Magirus richtet Löschfahrzeugportfolio strategisch neu aus → Flex und Core-Modelle sind wieder Geschichte
Magirus richtet sein Löschfahrzeugportfolio laut Aussendung von Anfang Juni 2026 strategisch neu aus und wird die im Jahr 2024 vorgestellten Aufbaukonzepte CORE und FLEX in der bisher präsentierten Form nicht weiterverfolgen. Die Entscheidung ist Teil der laufenden Transformation des Unternehmens mit dem Ziel, Qualität, Wirtschaftlichkeit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Im Zuge der strategischen Weiterentwicklung arbeitet Magirus auch intensiv an einer umfassenden Produkt-, Fertigungs- und Standortstrategie im Bereich Löschfahrzeuge.
Wirtschaftlichkeit und langfristige Kundenorientierung im Fokus
Seit der Vorstellung von CORE und FLEX wurden die zugrunde liegenden Konzepte intensiv bewertet und gemeinsam mit Feuerwehren, Kunden, Partnern und Anwendern diskutiert. Dabei zeigte sich, dass zentrale Annahmen hinsichtlich Skalierungseffekten, Wirtschaftlichkeit und praktischer Umsetzbarkeit unter realen Marktbedingungen nicht in der ursprünglich geplanten Form realisierbar sind.
„Wir haben die Löschfahrzeugkonzepte bewusst kritisch hinterfragt.Die erwarteten Kosteneffekte hätten sich unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren nicht in dem Umfang realisieren lassen, wie ursprünglich angenommen“, erklärt Fatmir Veselaj, Geschäftsführer von Magirus. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass der tatsächliche Mehrwert einzelner Entwicklungsansätze für viele Feuerwehren begrenzt sei. „Unser Anspruch bleibt es, Feuerwehrfahrzeuge wirtschaftlich sinnvoll, langfristig bezahlbar und gleichzeitig qualitativ hochwertig anzubieten“, so Veselaj weiter.

Kundenprojekte werden individuell weitergeführt
Bereits laufende Kundenprojekte werden dabei individuell betrachtet und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Feuerwehren und Partnern zielorientiert und partnerschaftlich weitergeführt. Magirus steht im direkten Austausch mit den jeweiligen Kunden, um verlässliche Lösungen sicherzustellen. Im Mittelpunkt der zukünftigen Löschfahrzeugstrategie stehen neue Ansätze für die nächste Fahrzeuggeneration, die bewährte Magirus-Lösungen mit höherer Prozess- und Fertigungseffizienz verbinden sollen, ohne die notwendige Flexibilität für unterschiedliche Einsatzanforderungen einzuschränken.
„Die Anforderungen der Feuerwehren erfordern weiterhin ein hohes Maß an Flexibilität. Unsere Aufgabe ist es, die notwendige Individualität der Kundenbedürfnisse deutlich effizienter in unseren eigenen Prozessen abzubilden. Genau daran arbeiten wir derzeit mit hoher Priorität“, so Thorsten Marquardt, Head of Global Sales bei Magirus. Die Erkenntnisse aus den Entwicklungsarbeiten an CORE und FLEX fließen dabei unmittelbar in zukünftige Entwicklungen ein. Gleichzeitig setzt Magirus seinen Fokus weiterhin auf Qualität, Verlässlichkeit, Wartungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs hinweg.
Standorte und Service sollen gestärkt werden
Parallel zur Produktstrategie überprüft Magirus aktuell die zukünftige Aufstellung seiner europäischen Produktionsstandorte. Ziel ist eine klare Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe sowie die optimale Nutzung der vorhandenen Kompetenzen an den Standorten Ulm und Premstätten. Entgegen früheren Überlegungen werden keine im Zusammenhang mit CORE diskutierten Personalabbauprogramme umgesetzt. Vielmehr investiert Magirus weiterhin gezielt in seine Standorte, den Ausbau des Kundendienstes sowie die Weiterentwicklung seiner Produkte und Services.
Concept TeamCab zeigt neue Denkansätze
Gleichzeitig arbeitet Magirus bereits an neuen Zukunftsansätzen im Fahrzeugbereich. Mit der auf der Interschutz 2026 vorgestellten Concept TeamCab gibt das Unternehmen einen Ausblick auf innovative Möglichkeiten im Bereich zukünftiger Mannschaftskabinen. Das in Hannover ausgestellte, begehbare Konzeptmodul setzt auf einen innovativen Holzverbundansatz und soll gemeinsam mit Feuerwehren, Experten und Entscheidern als Impuls für einen offenen Dialog über Materialien, Gewicht, Reparaturfähigkeit, Nachhaltigkeit und zukünftige Anforderungen im Feuerwehrfahrzeugbau dienen.

„Wir werden künftig noch stärker gemeinsam mit Anwendern entwickeln. Deshalb verstehen wir die Concept TeamCab bewusst als offenen Denkansatz und Plattform für Austausch – nicht als fertiges Serienprodukt. Der direkte Austausch mit Feuerwehren und Einsatzkräften spielt für uns bei zukünftigen Entwicklungen eine zentrale Rolle“, erklärt Andreas Petrik, Standortleiter bei Magirus in Österreich.


