Nö: Sechs Todesopfer bei verheerendem Verkehrsunfall in Obermallebarn
Obermallebarn (Nö): Am Samstag, dem 28. Oktober 2006, wurde die FF Sierndorf um 09:23 Uhr zu einem fatalen Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen auf der B303 Höhe Obermallebarn gerufen.

Ein Pkw kam vermutlich auf der regennassen Fahrbahn ins Rutschen, geriet in den Gegenverkehr und stieß dort frontal in einen entgegenkommenden Pkw. Beim Eintreffen konnte nur mehr der Tod von allen 6 beteiligeten Personen(!!) festgestellt werden. Die Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr Sierndorf, unterstützt durch die FF Stockerau bestand darin, die Toten aus den Fahrzeugen zu bergen, die Verkehrswege freizumachen und die Fahrbahn zu reinigen.
Eingesetzte Feuerwehren:
FF Sierndorf mit RLFA 2000, TLF 2000, KRAN, MTF und KDO.
FF Stockerau mit Voraus, RLF, SRF, WLF

ORF-Bericht: Sechs Todesopfer hat am Samstag, dem 28. Oktober 2006, ein Verkehrsunfall in Obermallebarn (Bezirk Korneuburg) gefordert, darunter drei Kinder. Wie die LEBIG mitteilte, kam es zu einem frontalen Zusammenstoß zweier Pkws. Zwei Autos krachten auf der B303 mit hoher Geschwindigkeit ineinander, so ein Sprecher der LEBIG. Mit welcher Wucht die beiden Autos ineinander geprallt sind, lässt sich anhand der Wrackteile erahnen. Ein Auto wurde so stark zusammengedrückt, dass sich der Motorblock in die Fahrgastzelle geschoben hat, berichteten Rettungskräfte. In einem Auto mit Wiener Kennzeichen saßen laut ÖAMTC zwei Männer und drei Kinder. Die beiden Erwachsenen und die drei Kinder zwischen fünf und zehn Jahren waren sofort tot. Auch der Lenker des anderen Fahrzeuges aus dem Bezirk Hollabrunn überlebte den Unfall nicht.

Die genaue Unfallursache ist noch nicht klar. Der Unfall ereignete sich an einer Stelle, wo sich die Straße in einer Richtung auf zwei Spuren verbreiterte, in der anderen Richtung auf eine Spur verengte. Die beiden Fahrzeugwracks befanden sich nach dem Unglück laut LEBIG auf einer Sperrfläche. Beide Autos dürften mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein, möglicherweise konnte ein Überholmanöver nicht beendet werden. Am Unfallort regnete es kurz vor dem Unfall, es liegen Blätter auf der Fahrbahn. Die Sicht sei aber gut gewesen, berichteten Feuerwehrleute.
An die Unglücksstelle wurden zwei Notarztwagen, zwei Rettungsfahrzeuge sowie zwei Rettungshubschrauber entsandt. Die Helfer konnten für die Unfallopfer jedoch nichts mehr tun. Am Samstagvormittag war die B303 wegen Aufräumarbeiten gesperrt.
Einsatzkräfte in Obermallebarn fassungslos
Von Fassungslosigkeit und Anteilnahme waren die Einsatzkräfte angesichts des Bildes, das sich ihnen nach dem schweren Verkehrsunfall in Obermallebarn bot, gekennzeichnet. Helfen konnten sie nicht mehr. „Ich habe bei jedem der Opfer noch die Sicherheitsgurte durchgeschnitten“, sagte ein sichtlich mitgenommener Feuerwehrmann. Auch Friedrich Eigenschink, NÖ Rettungskommandant, der am Samstag beim Einsatz dabei war, zeigte sich „sehr nachdenklich“. „Ein Wahnsinn“, meinte der Feuerwehrmann an der Unglücksstelle. „Sogar die Winterreifen hat es aus einem Auto geschleudert.“ Die Einsatzkräfte hatten unmittelbar nach ihrem Eintreffen Gewissheit über das Schicksal der Opfer. Der Notarzt hatte den Tod der sechs Personen bereits festgestellt. „Es ist alles sehr schnell gegangen, sie haben wohl nichts mehr gespürt.“
Nachdem die Wracks geborgen waren, machten sich die Einsatzkräfte daran, die Straße zu säubern. „Routine ist das heute aber nur rein technisch gesehen“, wies ein Polizist auf den emotional belastenden Faktor hin. Eigenschink befand sich gegen 12.30 Uhr bereits in einer Rettungszentrale. Ereignisse solch dramatischen Ausmaßes würden aufgearbeitet und besprochen. Auch Helfer bräuchten in diesen Momenten Hilfe.
Er selbst sei zwar ein „alter Hase“, dennoch „bin ich natürlich getroffen“, so Eigenschink. Das Erlebte am Einsatzort schilderte er folgendermaßen: „Da war nichts mehr zu machen.“ Jedoch hätten die „Motoren noch geraucht“, als Sanitäter und Ärzte eintrafen. Ein Rettungswagen mit Zivildienern, die als Sanitäter ausgebildet sind, wurde zurückgeschickt. „Wir wollten das den jungen Burschen ersparen“, sagte Eigenschink.
