Tirol: Das GTLF 12000 / 500 / 250 der Feuerwehr Wörgl
Wörgl (Tirol): Detail-Vorstellung des Großtanklöschfahrzeuges der Freiw. Feuerwehr Wörgl, welches 2004 in den Dienst gestellt wurde.
Warum hat sich die Freiwillige Feuerwehr Wörgl für den Ankauf dieses Fahrzeug entschieden?

- Wörgl ist zwar eine Kleinstadt mit knapp 12.000 Einwohnern, hat aber als Einkaufstadt mit der größten Dichte an Handelsbetrieben sowie als Schulstadt und durch die Lage als Verkehrsknotenpunkt im Tiroler Unterland ein Einzugsgebiet von 125.000 Menschen und mehr.
- Die Stadt mit ihren zahlreiche Schulen, Kaufhäuser dem Gewerbegebiet mit enormen Brandlasten, Lkw-Terminal sowie 70 Tiefgaragen gehören ebenso zum Einsatzgebiet wie 30 km Autobahn ein ÖBB Verkehrsknoten mit 3 Zulaufstrecken und in nächster Zukunft ein 1200 m langer Straßentunnel. Und die Stadt expandiert weiter.
- Als Stützpunktfeuerwehr für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung gehört auch die Region Wörgl und darüber hinaus zum Einsatzgebiet der FF-Wörgl.
- Die FF Wörgl besaß seit 1979 eine GTLF 12000/200/250, welches auf Grund des hohen Alters (32 Jahre) und durch einen sich anbahnenden Motorschaden ersetzt werden musste. Dieses Fahrzeug wurde gebraucht angekauft und in unzähligen Stunden vom Holztransporter zu einem GTLF durch die Kameraden der FFWörgl umgebaut. Der Eigenbau konnte in der heutigen Zeit nicht mehr realisiert werden.

Darum entschloss sich die FF Wörgl auf Grund der Einsatzerfahrung der letzten 25 Jahre, ein Fahrzeug das den gestellten Anforderungen entsprach, bei der Gemeindeführung zu beantragen. Die Verantwortlichen beschlossen nach einigen Verhandlungsrunden den Kauf eines GTLF, wobei sich die FF Wörgl mit einem Zuschuss aus der Kameradschaftskasse von 20% beteiligte.

Der Taktik entsprechend
Das neue Fahrzeug muss der Einsatztaktik der Feuerwehr Wörgl entsprechen, das bedeutet, die Versorgung der beiden Angriffsfahrzeuge (TLF und RLF) sowie bei Bedarf der DL-30 mit Löschwasser bis das eigene KLF bzw. alarmierte Nachbarwehren die Löschwasserversorgung sicherstellen. Oft genug sind Hydranten oder sonstige Wasserentnahmestellen nicht im unmittelbaren Bereich des Einsatzortes. Eine effiziente Brandbekämpfung sollte von Anfang an, und nicht erst wenn dann, es zu spät ist möglich sein.

Brandeinsätze auf Straßen und Autobahnen (wegen div. Lärmschutzwände) können durch fehlende Löschmittel ebenso negative Auswirkungen haben wie in Bereichen der Bundesbahn usw. Des weiteren soll auch die Bekämpfung von Gasbränden (nur wenn es unumgänglich ist) in einer Stadt mit Gasflächenversorgung möglich sein.
Dieses Fahrzeug wurde ausschließlich zum Schutz unserer Mitmenschen und deren Hab und Gut sowie zum Schutz unserer Umwelt angekauft und lässt sich durch die langjährige Einsatzerfahrung der Feuerwehr Wörgl begründen und rechtfertigen.

Taktische Bezeichnung: GTLF 12000/500/250
Fahrgestell: VOLVO FM12 – 8 x 4 – 420
Ges. Gewicht: 30 Tonnen
4 Achsen – vorne 2 lenkbar – hinten 2 angetrieben
Leistung 420 PS, vollautomatisches Wandlergetriebe – Powertronic, 3 Mann Besatzung
Aufbau:
Lohr-Magirus, 12000 Liter Nirotank mit integriertem
500 Liter Schaummitteltank, 250 kg Pulverlöscher mit 2 Schnellangriffseinrichtungen, 40 m ND-Schnellangriff
Schamschnellangriff, ND-Kreiselpumpe mit einer Förderleistung von ca. 4000 Liter/min.

CAN-Bus Steuerung für Pumpe, Beleuchtung, Armaturen uvm.
Dachmonitor (versenkbar) 3500 l/min – Wurfweite 70 m
Straßenreinigungsanlage, Verkehrsleiteinrichtung.
Ausrüstung:
Pflichtausrüstung TLF 3000 (Atemschutz, Leichtschaumgenerator, zusätzl. Schlauchmaterial), Stromaggregat 11 kVA (Can-Bus gesteuert), Lichtmast 4 x 1.000W Fluter
