Oö: Feuerwehr 2030 -> Erster Reformbericht zu den Feuerwehren
Oberösterreich: Ein Reformpapier sorgt jetzt innerhalb der oberösterreichischen Feuerwehren für Zündstoff. Darin werden Vorschläge präsentiert, wie das Feuerwehrwesen verbessert werden könnte.
13 Monate lang hat der Arbeitsausschuss „Feuerwehr 2030“, der sich aus Vertretern des Landes, der Gemeinden und der Feuerwehren zusammensetzt, daran gearbeitet. Ausgelöst wurde die Zukunftsdiskussion durch einen umstrittenen Bericht des Landesrechnungshofes. Von Doppelgleisigkeiten und veralteten, zu teuren Feuerwehrstrukturen war damals die Rede.
Strukturen sollen modifiziert werden
Die Feuerwehr soll noch schlagkräftiger werden. Auch verstärkt am vorbeugenden Brandschutz mitarbeiten und die Katastrophenhilfe ausbauen. Die Feuerwehrstrukturen sollen behutsam modifiziert und die Alarmierung optimiert werden.
Und: die Ausbildung müsse ziel- und bedarfsorientierter werden. Das sind nur einige der Vorschläge, die im Reformpapier angeführt werden.
Zentrale Beschaffung von Fahrzeugen
Aus gut informierten Feuerwehrkreisen war zu erfahren: es gebe viele positive Ansätze, aber auch einige Vorschläge, die auf Widerstand stoßen. Beispielsweise die angedachte zentrale Beschaffung von Fahrzeugen oder der Ausrüstung. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang auch, dass die Ortsfeuerwehren dabei kein Mitspracherecht hätten.
Auf Unverständnis stieß teilweise auch die Forderung, dass Privatfirmen verstärkt verpflichtet werden sollten, Kameraden im Ernstfall dienstfrei zu stellen. Das würde in Oberösterreich bereits sehr gut funktionieren, hieß es.
„Diskussionspapier“
Landesfeuerwehrkommandant Johann Huber will keine Stellungnahme abgeben. Er sei kein Mitglied der Arbeitsgruppe gewesen. Huber betont: es handle sich um ein Diskussionspapier. Jetzt seien die Bezirks- und Abschnittskommandanten am Zug.
Sie würden zwei Monate Zeit haben, um ihre Anregungen und Stellungnahmen abzugeben. Dann würde das Ganze von einer Arbeitsgruppe, die das Landesfeuerwehrkommando zu bilden habe, überprüft und bewertet werden. Konkrete Ergebnisse erwartet sich Huber bis Mitte 2011.
„Gute Basis für Zukunftsdiskussion“
Feuerwehr-Landesrat Josef Stockinger (ÖVP) sieht in dem Papier eine gute strategische Basis für die Zukunftsdiskussion. Das Papier gebe die Richtung vor, sagt Stockinger. Nun gehe es um eine sachliche Diskussion. Ohne Zeitdruck. In gut einem Jahr sollen dann die Weichen gestellt werden.
