D: 4 Tote, darunter 2 Kleinkinder, bei Wohnhausbrand in Schwelm
Schwelm (Deutschland): Ein trauriger Feuerwehreinsatz ereignete sich gegen 3:16 Uhr des 31. August 2009 in der Innenstadt von Schwelm. In der Kaiserstraße brannte in einem für die Feuerwehr schwer zugänglichen Hinterhof ein Einfamilienhaus in voller Ausdehnung. Bei diesem Brandereignis wurden vier Personen, darunter zwei Kleinkinder, getötet.
Als kurz nach der Alarmierung die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Schwelm eintrafen, brannte in einem engen Hinterhof ein dreigeschossiges Altbauwohnhaus in voller Ausdehnung. Noch vor Eintreffen der Wehr waren zwei erwachsene Personen in Panik aus dem brennenden Gebäude gesprungen.

Ein unmittelbar neben dem Einfamilienhaus wohnender 25-jähriger Nachbar hatte mitten in der Nacht Hilferufe wahrgenommen. Nachdem er die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmierte, machte er zwei akut gefährdete Kinder in einem Fenster aus. Über ein Flachdach rettete er diese Kinder im Alter von vier und sechs Jahren (Junge und Mädchen) vor dem giftigen Brandrauch. Die Schwelmer Feuerwehr sowie der Rettungsdienst leiteten bei den gesprungenen Personen sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Die hochschwangere 24-jährige Frau verstarb noch an der Unfallstelle, der Mann in einem Schwelmer Krankenhaus.

Da die vom Nachbarn geretteten Kinder Angaben über weitere Personen im brennenden Gebäude machten, ging die Feuerwehr sofort mit mehreren Trupps unter Atemschutz über mehrere Zugänge in das Gebäude. Dies war aufgrund des weit fortgeschrittenen Brandes nicht ungefährlich. Zur Suche der beiden vermissten Personen wurde eine Wärmebildkamera eingesetzt. „In einem brennenden Gebäude herrscht bei einem Brand Nullsicht. Da die Feuerwehrkräfte die Struktur des Gebäudes nicht kennen, kann man sich nur langsam tastend voran bewegen. Die Kamera hat diese Zeit erheblich verkürzt“, so Einsatzleiter Hartmut Ziebs. Im Gebäude fanden die Einsatzkräfte zwei weitere Kinder im Alter von 10 Monaten und drei Jahren. Die Kinder konnten trotz aller intensiven Bemühungen der Feuerwehr Schwelm nur noch tot aus dem Gebäude geborgen werden. Einsatzleiter Hartmut
Ziebs: „Die Feuerwehr hat alles Menschenmögliche getan, hatte bei dem weit ausgebreiteten Brand jedoch keine Chance mehr“.

Der Brand wurde mit mehreren C-Rohren sowie einem Wasserwerfer unter Kontrolle gebracht. Die Einsatzkräfte konnten im späteren Einsatzverlauf mehrere Tiere aus dem Haus retten. Für den Ennepe-Ruhr-Kreis wurde der so genannte Massenanfall von Verletzten Stufe 1 ausgerufen. Es waren neben der Feuerwehr Schwelm mehrere Rettungsdienstfahrzeuge von Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem gesamten Kreisgebiet im Einsatz. Auch ein Löschzug der Feuerwehr Wuppertal war überörtlich unterstützend vor Ort. Insgesamt waren über 120 Einsatzkräfte mit vielen Einsatzfahrzeugen an der Kaiserstraße im Einsatz.
Der Nachbar sowie Einsatzkräfte mussten von einem Notfallseelsorgerteam betreut werden. Zur Brandursache können derzeit keine Angaben gemacht werden. Die Polizei ist derzeit mit Brandsachverständigen vor Ort.
