Russland: Breits 48 Waldbrandtote, Moskau von Smog eingehüllt
Russland: Die Wald- und Torfbrände in Russland breiten sich immer weiter aus und sind nach Angaben des Katastrophenministeriums längst nicht alle unter Kontrolle.
Die Hauptstadt Moskau litt am Mittwoch, 4. August 2010, unter dem bislang schlimmsten Smog, die Stadtverwaltung warnte vor Gesundheitsgefahren. Die Zahl der Todesopfer stieg nach offiziellen Angaben auf 48.
Mehr als 400 neue Flammenherde seien im lauf des vergangenen Tages entdeckt worden, teilte das Katastrophenministerium am Mittwoch mit. Damit lodern landesweit mehr als 900 Brände. Weitere 293 konnte die Feuerwehr den Angaben zufolge löschen. Katastrophenminister Sergej Schoigu räumte nach tagelangen gegenteiligen Beteuerungen der Behörden am Dienstag ein, einige Feuer seien außer Kontrolle.
Der Smog in Moskau drang bis in die U-Bahn vor. Meteorologen erklärten, die Schadstoffbelastung habe über Nacht einen kritischen Wert überschritten und auch gesunde Menschen sollten sich vor dem Rauch schützen. Einwohner klagten über Reizungen der Augen und der Atemwege. Die 62-jährige Jadwiga Paschkowa sagte, sie sei am frühen Morgen aufgewacht und habe das Gefühl gehabt, zu ersticken.
Durch die Feuer wurden bereits zahlreiche Wälder und Dörfer im Westen Russlands zerstört. Ein Großaufgebot an Soldaten und Freiwilligen hilft rund 10.000 Feuerwehrleuten dabei, die Flammen in mehr als ein Dutzend westrussischen Provinzen unter Kontrolle zu bringen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte nach eigenen Angaben in mehreren Regionen wegen Fahrlässigkeit. Präsident Dmitri Medwedew kündigte am Mittwoch eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats an.
