Stmk: Feuerwehr warnt vor Solaranlagen
Graz: Nach einer Novelle zum steirischen Baugesetz muss in Neubauten künftig zumindest das Warmwasser per Solarenergie aufbereitet werden. Die dazugehörigen Anlagen könnten im Brandfall zur Gefahr werden, so die Feuerwehr.
Stromschlaggefahr für Einsatzkräfte
Für die Feuerwehr stellen die in Zukunft vorgeschriebenen Solardächer eine neue Herausforderung dar. Beim Löschen werde es sehr schwer unter die Dachhaut zu kommen, sagt Alfred Pölzl von der Feuerwehr Graz.
Meist sei das gesamte Dach von den Solarzellen eingehaust, außerdem könnten sich die Anlagen vom Dach lösen und zu Boden stürzen. „Drittens wird hier die Gleichspannung weiter produziert, solange es Sonneneinstrahlung gibt. Damit ist die Gefahr eines Stromschlags für die Einsatzkräfte gegeben“, so Pölzl.
Passivhäuser: Wärmedämmung problematisch
Aber auch Niedrigenergie- und Passivhäuser könnten im Brandfall gefährlicher sein als Häuser in traditioneller Bauweise, so der Experte:
„Da werden für die Wärmedämmung Materialien verwendet, die brennbar sind. Brennbare Außenwände kombiniert mit nicht löschbaren Dachstühlen stellen für die Feuerwehren schon ein sehr großes Problem dar“, betont Pölzl.
Noch kein Fall in der Steiermark
Noch hat es in der Steiermark keinen Brandfall bei einem Haus mit Solaranlage gegeben. In Deutschland ließ die Feuerwehr aber bereits Häuser kontrolliert abbrennen, weil die Solarmodule den Zugang zum Dach versperrten und die Gefahr eines tödlichen Stromschlags für die Einsatzkräfte zu groß war.
Richtlinien und Vorgaben gefordert
Pölzl fordert nun technische Richtlinien und Vorgaben, damit die Sicherheit der Brandbekämpfer gewährleistet ist. So müsste es möglich gemacht werden, dass der Gleichspannungsbereich der Solaranlage zentral abgeschaltet werden kann, so Pölzl.
