Medien / Fotografen

Ktn: Abkommen mit Friaul – Keine Grenzen beim Katastrophenschutz

Kärnten: Das Land Kärnten hat am Donnerstag, 30. November 2006, mit Friaul eine Absichtserklärung zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes unterzeichnet.

Die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz zwischen Kärnten und Friaul wurde bereits seit vielen Jahren praktiziert. In den letzten Jahren wurde den südlichen Nachbarn von Kärnten aus vor allem nach katastrophalen Hochwassern immer wieder geholfen. Besonders in Erinnerung geblieben ist die Hilfe Kärntens nach der Erdbebenkatastrophe 1976, die in Friaul mehr als 1.000 Tote gefordert hatte.

Das zwölf Artikel umfassende Papier, das am Donnerstag in Klagenfurt unterzeichnet wurde, soll es beiden Regionen ermöglichen, den notwendigen Informationsaustausch und weit reichende Vorsorgemaßnahmen im Katastrophen- und Zivilschutz rasch umzusetzen. Eine zügige Koordination von Rettungseinsätzen soll durch die Verbindung beider Alarm- und Warnzentralen in Klagenfurt und Palmanova erreicht werden. Zwischen den beiden Regionen sollen auch regelmäßige technische Fachtreffen, gemeinsame Aus- und Weiterbildungen sowie Trainings- und Einsatzübungen abgehalten werden.

Parallel dazu unterzeichnete das Land Kärnten mit dem Kärntner Landesfeuerwehrverband, dem Roten Kreuz und dem Bergrettungsdienst eine Zusatzvereinbarung. Sie sieht vor, dass bei grenzüberschreitenden Einsätzen allfällige Kosten der Einsatzorganisationen vom Land Kärnten übernommen werden.

Seit dieser Woche ist die Zusammenarbeit auch vertraglich festgelegt. Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) zeigte sich über die Unterzeichnung erleichtert: „Wir haben jetzt mit allen unseren südlichen Nachbarn entsprechende Vereinbarungen.“ Die Verträge gelten sowohl für Slowenien, als auch für Friaul-Julisch-Venetien. „Damit gibt es klare Kooperationsmöglichkeiten beim grenzüberschreitenden Katastrophenschutz“, so der Landeshauptmann.

Federführend für das Zustandekommen dieses Vertrages mit Friaul war der frühere SPÖ-Chef, Rot- Kreuz-Präsident Peter Ambrozy. Er bezeichnete die vertragliche Zusammenarbeit als einen „ganz kräftigen Schritt in eine sichere Zukunft für die Menschen, die in diesen Regionen leben“.

Der Vizepräsident von Friaul Gianfranco Moretton bezeichnete das Abkommen als „europäischen Mosaikstein für einen länderübergreifenden Zivilschutz“. Er betonte, dass Friaul auch in Italien im Zivilschutz federführend sei. Er will die grenzübergreifende Idee nun auch in die EU nach Brüssel tragen.

ORF Kärnten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert