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Oö: Lange Sperre der A 9 wegen aufwendigen Gefahrguteinsatz mit Chlorbleichlauge bei Ried im Traunkreis

RIED IM TRAUNKREIS (OÖ): Ein umfangreicher Schadstoffeinsatz beschäftigt seit Freitagvormittag, 3. Juli 2026, zahlreiche Einsatzkräfte auf der A9 Pyhrnautobahn bei Ried im Traunkreis. Aufgrund eines Gefahrstoffaustritts musste die Autobahn in Fahrtrichtung Graz während des Einsatzes vollständig gesperrt werden. Der starke Reiseverkehr sorgte in Kombination mit der Totalsperre für erhebliche Verkehrsbehinderungen und lange Staus.

Die Feuerwehren Voitsdorf und Inzersdorf im Kremstal wurden am 3. Juli 2026 gegen 10:18 Uhr mit dem Einsatzstichwort „Schadstoffeinsatz“ auf die A9 Pyhrnautobahn in Fahrtrichtung Graz alarmiert. Bereits kurz nach dem Eintreffen der ersten Kräfte wurde das Einsatzaufgebot deutlich erweitert. In weiterer Folge standen auch die Feuerwehren Kirchdorf an der Krems, Ried im Traunkreis, Lauterbach und Pettenbach im Einsatz.

Zur Bewältigung der anspruchsvollen Lage kamen mehrere Atemschutztrupps zum Einsatz, die im unmittelbaren Gefahrenbereich arbeiteten. Darüber hinaus wurde das Gefahrstofffahrzeug (GSF) der Feuerwehr Pettenbach sowie das Atemschutzfahrzeug (ASF) der Feuerwehr Kirchdorf an der Krems an die Einsatzstelle beordert. Die speziell für Gefahrstoffeinsätze ausgebildeten Kräfte arbeiteten mit entsprechender Schutzausrüstung an der Sicherung der Einsatzstelle sowie an der Eindämmung des Gefahrstoffaustritts.

Im Hintergrund unterstützte zudem der CBRN-Fachberater des Roten Kreuzes die Einsatzleitung. CBRN steht für chemische, biologische, radioaktive und nukleare Substanzen. Der Fachberater bringt bei Einsätzen mit potenziell gefährlichen Stoffen seine Spezialkenntnisse ein und unterstützt die Einsatzkräfte bei der Beurteilung der Lage sowie bei weiteren notwendigen Maßnahmen.

Neben den Feuerwehren standen auch die Polizei, das Rote Kreuz sowie die ASFINAG im Einsatz. Der Verkehr wurde während der Totalsperre von der Autobahn abgeleitet. Dennoch kam es aufgrund des starken Reiseverkehrs zu erheblichen Verzögerungen und kilometerlangen Staus.

Verkehrsteilnehmer wurden ersucht, den Bereich nach Möglichkeit großräumig zu umfahren.

Fotokerschi.at

Info Laumat.at

Sechs Feuerwehren standen am Freitag auf der A9 Pyhrnautobahn bei Schlierbach (Bezirk Kirchdorf an der Krems) im Einsatz. Grund war offenbar ein Schadstoffaustritt aus einem Gefahrgut-Lkw.

Ein Sattelzug stand nach einer Panne auf dem Pannenstreifen der A9 Pyhrnautobahn in Fahrtrichtung Graz, abgesichert vom Streckendienst der ASFINAG. Ein Lenker, der mit seinem Lkw auf der rechten Fahrspur unterwegs war, bemerkte die Pannenstelle offenbar zu spät, verriss sein Fahrzeug nach links, wobei offensichtlich ein Teil der Ladung – großteils sogenannte Poolchemie – verrutscht ist. Der Lkw stand dann am Pannenstreifen.

Aus der verrutschten Ladung kam es dann zu einem Austritt eines vorerst unbekannten Stoffes. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten dann unter besonderen Schutzvorkehrungen die Ladung händisch umschlichten, um zu den beschädigten Behältern vorzudringen. Ein Bergeunternehmen stand ebenfalls bereits im Einsatz, um die betroffene Ladung in der Folge abzutransportieren.

Eine Dekontaminationsstraße der Feuerwehr wurde errichtet. Neben einem Verantwortlichen der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf an der Krems waren auch mehrere speziell geschulte Kräfte am Einsatzort, wie das Drohnenteam der Feuerwehr und die Kräfte des Gefährliche Stoffe-Fahrzeuges.

Auch im Hintergrund kam beispielsweise ein CBRN-Fachberater des Roten Kreuzes (CBRN steht für chemische, biologische, radioaktive und nukleare Substanzen) zum Einsatz, der vor allem auch in der Anfangsphase die eingesetzten Rettungskräfte über die Eigenschaften beziehungsweise zu beachtende Gefahren am Einsatzort aufklärt.

Am Nachmittag konnte dann das beschädigte Gebinde ausfindig gemacht werden, bei dem ausgetretenen Stoff soll es sich um eine Hypochloritlösung – auch als Chlorbleichlauge bekannt – handeln, welche zur Wasseraufbereitung bei Swimmingpools eingesetzt wird.

Die A9 Pyhrnautobahn war zwischen Ried im Traunkreis und Inzersdorf im Kremstal in Fahrtrichtung Graz fast acht Stunden totalgesperrt. Der Verkehr wurde bei Ried im Traunkreis auf die B138 Pyhrnpass Straße abgeleitet. Pkw, die vor der Einsatzstelle standen, wurden abgeleitet, Lkw mussten die Dauer der Sperre abwarten. Der Rückstau vor der Ableitung betrug rund acht Kilometer. Auf der Umleitungsstrecke kam es zu erheblichen Verzögerungen.

Pressefotos Laumat.at

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