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Methanol-Güterzug stand in Flammen

Himberg (Nö): Ein Güterzug ist in der Nacht in Himberg im Bezirk Wien-Umgebung aus bisher ungeklärter Ursache entgleist. Dabei sind neun mit hochexplosivem, giftigem Methanol beladene Kesselwagen in Brand geraten.

Um 02.25 ist der mit insgesamt 779 Tonnen Methanol beladene Güterzug entgleist. Bei dem Unfall sind neun Kesselwaggons leck geschlagen und in Brand geraten. Erst nach Stunden gelingt es der Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Laut Feuerwehr ist immer wieder Methanol aus den lecken Waggons getreten . Die Einsatzkräfte haben daraufhin immer wieder versucht die Waggons zu kühlen um so ein weiteres entzünden zu verhindern. Um ca. 7.45 Uhr konnte der Brand von der Feuerwehr gelöscht werden. Wegen der hohen Explosionsgefahr konnten die Löscharbeiten erst um 4.00 Uhr begonnen werden. Aus Sicherheitsgründen sind 15 Menschen aus einem angrenzenden Wohngebiet in Sicherheit gebracht worden. Eine Firma, in der Chlor lagert, wird ebenfalls evakuiert. Die B15 und die Landstraße 2020 werden großräumig gesperrt.
Derzeit ist nach wie vor unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Laut einem Sprecher der ÖBB wird angenommen, dass ein technisches Gebrechen zum Unfall geführt habe. Der ungarische Güterzug sei, laut ÖBB, auf freier Strecke aus den Gleisen gesprungen.

Die Aufräumarbeiten an der Unglücksstelle werden vermutlich noch Stunden dauern. Für den Pendlerverkehr auf der Ostbahn ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet worden. Internationale Zugsverbindungen wurden teils großräumig umgeleitet. Zugsreisende müssen, laut ÖBB, immer wieder mit Verspätungen rechnen.

Update per 17.00 Uhr:
Die Gesamtlage ist stabil. So lange sich Methanol in den Tanks befindet, müssen diese gekühlt bzw. unter einer Schaumdecke gehalten werden. Die gesamte Materie wird jetzt in Kesselwaggons umgepumpt, wobei ausschließlich spezielle Pumpen verwendet werden können. Vier Stützpunktfeuerwehren für Umweltschutz werden dabei durch Fachberater, u.a. aus dem deutschen Burghausen. Sämtliche Arbeiten müssen unter Verwendung von Schutzanzügen und Atemschutzgeräten durchgeführt werden. Aufgrund des hohen Aufwandes ist mit einem länger dauernden Einsatz zu rechnen.
Die Brandbekämpfung und die Erstmaßnahmen wurden in den Morgenstunden von Kräften aus den Feuerwehrabschnitten Schwechat-Land und Schwechat-Stadt durchgeführt. Zur Unterstützung und Ablösung stehen Einsatzzüge aus Klosterneuburg und Purkersdorf im Einsatz. Spezialkräfte wurden durch die Feuerwehren Wr. Neudorf, Schwechat-Mitte, OMV-Schwechat und Flughafen Schwechat herangezogen. Insbesondere mussten mehrere 1000 l alkoholbeständiges Schaummittel bereitgestellt werden. Die Gesamtkoordination lag beim Bezirksführungsstab Wien-Umgebung. Durch einen raschen Ersteinsatz konnte seitens der Feuerwehr wesentlich zur Schadensminimierung beigetragen werden, insbesondere gelang es eine Gefährdung der Bevölkerung abzuwenden.

Update per 24.12.:
Nach dem gestrigen Brand von neun mit Methanol gefüllten Kesselwaggons im Bereich des Bahnhofes Himberg, Bez. Wien-Umgebung ist der Feuerwehreinsatz in den Morgenstunden zu Ende gegangen: Nach den Lösch- und Sicherungsmaßnahmen konnte das verbliebene Methanol umgepumpt werden. Vier speziell ausgerüstete Umweltschutz-Feuerwehren unterstützen dabei die Kräfte aus dem Raum Schwechat. Auch konnten die Drainagen und Abflussschächte frei von der explosiven Materie gemacht werden. Zur Stunde arbeiten die ÖBB an der Bergung der Zugsgarnitur.

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