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Schweiz: Fünf Vermisste und acht Verletzte bei Großbrand in Thusis → eingestürztes Treppenhaus erschwert Suche

THUSIS (SCHWEIZ): Ein verheerender Gebäudebrand hat in der Nacht auf Freitag, 21. August 2026, in Thusis im Schweizer Kanton Graubünden einen Großeinsatz ausgelöst. Ein Gebäude mit Restaurant und Wohnungen brannte vollständig aus. 14 Personen konnten das Haus verlassen, acht von ihnen wurden verletzt. Zwei Personen erlitten schwere Verletzungen. Fünf Bewohner werden nach wie vor vermisst – wobei derzeit noch nicht feststeht, ob sie sich beim Ausbruch des Feuers überhaupt im Gebäude befunden haben.

Kurz nach Mitternacht ging bei der Kantonspolizei Graubünden die Meldung über den Brand ein. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits größere Teile des mehrgeschossigen Gebäudes erfasst. „Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer im zweiten Stock des Gebäudes aus“, teilte die Kantonspolizei am Freitagmorgen mit. Knapp 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren Thusis, Cazis, Oberer Heinzenberg, Ems Chemie und Albula wurden zur Brandbekämpfung aufgeboten.

Treppenhaus stürzt während des Brandes ein

Eine besondere Schwierigkeit entwickelte sich im Inneren des Gebäudes. Im Verlauf des Brandes stürzte das Treppenhaus ein und versperrte damit einen wesentlichen Zugangsweg. Die Kantonspolizei schilderte die Situation so: „Weil das Treppenhaus einstürzte, musste das Dach mit einem Kran geöffnet werden.“ Damit sollten den Einsatzkräften weitere Möglichkeiten geschaffen werden, in beziehungsweise an das ausgebrannte Gebäude heranzukommen.

Die Suche nach den fünf vermissten Bewohnern gestaltete sich dadurch entsprechend schwierig. Am Freitagvormittag war zudem noch völlig offen, ob sich diese Menschen während des Feuers tatsächlich im Haus aufgehalten hatten. Anita Senti, Leiterin Kommunikation der Kantonspolizei Graubünden, erklärte gegenüber Schweizer Medien, dass der Aufenthaltsort der fünf Personen noch nicht habe geklärt werden können. Die Polizei wisse daher auch nicht, ob sie beim Brandausbruch im Gebäude oder andernorts gewesen seien. In dem Gebäude wohnten nach Angaben der Polizei vorwiegend Einzelpersonen verschiedener Nationalitäten in kleinen Studios. Weitere Angaben zu den Vermissten wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht gemacht.

Mit raschen Antworten ist offenbar nicht zu rechnen. Eine Sprecherin der Kantonspolizei erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die Arbeiten andauerten und es mehrere Tage dauern könne, bis weitere Erkenntnisse vorliegen.

Zwei Menschen schwer verletzt

Insgesamt gelang es 14 Personen, das brennende Gebäude zu verlassen. Acht von ihnen wurden verletzt. Nach Angaben der Kantonspolizei erlitten zwei Personen schwere, zwei mittelschwere und vier leichte Verletzungen. Teams der Rettungsdienste Mittelbünden, Chur, Schiers und Surselva sowie eine Crew der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega übernahmen die notfallmedizinische Versorgung. Die Verletzten wurden anschließend in die Spitäler nach Chur, Thusis, Ilanz und Zürich gebracht.

Für Betroffene, Angehörige und auch Einsatzkräfte wurde das Careteam Grischun mit vier Mitarbeitern aufgeboten. Die Gemeinde Thusis organisierte Unterkunft und Verpflegung. Unterstützend standen zudem Angehörige des Samaritervereins Thusis sowie Einsatzkräfte der Stadtpolizei Chur und 16 Kräfte der Kantonspolizei Graubünden im Einsatz. Auch Mitarbeiter des Amtes für Natur und Umwelt sowie ein Fischereiaufseher wurden an die Brandstelle beordert.

Brandursache offen

Zur Ursache des folgenschweren Brandes liegen mit Stand Freitagnachmittag noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Kantonspolizei Graubünden hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. Fest steht bislang lediglich, dass der Ausgangspunkt des Feuers nach ersten Ermittlungen im zweiten Stock des Gebäudes gelegen haben dürfte. Spekulationen über eine konkrete Ursache sind derzeit nicht bestätigt.

Interessant ist auch die Vorgeschichte des betroffenen Standortes: Schweizer Medien identifizieren das ausgebrannte Gebäude als Restaurant Beverin mit darüberliegenden Wohnräumen. Dieses Haus war bereits bei einem schweren Großbrand im Juli 2016 betroffen. Damals brannten ein benachbartes Wohnhaus und eine alte Schreinerei vollständig nieder. Rund 120 Feuerwehrkräfte verhinderten jedoch ein Übergreifen auf das Restaurant Beverin; das Gebäude erlitt seinerzeit vor allem Rauch- und Wasserschäden. Auch Fireworld.at hatte damals über diesen Einsatz berichtet (in absehbarer Zeit importieren wir übrigens wieder 54.000 Beiträge aus den Jahren 2001 bis 2015 aus dem alten System).

Der aktuelle Stand am Nachmittag des 21. August 2026 bleibt damit angespannt: Fünf Menschen gelten weiterhin als vermisst, während die Einsatz- und Ermittlungsarbeiten am schwer beschädigten Gebäude fortgesetzt werden.

Der Einsatz im Juli 2016: Schweiz: Großbrand zerstört eine alte Schreinerei und ein Wohnhaus in Thusis

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