Süditrol/Italien: Acht Schwerverletzte bei Unfall in Cadine
Cadine (Südtirol): Sieben ineinander verschlungene Körper, dazwischen drei Ziehharmonikas und eine Klarinette, rundum nur weißes Blech. In einem gerade noch als Mercedes erkennbaren schwarzen Autowrack liegt eine schwer verletzte Frau.
Dieses Bild bot sich am Freitagabend, 18. März 2011, kurz nach 19.30 Uhr den Rettungskräften in Cadine, wenige Hundert Meter südlich der Landesgrenze zwischen Südtirol und dem Trentino. Die zwei Autos waren frontal ineinander gekracht. Ersten Erhebungen der Carabinieri zufolge war das Auto der Familie Marin aus Rumänien – es handelt sich um einen VW Passat – in Richtung Norden unterwegs, auf der richtigen Spur. Wenig südlich des Haupttors von „Rotalnord“ dürfte dem VW Passat auf seiner Spur der schwarze Mercedes 180 von Paola Preghenella (31) aus Aichholz entgegen gekommen sein. Zum Ausweichen war es zu spät. Die zwei Fahrzeuge krachten mit voller Wucht ineinander. Die zwei Autos dürften so stehen geblieben sein, wie sie ineinander gekracht waren.
Großalarm ausgerufen
Passanten lösten Großalarm aus: bei den Notrufzentralen in Bozen und Trient – sie koordinierten den Einsatz. Zur Unfallstelle fuhren die Berufsfeuerwehr Bozen mit dem ManV-Container (wird im Fall von mehr als sechs Verletzten eingesetzt; es enthält Triagezelte samt Ausrüstung), die Berufsfeuerwehr Trient, die Freiwilligen Feuerwehren von Salurn und S. Michele, Weißes Kreuz Unterland und Rotes Kreuz Bozen sowie insgesamt vier Notärzte aus Trient und Bozen.
Es war Schwerarbeit, die rumänische Familie aus dem Wrack zu schneiden, ohne den Personen weitere Verletzungen zuzufügen. Bei der Familie Marin soll es sich um jene Gruppe handeln, die letzthin auch in Bozen als Straßenmusik-Trupp unterwegs war, hieß es gestern Abend.
Beim Mercedes hatte sich der Airbag geöffnet; die Lenkerin wurde schwer verletzt, musste aber nicht intubiert werden. Sie arbeitet übrigens als Friseuse in Salurn.
Ebenso nicht intubiert werden brauchte der Lenker des VW Passat, der 36-jährige Vasile Marin. Er wurde ins Krankenhaus Meran transportiert. Die übrigen Mitglieder der rumänischen Familie mussten alle intubiert werden und dann ins Krankenhaus gebracht werden.
Der neunjährige A. wurde nach Trient gebracht, ein 13-jähriges Mädchen nach Bozen. Weitere zwei Verletzte wurden ebenfalls ins Bozner Krankenhaus eingeliefert, weitere zwei nach Trient gebracht.
Es handelt sich dabei um eine 36-jährige Frau, die 35-jährige Gabriela Marin und den 41-jährigen Nicolae Marin. Von einer weiteren (erwachsenen) Person wurde die Identität gestern nicht bekannt gegeben.
Die Carabinieri werden heute erneut an den Unfallort zurückkehren, um den Hergang und die Ursache klären zu können.
