D: Großeinsatz bei Dachstuhlbrand in Realschule
PADERBORN (D): Am Dienstagvormittag, dem 25. August 2026, wurde die Feuerwehr Paderborn um 9.38 Uhr zunächst zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in der Realschule St. Michael in der Michaelstraße alarmiert. Vor Ort entwickelte sich die Lage rasch zu einem massiven und stundenlangen Dachstuhlbrand.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte meldeten Bauarbeiter und der Hausmeister eine Rauchentwicklung im Dachbereich, die bereits mit Feuerlöschern bekämpft worden war. Während von außen zunächst nichts auf ein offenes Feuer hindeutete, entdeckten die Trupps bei der Erkundung eine starke Verrauchung im inneren Dachbereich des fünfgeschossigen Gebäudes. Fast zeitgleich schlugen Flammen im Firstbereich durch. Umgehend wurde das Alarmstichwort auf Dachstuhlbrand erhöht und weitere Einheiten nachgefordert.
Um den Brand einzudämmen, wurden Einsatzabschnitte an der Vorder- und Rückseite sowie im Innen- und Außenbereich gebildet. Drei Drehleitern und bis zu sechs Trupps unter Atemschutz gingen zeitgleich in den Einsatz. Da sich das Feuer unterhalb der Dachhaut in der Dämmung rasch ausbreitete, musste die Eindeckung unter massivem Kräfteaufwand geöffnet werden. Hierbei kamen auch Höhenretter zum Einsatz.

Erschwert wurden die Arbeiten durch starken Wind und extrem dichten Rauch. Aufgrund der hohen Gefährdung musste der Innenangriff mehrfach unterbrochen werden. In der Spitze kämpften rund 130 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Da die Atemschutzreserven der Stadt und des Kreises Paderborn zur Neige gingen, wurde Unterstützung aus dem Kreis Höxter angefordert. Zudem kam ein Speziallöschsystem der Berufsfeuerwehr Bielefeld zum Einsatz, um Hohlschichten im Dach gezielt zu kühlen. Drohnen mit Wärmebildkameras halfen bei der Lokalisierung von Glutnestern.
Wegen der starken Rauchentwicklung warnte die Kreisleitstelle die Bevölkerung in der westlichen Innenstadt über Warn-Apps. Das angrenzende Kloster musste evakuiert werden, da der Brandrauch auch in den Wohnbereich der Ordensschwestern zog.
Im Verlauf des Einsatzes erlitten ein Schulmitarbeiter sowie zwei Feuerwehrkräfte Kreislaufprobleme. Sie wurden vom Rettungsdienst versorgt; zwei Personen kamen zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser.

Gegen Abend konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch mit abgelösten Kräften durch die gesamte Nacht. Zur Brandursache und Schadenshöhe hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.
Paralleleinsatz auf der A33
Während des Großbrandes sicherten weitere Einheiten den Grundschutz für das Stadtgebiet ab. Diese wurden um 12:54 Uhr zu einem vermeintlich schweren Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf die Autobahn 33 alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein auf der Fahrbahn zerstörtes Mobiltelefon automatisch einen Notruf (eCall) ausgelöst hatte. Die Kräfte konnten nach rund 30 Minuten wieder einrücken.
