Österreichs Feuerwehren helfen bei Hochwasser in Rumänien
Ober-/Niederösterreich: 60 Jahre, nachdem Österreich unmittelbar nach seiner Befreiung selbst auf fremde Hilfe angewiesen war, leistet die Republik Österreich mit ihren Feuerwehren Katastrophenhilfe in Rumänien:
Feuerwehreinheiten aus Nieder- und Oberösterreich sind mit schwerem Gerät Samstag früh einsatzmäßig von Tulln und Linz aus nach Rumänien aufgebrochen, um der Bevölkerung der Region Temesvar bei einer Hochwasser- und Unwetterkatastrophe effiziente Hilfe zu bringen.
Seit fast zwei Wochen versinken Teile Rumäniens im Hochwasser. In den letzten Tagen verschärften ein 48stündiger Dauerregen sowie schwere Stürme die ohnedies kritische Situation. In der Region Temesvar steht ein Gebiet in der Ausdehnung von 700 Quadratkilometer bis zu zwei Meter unter Wasser. Mehrere Dörfer sind von der Umwelt komplett abgeschnitten, rund 1000 Bewohner eingeschlossen. Zusätzlich sind durch die Stürme zahlreiche Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert.

Nach dem Eintreffen eines Internationalen Hilfeersuchens bei der Bundeswarnzentrale des Bundesministeriums für Inneres, liefen am Freitag beim Österreichischen Bundesfeuerwehrverband intensive Vorbereitungen für einen Auslands-Katastropheneinsatz an. Binnen weniger Stunden wurde ein Hilfskontingent formiert. Am Samstag 6 Uhr früh rückte die Feuerwehr-Einheiten ins Katastrophengebiet ab.
Unbezahlter Personaleinsatz
„Der Einsatz unserer Spezialkräfte erfolgt ehrenamtlich und freiwillig, betont der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, Ing. Manfred Seidl. „Ein Großteil unserer Leute hat sich Urlaub genommen, um in Rumänien helfen zu können. Einige besonders feuerwehrfreundliche Arbeitgeber haben Feuerwehrleute aber sogar für den Auslandseinsatz freigestellt!“
Die Republik Österreich übernimmt die auf den reinen Sachaufwand (Treibstoff, Verpflegung) beschränkten Kosten des Feuerwehr-Auslandseinsatzes.
Zusammensetzung
Feuerwehren Niederösterreich: 45 Mann, 18 Fahrzeuge.
Fahrzeuge und Mannschaft kommen aus den Bezirken Amstetten, Gänserndorf, Horn, Lilienfeld, Melk, Mistelbach, Mödling, Tulln, St. Pölten und Wiener Neustadt.
An Spezialgeräten werden mitgeführt:
9 Pumpen mit einer Leistung von 5000 l/min
10 Pumpen mit einer Leistung von 1500 l/min
2 Groß-Stromaggregate mit je 125 kVA
7 Seilwinden mit 5 Tonnen Zugkraft
4 Wechselladerfahrzeuge mit Kran und Greifer
2 Zillen
1 Arbeitsboot mit Flachwasserkiel
4 Schnelleinsatzzelte (aufblasbar) mit Heizung
Feuerwehren Oberösterreich:
4 Mann, 2 Fahrzeuge
Das Landes-Feuerwehrkommando Oberösterreich stellt 10 motorbetriebene Schmutzwasserpumpen zur Verfügung.
Die Auslandseinheit ist so ausgestattet, dass sie sich über die geplante Einsatzdauer von fünf Tagen komplett eigenständig versorgen und im Einsatzgebiet völlig autark agieren kann. Mit dabei ist auch ein Feuerwehr-Sanitätselement mit Notfallsanitätern.
Neunstündige Anreise
Das Einsatzgebiet liegt rund 550 Kilometer von Österreich entfernt. Der Einsatzkonvoi hat um 8.25 Uhr bei Nickelsdorf die ungarische Grenze passiert und ist unter Eskorte der ungarischen Polizei einsatzmäßig Richtung Rumänien unterwegs. Voraussichtlich gegen 16 Uhr werden die Einsatzkräfte in Temesvar eintreffen.
Schadensgebiet nur über stundenlange Umwege erreichbar!
Der Fahrzeugkonvoi der Katastrophenhelfer der österreichischen Feuerwehren hat die ungarisch-rumänische Grenze bei Nadlac kurz vor 16 Uhr passiert. Direkt am Grenzübergang wurde die Einheit vom Oberst der Feuerwehr Temesvar überaus freundlich in Empfang genommen und wird nun von dem rumänischen Feuerwehroffizier in ihr Einsatzgebiet gelotst.
Aufgrung der massiven Überflutungen kann dieses Gebiet nahe Temesvar nicht direkt und nur über kilometer- und stundenlange Umwege angefahren werden.
Voraussichtlich wird die Feuerwehreinheit erst in drei Stunden (gegen 19 Uhr) in dem ihr zugewiesenen Schadensraum eintreffen und dann sofort ein Basiscamp aufbauen.
Stand: 16.00 Uhr:
