlichen Schutzfunktionen sind jedoch nicht mehr fest in einem einzelnen Anzug integriert, sondern auf zwei aufeinander abgestimmte Bekleidungslagen verteilt. Im Einsatz bedeutet das: Für technische Hilfeleistung kommt die leichtere Bekleidungslage zum Einsatz, für Vegetationsbrände eine eigenständige zweite Lage. Beim Innenangriff werden beide kombiniert.
Mit zwei Bekleidungslagen lassen sich damit drei Einsatzszenarien abdecken. Gleichzeitig reduziert sich die Anzahl der benötigten Anzüge, was Beschaffung und Instandhaltung vereinfachen und somit Aufwand und Kosten reduzieren kann. Entscheidend ist dabei nicht maximale Leistung in jeder Situation, sondern die jeweils passende Auslegung für den konkreten Einsatz.
Bewährtes Prinzip aus anderen Einsatzbereichen
Die Marke Gore-Tex entwickelt seit vielen Jahren modulare Bekleidungssysteme und die zugrunde liegenden Produkttechnologien für unterschiedliche professionelle Anwendungen. Im Fokus steht dabei ein Lagenprinzip, bei dem Bekleidung nicht als feste Uniform verstanden wird, sondern als System aus aufeinander abgestimmten Schichten.

Beispiele dafür sind die Nordic Combat Uniform (NCU) der nordischen Streitkräfte sowie das Flexible Layering System für Bereitschaftseinheiten der Polizei. Beide Konzepte folgen einem klar definierten Schichtaufbau: Einzelne Bekleidungslagen werden je nach Klima, körperlicher Belastung und Einsatzsituation gezielt ausgewählt und kombiniert. Nicht jede Lage erfüllt alle Anforderungen für sich, und nicht alle Komponenten werden gleichzeitig getragen.
Entwickelt und geprüft werden solche Lagensysteme bei Gore unter realitätsnahen Bedingungen. Zum Einsatz kommen Haltbarkeits- und Nasslabore, ein Regenturm sowie Klima- und Umweltkammern. Ergänzt werden diese Prüfungen durch Feldtests mit Endanwendern. Grundlage ist die Analyse, wie sich Wärme, Feuchtigkeit, körperliche Belastung und Schutz im Einsatz gegenseitig beeinflussen. Das Ergebnis ist ein Bekleidungssystem, dessen Leistungsfähigkeit auf Systemebene entsteht – durch das abgestimmte Zusammenspiel der einzelnen Lagen und nicht durch isolierte Einzelkomponenten.
Gore Fabrics hat vor 50 Jahren als Pionier das erste wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Gore-Tex Material für die technische und leistungsstarke Bekleidungsindustrie eingeführt und damit neue Maßstäbe für Funktionsbekleidung, Schuhe und Accessoires gesetzt. Wir arbeiten nach wie vor an Materialinnovationen mit Lösungen für technische Bekleidung, Schuhe und Accessoires, die zuverlässigen Schutz, Komfort und Langlebigkeit in den Bereichen Consumer, Defense, Safety und Arbeitssicherheit bieten.

„Zu unserem Portfolio gehören führende Namen wie die Marken Gore-Tex und Sitka, die auf fundiertem wissenschaftlichem Knowhow und dem Commitment zu verantwortungsvollem, leistungsstarkem Design basieren“, heißt es abschließend.
Infos unter gore-tex.com und goretexprofessional.com


