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Bayern: Hitlers früheren Rückzugsort (Kehlsteinhaus) in Flammen → 33-Jähriger unter dringendem Brandstiftungsverdacht

BERCHTESGADEN (BAYERN): Nach dem verheerenden Großbrand am Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden in der Nacht auf Samstag, 24. Oktober 2026, haben sich die Verdachtsmomente gegen einen 33-jährigen Mann erhärtet. Der Deutsche wurde inzwischen auf richterliche Anordnung vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das historische Gebäude in 1.834 Metern Seehöhe wurde durch das Feuer weitgehend zerstört. Während die Kriminalpolizei wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt, dauerten die aufwendigen Nachlöscharbeiten auch am Samstagnachmittag noch an.

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Samstagnachmittag mitteilte, war der Brand am Freitag, 23. Oktober 2026, gegen 21.15 Uhr gemeldet worden. Die alarmierten Feuerwehren konnten bereits während der Anfahrt erkennen, dass das Kehlsteinhaus in Vollbrand stand. Rund 200 Einsatz- und Rettungskräfte von Feuerwehren aus sechs Gemeinden, der Kreisbrandinspektion, dem Bayerischen Roten Kreuz, der Bergwacht und der Polizei standen während der Nacht im Einsatz.

Feuerwehr musste unter schwierigsten Bedingungen arbeiten

Die exponierte Lage des Kehlsteinhauses erschwerte die Brandbekämpfung erheblich. Die Einsatzkräfte mussten über die steile Kehlsteinstraße zum Brandobjekt gelangen und dabei rund 700 Höhenmeter überwinden. Zusätzlich machten Regen, Schneefall und starker Wind den Feuerwehren zu schaffen. Zeitweise mussten die Löschmaßnahmen aufgrund der gefährlichen Wetter- und Einsatzbedingungen unterbrochen werden. Am Samstagmorgen wurden die Arbeiten fortgesetzt. Die starke Rauchentwicklung sowie die Gefahren durch beschädigte Gebäudeteile erschwerten den Zugang zum Brandobjekt. Die Löscharbeiten dauerten auch am Samstagnachmittag noch an. Nach bisherigen Erkenntnissen kamen durch den Brand keine Menschen zu Schaden.

Feuerwehrkräfte bemerkten verdächtigen Motorradfahrer

Bereits kurz nach dem Brandausbruch war Einsatzkräften auf der Kehlsteinstraße ein Motorradfahrer aufgefallen. Der Mann wurde gegen 21.45 Uhr vorläufig festgenommen. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gestaltete sich das Anhalten des Verdächtigen auf der engen Bergstraße schwierig. Im Laufe des Samstags erhärteten sich die Verdachtsmomente gegen den 33-jährigen deutschen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in Berlin. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden besteht inzwischen der dringende Verdacht, dass der Mann das Feuer vorsätzlich gelegt haben könnte.

Ein psychiatrischer Sachverständiger stellte im Rahmen eines Kurzgutachtens eine psychische Erkrankung des Beschuldigten fest. Die Staatsanwaltschaft Traunstein beantragte daraufhin dessen einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Ein Ermittlungsrichter erließ einen entsprechenden Unterbringungshaftbefehl. Die Kriminalpolizei brachte den Mann anschließend in eine psychiatrische Einrichtung.

Brandermittler können Gebäude noch nicht betreten

Die Kriminalpolizei Traunstein führt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein die weiteren Ermittlungen. Wegen der erheblichen Gefahren am weitgehend ausgebrannten Gebäude war es den Brandermittlern bislang nicht möglich, das Objekt gefahrlos zu betreten. In den kommenden Tagen sollen die Untersuchungen mit Unterstützung eines Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes fortgesetzt werden. Auch die Hintergründe und das Motiv der mutmaßlichen Brandstiftung sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Dabei wird auch ein möglicher politischer Hintergrund geprüft. Der entstandene Sachschaden wird nach ersten Einschätzungen auf mehrere Millionen Euro beziffert. Eine genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest.

Polizeivideo

Sperrzone und Drohnenflugverbot

Der Bereich rund um das Kehlsteinhaus bleibt weiterhin gesperrt. Zusätzlich wurde eine Flugverbotszone für Drohnen eingerichtet. Die Polizei ersucht Wanderer und Bergsteiger, das Gebiet großräumig zu meiden, um die Einsatz- und Ermittlungsarbeiten nicht zu behindern. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sprach sich bereits für eine Wiederherstellung des historisch bedeutsamen Gebäudes aus. Wie diese erfolgen könnte, ist angesichts des Schadensausmaßes derzeit allerdings noch offen.

Stand: 24. Oktober 2026, Abend.

Siehe dazu auch: Bayern: Großbrand am Kehlsteinhaus in Berchtesgaden → „Eagles Nest“ in Flammen

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