Deutschland: 300 Tonnen Stroh brennen – schon zwei Tage
Rottenburg (Deutschland): 80 Feuerwehrleute waren in der Nacht zum Samstag, 21. August 2010. in Rottenburger Ortsteil Hemmendorf im Einsatz um mehr als 1400 Stroh- und 600 Heuballen zu löschen.
Das Feuer brannte so heftig, dass die Flammen nicht zu bezwingen waren. Deshalb brennt das Stroh weiter. Wahrscheinlich hat ein Brandstifter das Feuer gelegt.
Eine weiße Rauchsäule ragt über Hemmendorf in den Himmel. Gleich neben der Straße Richtung Weiler brennt es – auch am Sonntagnachmittag brannte es noch. Am Abend könnte das Feuer erlöschen, vermuten die Feuerwehrleute. Etwa 1000 Strohballen lagerten neben der Straße, nahe des Rottenburger Teilorts.
Davon wird nichts mehr übrig sein, wenn das Feuer verloschen ist. Und der Landwirt, dessen Ernte offenbar angezündet worden ist, muss jetzt selbst dabei helfen, das Stroh weiter brennen zu lassen. Mit einem Bagger schüttelt er die glühende Masse immer wieder auf, damit Sauerstoff an das Material kommt und die Flammen wieder auflodern.
Weil das Feuer zu groß war, konnte die Feuerwehr den Brand in der Nacht nicht löschen. Mit 600 Litern Wasser im Feuerwehrauto kam die erste Wehr aus Hemmendorf in der Nacht an – zu wenig. Auch als Verstärkung eintraf, war das Feuer nicht zu bezwingen. Deshalb beschlossen die Feuerwehrleute nachts gegen 1 Uhr, den riesigen Strohhaufen kontrolliert abbrennen zu lassen.
Zwei Stunden hatten sie mit den Flammen gekämpft. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Hemmendorf, Weiler und Dettingen. Der Löschzug der Rottenburger Abteilung Stadtmitte war dann nachalarmiert worden. Später rückte auch noch das Technische Hilfswerk aus Ofterdingen an, damit die Wehrleute an die Glut im meterhohen Strohhaufen kamen.
Die Polizei geht davon aus, dass der Brand gelegt worden ist. Zeugen hatten beobachtet, wie das Feuer außen an den meterhoch aufeinander gestapelten Ballen begann. Ein so genannter Heustockbrand kann damit ausgeschlossen werden. Wenn sich das Stroh selbst entzündet hätte, wäre das Feuer aus der Mitte des oben abgedeckten Lagers gekommen. Den Schaden beziffert die Polizei mit etwa 80.000 Euro.
Die Polizei sucht nach Zeugen, die in der Nacht etwas gesehen haben. Da in der Nähe ein schwarzer Kleinwagen mit Balinger Kennzeichen gesehen worden ist, bitten die Beamten ihn, sich als Zeuge unter Telefon 07071/9728660 bei der Kriminalpolizei zu melden.
Die Straße von Hemmendorf nach Bodelshausen war für Autofarer, die aus Richtung Rottenburg oder Hirrlingen kamen, komplett gesperrt.
