Mix

Oö: Vom Koch zum Feuerwehrmann -> Verpflegung im Oö. LFV

Linz (Oö): Verpflegungs-Leiter Fritz Reifenmüller und sein Team verköstigen am Tag bis zu 700 Feuerwehrleute — Fleischtiger statt Gemüsefritze. Von Renate Enöckl

Chinesische Gemüsesuppe und Krokettenlaibchen stehen heute am Menüplan. Und auch an exotischen Garnelenspießen kommt man nicht vorbei, wenn man bei ihm isst: Fritz Reifenmüller ist der Herr über Küche und Kantine im Landes-Feuerwehrkommando in Linz. Bis zu 700 Personen — Mitarbeiter und Lehrgangsteilnehmer — werden von ihm und seinen fünf Mitarbeitern pro Tag verköstigt. Vollpension.


Reifenmüller in seinem Element im Oö. Landes-Feuerwehrverband.

Aufs Jahr gerechnet kommen da schon knapp 33.000 Mittagessen zusammen. Für die Feuerwehrköche ist es damit aber noch lange nicht getan: Mit den beiden Feldküchen fährt der 56-jährige Verpflegungschef auch schon mal bis nach Afrika, wenn es sein muss. „Auslandseinsätze bringen Abwechslung“, sagt einer, der nach 25 Jahren hinter dem Herd seine Arbeit immer noch gerne macht. Bei Einsätzen, Großübungen oder Feuerwehrolympiaden ist der Alkovener an vorderster Front mit dabei; ob in Kroatien, Rumänien, Algerien, Polen, Deutschland oder Finnland. Gekocht werden dort lokale Gerichte. Das mag für manchen eine Umstellung sein — in Finnland etwa fließt Fett in Strömen — den Feuerwehrmännern scheint es trotzdem zu schmecken. „Hauptsache es ist genügend Fleisch dabei“, schmunzelt Reifenmüller.


Blick auf die von Fritz Reifenmüller organisierte Verpflegungsstätte beim Erdbebeneinsatz in Algerien.

Denn: Die Löschprofis sind echte Fleischtiger. Nicht nur, dass sich unter ihnen kaum Vegetarier finden, der Küchenchef würde schon einen Aufstand riskieren, wenn die Beilagen am Teller überwiegen, meint er zu wissen. „Wir haben schon einmal probiert, gesunde Menüs anzubieten“, sagt er, doch die Nachfrage hielt sich sehr in Grenzen.

Das Schnitzel muss aus Fleisch sein
Somit sind, schon wie vor 25 Jahren, als Reifenmüller übers Kochen zum Feuerwehrmann wurde, Schnitzel und Schweinsbraten echte Verpflegungsrenner. Trotzdem ist der kreative 56-Jährige stolz darauf, „alles zu kochen, was es in Restaurants auch gibt“. Nur Gemüseschnitzel oder -laibchen kommen ihm nicht in die Pfanne. Die würden umgehend im Biomüll landen. Richtig vegetarisch wird daher nur einmal im Monat gekocht. Und die Bekochten danken ihm diese Einsicht mit großem Appetit.


Bei den Landesbewerben wird der Küchenbetrieb von Freiwilligen unterstützt. Der Koch zieht die organisatorischen Fäden.

Etwas ruhiger wird es für das mobile Küchenteam im Herbst und Winter, wenn die Feldküchen „eingemotttet“ werden. Zwischen Juni und Oktober stehen nämlich immer auch die Hunger- und Durstlöscheinsätze bei den Jugendlagern, bei Bewerben oder sonstigen Anlässen, wie etwa der Retter-Messe, am Programm. Knapp 23.000 Portionen wurden heuer verteilt. „Alleine beim 6-Bezirke-Jugendlager in Altmünster gingen an sechs Tagen fast 10.000 Portionen über die Schank“, so der Ansturm erprobte Reifenmüller, der schon wieder daran tüftelt seine 300 Rezepte umfassenden Sammlung auszuweiten.

Neues Volksblatt
Oö. Landes-Feuerwehrverband

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert