Technisch

Lkw bohrte sich in Wohnhaus!

Roitham (Oö): Die Ortschaft Kemating in der Gemeinde Roitham (Bez. Gmunden) war in den Mittagsstunden des 26. März 2004 Schauplatz eines schweren Verkehrsunfalls. Die 33-jährige Lenkerin eines Kleintransporters kam aus unbekannter Ursache in einer leichten Kurve leicht nach rechts von der Fahrbahn ab. In der Folge geriet das Zustellfahrzeug ins Schleudern, touchierte die Leitplanke und prallte anschließend frontal gegen einen entgegenkommenden, voll mit Zement beladenen Sattelschlepper.

Die Folgen des Zusammenstoßes waren verheerend: Die Frau wurde beim Aufprall aus dem Fahrzeug in eine Wiese geschleudert. Sie erlitt dabei schwerste Verletzungen im Kopfbereich und verlor ein Bein…

Das Schwerfahrzeug, gelenkt von einem 33-jährigen Mann, dürfte nach dem Frontalzusammenstoß ins Schleudern geraten sein. In der Folge donnerte der Sattelschlepper mit voller Wucht in ein direkt neben der Bundesstraße stehendes Wohnhaus. Die Zugmaschine des Lasters schob sich komplett in das Schlafzimmer im Erdgeschoß des Hauses und zerstörte auch die Deckenkonstruktion sowie obere Teile des Gebäudes. Glücklicherweise befand sich zu diesem Zeitpunkt niemand mehr in den beiden betroffenen Räumen des Hauses, die Bewohner haben eines davon nicht lange zuvor verlassen und befanden sich in einem angrenzenden Zimmer.

Durch die massive Deformierung des Zugfahrzeuges wurde der Brummi-Lenker in seinem Wrack eingeklemmt – aber – es grenzt bereits an ein Wunder – er überlebte und war auch ansprechbar! Die anrückenden Einsatzkräfte führten zuerst die unbedingt erforderlichen Pölzarbeiten durch, um die Rettung des eingeklemmten Lenkers mit möglichst hoher Eigensicherheit durchführen zu können! Mit mehreren Bergegeräten und Rettungszylindern gelang es den Feuerwehrleuten im Zuge einer mühevollen und auf teilweise engstem Raum vollzogenen Befreiungsaktion, den Lkw-Fahrer aus seiner misslichen Lage zu befreien und dem Rettungsdienst zu übergeben.

Im Anschluss wurde der Auflieger des Sattelschleppers mit einem Kranfahrzeug angehoben, weggezogen und mit einem Ersatz-Lkw abtransportiert. Die Zugmaschine konnte nach weiteren Sicherungsarbeiten am Gebäude, die durch einen Baumeister überwacht wurde, per Seilwinde aus dem schwer beschädigten Wohnhaus gezogen werden.

Im Einsatz standen die FF Roitham, FF Bad Wimsbach, FF Stadl-Paura, BTF Steyrermühl sowie die FF Vöcklabruck. Die Bundesstraße 144 war bis in die frühen Abendstunden komplett gesperrt. Nach den Bergungsarbeiten musste die Fahrbahn auch noch von Öl gereinigt werden.

Der nicht alltägliche und schwierige Einsatz war von einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Feuerwehren, dem Rettungsdienst, der Gendarmerie, dem Firmenbesitzer und allen anderen Beteiligten geprägt.

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