Top-BeiträgeÜbungen

Oö: Hubschrauberabsturz in die Donau mit rund 80 Einsatzkräften beübt

ASCHACH AN DER DONAU (OÖ): Rund 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserrettung, Polizei, Rotem Kreuz und Samariterbund standen am Nachmittag des 17. Oktober 2026 in Aschach an der Donau (Bezirk Eferding) im Übungseinsatz. Angenommen wurde der Absturz eines Hubschraubers in die Donau, wobei mehrere Personen im Fluggerät eingeschlossen bzw. im Wasser vermisst wurden. Neben der Personensuche und -bergung stand auch die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einsatzorganisationen im Mittelpunkt.

Von Hermann Kollinger

Die Freiw. Feuerwehr Aschach an der Donau hatte für Samstag, 17. Oktober 2026, ein außergewöhnliches Übungsszenario vorbereitet. Dafür stand ein ausgedienter, für derartige Übungen eigens präparierter Hubschrauber des Bundesheeres zur Verfügung. Dieser war bereits am Morgen mit Unterstützung eines Kranfahrzeuges in der Donau versenkt worden.

Alarmierung um 14 Uhr

Um 14 Uhr wurden die örtlichen Einsatzkräfte mit Unterstützung mehrerer Wasserdienst-Feuerwehren sowie Feuerwehr-Tauchergruppen aus der Umgebung (Teile aus den Stützpunkten 1 und 6) zu einem angenommenen Hubschrauberabsturz in die Donau alarmiert. Das Fluggerät war in der Strömung des Flusses untergegangen.

Erste Informationen deuteten darauf hin, dass möglicherweise Passagiere beim Aufprall aus dem Hubschrauber geschleudert worden waren und das Ufer auf der Mühlviertler Donauseite erreicht haben könnten. Dies war Anlass für die weitere Alarmierung der Rettungshunde des Samariterbundes, die im dortigen Waldgebiet die Suche nach möglicherweise vermissten Personen aufnehmen sollten.

Taucherkoordinierung bei schwierigen Bedingungen

Die eingetroffenen Feuerwehrtaucher wurden nach einer Lagebesprechung in zwei Teams aufgeteilt. Eines sollte sich auf die Suche nach dem Fluggerät und den darin vermuteten Personen machen, während ein zweites eine Suchkette bilden und stromabwärts nach möglicherweise abgetriebenen Passagieren suchen sollte.

Die Bedingungen in der Donau bedeuteten für die Froschmänner eine entsprechende Herausforderung. Neben der Strömung des Flusses erschwerten Sichtweiten von lediglich 50 bis 75 Zentimetern die Suche. Hinzu kam eine Wassertemperatur von nur 13 Grad, die den Tauchern bei ihren Arbeiten ebenfalls einiges abverlangte.

Erstes Opfer aus Hubschrauber geborgen

Ein erstes Übungsopfer konnte von den Tauchern relativ rasch aus dem Hubschrauber geborgen werden. Dieser hatte sich auf das Dach gedreht und lag mit den Kufen nach oben in der Donau. Ein weiterer Passagier war im Fluggerät eingeklemmt, sodass dessen Bergung erst nach dem Heben des Hubschraubers in Betracht gezogen wurde.

Erfolgreich verlief auch die Suche des zweiten Taucherteams. Dieses konnte nicht nur das gesuchte Opfer finden, sondern ungeplant auch eine weitere Puppe bergen, die bei einer früheren Übung abhandengekommen war.

Personensuche am gegenüberliegenden Donauufer

Per Feuerwehrboot wurden die Rettungshundeteams des Samariterbundes auf die Mühlviertler Donauseite gebracht, wo sie die entsprechende Personensuche im Waldgebiet aufnahmen. Auf der Aschacher Seite hingegen wurde vorsorglich eine Ölsperre errichtet. Damit sollte auch die Vorgehensweise bei einem möglichen Austritt von Treibstoff aus dem abgestürzten Luftfahrzeug beübt werden.

Hubschrauberbergung mit Seilwinde und Kran

Die Lage des Fluggerätes erlaubte zunächst keinen Einsatz eines Hebeballons. Aufgrund der Nähe zum Ufer brachten die Feuerwehrtaucher in der Strömung zuerst ein Seil am Hubschrauber an, um diesen mithilfe einer Seilwinde nach Möglichkeit wieder auf die Kufen zu stellen.

Da dieses Vorhaben einwandfrei funktionierte, entschied man sich, den Hubschrauber gleich direkt auf den Kufen stehend ans Ufer zu ziehen. Dort übernahm schließlich ein Wechselladerfahrzeug mit Kran die Aufgabe, das Luftfahrzeug zur weiteren Untersuchung auf einen Tieflader zu heben.

Zusammenarbeit als wesentlicher Übungsschwerpunkt

Neben der Suche und Bergung von Personen sowie dem technischen Teil der Hubschrauberbergung lag ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Koordinierung der unterschiedlichen Einsatzkräfte.

Wie auch Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant Christian Müller gegenüber dem ORF erläuterte, bestand die besondere Herausforderung darin, die verschiedenen Spezialbereiche – vom Taucheinsatz über die Personensuche bis zur Ölwehr – entsprechend aufeinander abzustimmen.

Die Übung sollte dazu beitragen, die Abläufe für einen möglichen Ernstfall zu trainieren und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Einsatzorganisationen weiter zu verbessern.

Freiw. Feuerwehr Aschach an der Donau

Freiw. Feuerwehr Alkoven

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert