Bayern: Digitalfunk bereitet Feuerwehren Sorgen
Bayern: Mit ihren Kommunen sind die Feuerwehren aus Kaufbeuren, dem Ost- und dem Unterallgäu überwiegend sehr zufrieden. An die Landespolitik haben die Wehrmänner aber noch reichlich Anforderungen.
Das zeigte sich in einem Gespräch, zu dem der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) eingeladen hatte. Die größten Probleme sind derzeit die verzögerte Einführung des Digitalfunks für Behörden (BOS) und die unzureichende Ausbildungssituation an den staatlichen Feuerwehrschulen.
In Bayern lässt die Einführung des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) noch auf sich warten. Eine Situation, die für die Feuerwehren schwierig ist. Zum einen sind sich die Wehrleute bewusst, dass es in der Bevölkerung wegen der neuen Masten Akzeptanzprobleme und Widerstände gibt.
Das größte Problem aus Sicht der Wehrleute sei, dass es aus dem Innenministerium bislang keinerlei verlässliche Zahlen gebe, wann der Digitalfunk eingeführt wird. «Angeblich soll der Funk in zwei Jahren kommen und dann sollen auf einmal 400000 Nutzer digital funken können. Die Zeit reicht nicht einmal aus, um die Ausbilder bis dahin zu schulen», verdeutlichte der Kaufbeurer Stadtbrandrat Thomas Vogt. Pohl fragte nach, ob es stimme, dass die Technik tatsächlich als veraltet gelte. Dies wurde von den Feuerwehrlern bestätigt, allerdings könne man die Geräte nachrüsten – wenn der Freistaat die Zusatzkosten trage.
Aufstockung des Lehrpersonals
Ein weiteres großes Problem sehen die Wehren in der Ausstattung der staatlichen Feuerwehrschulen – für die Allgäuer speziell die Schule in Geretsried. Dort gebe es viel zu wenig Ausbilder, sodass bei weitem nicht alle erforderlichen Lehrgänge angeboten werden können. Anfang Februar, erklärte Pohl, haben die Freien Wähler einen Dringlichkeitsantrag gestellt, der die Aufstockung des Lehrpersonals um zehn Stellen ebenso fordert wie eine angemessene Bezahlung.
Der dritte Themenkomplex war das Ehrenamt und die scheinbar stetig sinkende Akzeptanz dafür. Das betreffe unter anderem Arbeitgeber, die Feuerwehrler während der Arbeitszeit nicht für Einsätze freistellen. Pohl regte an, darüber nachzudenken, ob man nicht eine Art Bonus- und Ausgleichszahlung einführen könne, um den Arbeitgebern die Freistellung für Einsätze zu erleichtern. «Vielleicht lassen sich ja Ideen entwickeln.»
Thematisiert wurde die Möglichkeit der Einführung einer Brandschutzabgabe für jeden Bürger in Höhe von 20 oder 30 Euro pro Jahr. «Ich könnte mir vorstellen, dass den Bürgern zu vermitteln wäre, einen kleinen Beitrag für ihre persönliche Sicherheit zu leisten», so Pohl.
Diese Abgabe sollte man dann aber dazu nutzen, die Ehrenamtlichkeit der Wehren zu unterstützen, so Stadtbrandrat Vogt, beispielsweise – wie in anderen Bundesländern – in Form einer Altersvorsorge für die Feuerwehrmänner.
