Australien: 8.000 Liter pro Minute – Feuerwehr stationiert drei neue Hochleistungspumpsysteme
NEW SOUTH WALES (AUSTRALIEN): Fire and Rescue NSW (FRNSW) verstärkt seine Fähigkeiten bei Großbränden und Hochwassereinsätzen mit drei neuen mobilen Hochleistungspumpsystemen. Die sogenannten „Bulk Water Transfer Units“ können jeweils bis zu 8.000 Liter Wasser pro Minute fördern und führen einen Kilometer Schlauchleitung mit. Insgesamt investierte die Feuerwehr 3,89 Millionen australische Dollar in die Pumpensysteme samt Transportfahrzeugen.
Bei den drei Anlagen handelt es sich um Hytrans-Systeme. Sie werden strategisch über den australischen Bundesstaat New South Wales verteilt und in Bangalow im Northern-Rivers-Gebiet, Molong im Central West sowie Albury an der Grenze zum Bundesstaat Victoria stationiert. Damit soll die Spezialtechnik bei größeren Schadenslagen schneller in unterschiedlichen Regionen verfügbar sein.
8.000 Liter Wasser pro Minute
Die mobilen Systeme sind für den Transport großer Wassermengen über längere Strecken ausgelegt. Nach Angaben von Fire and Rescue NSW erreicht jede Einheit eine Förderleistung von bis zu 8.000 Litern pro Minute. Jedes System führt rund einen Kilometer groß dimensionierte Schlauchleitung mit. Dadurch kann beispielsweise Löschwasser von weiter entfernten offenen Wasserentnahmestellen zu einer Einsatzstelle transportiert werden, wenn das örtliche Hydrantennetz nicht ausreicht oder nicht zur Verfügung steht.
Eine weitere Besonderheit ist die Wasserentnahme aus großen Tiefen. Laut FRNSW können die Pumpensysteme Wasser aus bis zu 60 Metern Tiefe fördern. Der Hersteller Hytrans setzt bei seinen HydroSub-Systemen auf hydraulisch angetriebene Tauchpumpen. Diese werden zur Wasserentnahme direkt in eine offene Wasserquelle eingebracht und über ein dieselbetriebenes Hydraulikaggregat versorgt.
Nicht nur für Großbrände
Die Technik ist jedoch nicht ausschließlich für die Löschwasserversorgung vorgesehen. Einen ebenso wichtigen Aufgabenbereich stellt der Hochwassereinsatz dar. Mit den Systemen können große Wassermengen aus überfluteten Straßen, tiefer gelegenen Bereichen und anderen Überschwemmungsgebieten abgepumpt und über größere Entfernungen abgeleitet werden. Dass dieses Einsatzkonzept funktioniert, konnte Fire and Rescue NSW bereits praktisch erproben. Bei den schweren Überschwemmungen an der Mid North Coast im Mai 2025 wurden entsprechende Systeme eingesetzt, um unter anderem die Hauptstraßen von Kempsey von Hochwasser zu befreien.
Auch bei Großbränden kam die Technik bereits zum Einsatz. Beim Brand einer größeren Fabrik in Kurri Kurri im November 2021 förderte eine ältere Bulk-Water-Transfer-Einheit Löschwasser über eine Strecke von mehr als einem Kilometer zu den eingesetzten Löschfahrzeugen.
Zusatzmodul schafft bis zu 50.000 Liter pro Minute
Für besonders große Schadenslagen verfügt Fire and Rescue NSW darüber hinaus über ein weiteres Modul mit nochmals deutlich höherer Leistung. Nach Angaben von FRNSW-Kommandant Jeremy Fewtrell können damit bis zu 50.000 Liter Wasser pro Minute bewegt werden. Dieses System ist insbesondere für außergewöhnlich große Entwässerungsaufgaben vorgesehen. Fewtrell bezeichnet die Pumpentechnik als unscheinbar, im Katastropheneinsatz jedoch außerordentlich wertvoll. Fire and Rescue NSW sei nach eigenen Angaben derzeit die einzige Feuerwehrorganisation Australiens, die über diese Technologie verfüge. Die Einsatzmannschaften befinden sich derzeit in der abschließenden Ausbildungsphase für die drei neuen Systeme.
Strategische Verteilung über New South Wales
Die Stationierung an drei unterschiedlichen Standorten soll vor allem die Reaktionszeiten verkürzen. Bislang mussten entsprechende Spezialkomponenten bei größeren Ereignissen teilweise über erhebliche Entfernungen an die Einsatzstelle gebracht werden. New South Wales umfasst eine Fläche von mehr als 800.000 Quadratkilometern. Durch die Standorte Bangalow, Molong und Albury soll nun eine bessere geografische Abdeckung erreicht werden.
Der für Rettungsdienste zuständige Minister von New South Wales, Jihad Dib, spricht von einem „Schutzring“ an strategischen Standorten. Bei größeren Feuer- oder Hochwasserlagen könnten die Systeme auch anderen Einsatzorganisationen und betroffenen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.
Mit der Kombination aus hoher Förderleistung, schneller Schlauchverlegung und der Möglichkeit, große Wassermengen sowohl zuzuführen als auch abzupumpen, sind die neuen Einheiten damit nicht nur klassische Feuerwehr-Sonderfahrzeuge, sondern vor allem ein Instrument für länger dauernde Großschadens- und Katastropheneinsätze.
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