D: Großbrand von 500 gepressten Papierballen beschäftigt die Feuerwehr Bruchsal die ganze Nacht
BRUCHSAL (DEUTSCHLAND): Am Mittwochabend, 27. Mai 2026, wurde die Feuerwehr Bruchsal um 20:06 Uhr mit allen Abteilungen und der Führungsgruppe Bruchsal zu einem Großbrand auf ein Betriebsgelände in der Lußhardtstraße alarmiert.
Zur Unterstützung wurden außerdem die Feuerwehren Karlsdorf-Neuthard und Bad Schönborn sowie das Technische Hilfswerk hinzugezogen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannten bereits rund 50 von etwa 500 gelagerten, gepressten Papierblöcken. Das Feuer hatte sich zudem auf angrenzende Papierballen ausgebreitet. Mitarbeitende des Betriebs hatten vor dem Eintreffen der Feuerwehr bereits erste Löschmaßnahmen eingeleitet.
Durch die starke Brand- und Hitzeentwicklung barsten Fensterscheiben einer angrenzenden Halle. Rauch drang in das Gebäude ein und löste dort die automatische Brandmeldeanlage aus. Zur Sicherheit wurde in der Halle gelagerter Papiermüll mit Wasser benetzt und aus dem Gebäude verbracht. Aufgrund der starken Rauchentwicklung im Bereich des Industriegebietes wurde über die NINA-WarnApp eine Warnung an die Bevölkerung geschickt, Fenster und Türen geschlossen zu halten und den Bereich zu meiden. Im Einsatzverlauf, als die Rauchentwicklung nicht mehr vorhanden war, wurde eine Entwarnung gesendet.

Die Feuerwehr übernahm die weiteren Löschmaßnahmen. Um Glutnester freizulegen und gezielt ablöschen zu können, kamen zwei Greifbagger des betroffenen Betriebs zum Einsatz, die durch betriebseigenes Personal bedient wurden. Die Wasserversorgung wurde sowohl über das Hydrantennetz als auch aus einem offenen Gewässer sichergestellt. Aufgrund des hohen Wasserbedarfs erhöhten die Stadtwerke den Wasserdruck. Zusätzlich kamen Netzmittel und Schaummittel zum Einsatz. Im weiteren Verlauf wurde geklärt, dass das anfallende Löschwasser nicht in ein Gewässer gelangt, sondern in Richtung Klärwerk abfließt.
Zur Unterstützung der Einsatzmaßnahmen war auch das Technische Hilfswerk mit Personal und technischem Gerät vor Ort. Die Polizei war zunächst mit mehreren Streifenbesatzungen an der Einsatzstelle und reduzierte ihre Präsenz im weiteren Einsatzverlauf. Auch Oberbürgermeister Sven Weigt verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Lage.

Der Rettungsdienst sicherte die Einsatzkräfte zunächst mit einem Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug ab. Im weiteren Verlauf übernahm die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Bruchsal, bestehend aus Malteser Hilfsdienst und DRK, diese Aufgabe. Ein Mitarbeiter des Betriebs musste aufgrund gesundheitlicher Beschwerden mit einem Rettungswagen zur weiteren medizinischen Abklärung in ein Krankenhaus gebracht werden.
Die Löscharbeiten wurden zwischenzeitlich unterbrochen, um das weitere Vorgehen abzustimmen und einen geeigneten Ablageplatz für den Abtransport der Papierballen sowie des bereits abgelöschten Materials einzurichten. Der Transport erfolgte mit einem Containerfahrzeug des Betriebs. Während der Abräumarbeiten wurden die Papierballen auseinandergezogen und fortlaufend abgelöscht. Dabei traten immer wieder Glutnester und erneute Flammenbildungen auf. Die Rauchentwicklung hielt weiterhin an, zudem bestand innerhalb der Ballen teilweise eine erhebliche Hitzeentwicklung.

Unter der Leitung von Einsatzleiter Andreas Kroll waren insgesamt rund 150 Einsatzkräfte im Einsatz. Bei den Löscharbeiten wurden 30 Atemschutztrupps eingesetzt. Der Einsatz dauerte rund acht Stunden und zog sich bis in die frühen Morgenstunden. Trotz der erheblichen Brandausbreitung kam es nach derzeitigem Kenntnisstand zu keinen schwerwiegenden Personenschäden.
