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Dutzende Tote bei Feuer in Studentenheim

Moskau (Russland): Bei der verheerendsten Brandkatastrophe in Moskau seit mehr als zehn Jahren sind in einem Studentenheim in der Nacht auf Montag, 24. November 2003, mindestens 32 Bewohner ums Leben gekommen. 139 Menschen wurden verletzt und mit Rauchgasvergiftungen und Knochenbrüchen in Krankenhäuser gebracht, teilte ein Polizeisprecher Montagfrüh mit.

Mehrere Studenten hätten sich durch Sprünge aus den Fenstern des fünf Stockwerke hohen Gebäudes gerettet und sich dabei Arm- und Beinbrüche oder Verletzungen an Kopf oder Wirbelsäule zugezogen, meldete Interfax. In dem fünfgeschossigen Gebäude der Universität der Völkerfreundschaft hielten sich bei Ausbruch des Feuers 280 ausländische Studenten aus mehr als 100 Ländern auf.
Das Feuer in der Patrice-Lumumba-Hochschule im Südwesten der Stadt war nach ersten Erkenntnissen gegen 2.30 Uhr (00.30 Uhr MEZ) in einem so genannten Quarantänezimmer für drei neu angekommene Studentinnen aus Nigeria ausgebrochen. Als die Einsatzkräfte am frühen Morgen am Brandort eintrafen, standen etwa 1.000 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Etagen in Flammen. Nach Angaben der Feuerwehr handelt es sich bei den Toten um Studenten aus China, Bangladesch, Vietnam und mehreren afrikanischen Staaten.

Drei Stunden nach dem ersten Alarm konnten die Feuerwehrleute den Brand löschen. Die Brandursache ist nach wie vor nicht bekannt. Die Ermittlungen seien aufgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur ITAR-TASS. Die Behörden schließen Brandstiftung nicht aus, da es in der Vergangenheit an der betroffenen Universität immer wieder rassistisch motivierte Übergriffe ab.

Die Hochschule war 1960 als Kaderschmiede für befreundete Staaten der Sowjetunion gegründet worden. Nach der Auflösung der Sowjetunion verlor die Hochschule ihre frühere Bedeutung als Vorzeige-Universität für Studenten aus der Dritten Welt. Die meisten Gebäude müssten renoviert werden, doch fehlt es bisher an den dafür benötigten Mitteln. Bereits am 12. Juli dieses Jahres waren bei einem Feuer in einem Wohnheim der Universität im Südwesten Moskaus Studenten verletzt worden.

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