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England: Krawalle in London -> Ganze Straßenzüge brennen

London (England): Nach der dritten Nacht mit schweren Krawallen in London hat der britische Premierminister Cameron den Nationalen Sicherheitsrat einberufen. In der Nacht auf den 9. August 2011 hatten Jugendgangs und andere Gewalttäter in der britischen Hauptstadt erneut Häuser und Autos angezündet.

Die schweren Ausschreitungen in London sind in der Nacht auf den 9. August 2011 erneut eskaliert und haben auf drei weitere Städte übergegriffen. In London nahm die Polizei drei Personen unter dem Verdacht auf versuchten Polizistenmord fest. Der Beamte war am frühen Morgen in Brent im Norden der Hauptstadt angefahren worden und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Gemeinsam mit einem Kollegen hatte er nach der Plünderung eines nahe gelegenen Elektronikgeschäfts mehrere Fahrzeuge angehalten. Dabei sei ein Auto davon gefahren und habe den Beamten erfasst, teilte die Polizei mit. Das Fahrzeug sei später erneut gestoppt und drei Personen festgenommen worden.

Ganze Straßenzüge brennen
Zudem wurden in der Hauptstadt die dritte Nacht in Folge Häuser und Autos in Brand gesteckt, Läden aufgebrochen und Beamte mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizei bestätigte am Dienstag, dass es an mindestens fünf weiteren Orten zu Ausschreitungen gekommen sei. Zuvor hatte Premierminister David Cameron angekündigt, aufgrund der Eskalation seinen Sommerurlaub abzubrechen und nach London zurückzukehren. Dort will er am Morgen an der Sitzung eines Nationalen Krisenkomitees teilnehmen.

Flächenbrand
Zu Ausschreitungen kam es auch in Birmingham, wo Dutzende Personen Geschäfte angriffen. In Liverpool und Bristol gab es Zusammenstöße mit der Polizei. Im Londoner Stadtteil Hackney attackierten hunderte Jugendliche Geschäfte und zündeten Autos an. Plünderer erbeuteten Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten und Toilettenpapier. Die Polizei sagte, 334 Menschen seien festgenommen wurden. Gegen 69 sei Anklage erhoben worden, hieß es weiter. Erst gegen Morgen schien sich die Lage nach Aussage der Polizei wieder zu beruhigen.

Gewaltaufrufe im Internet
Attacken werden über Soziale Netzwerke koordiniert
Viele der zumeist kleinen Gruppen von Jugendlichen nutzen SMS, Instant Messenger und Twitter, um ihre Angriffe zu koordinieren und sich einen Vorsprung vor der Polizei zu verschaffen. Diese wies auf mögliche Festnahmen hin, falls jemand Nachrichten in Sozialen Medien veröffentliche, die zur Gewalt aufriefen. Der Londoner Notdienst berichtete, dass er 16 Personen behandelt habe, von denen 15 ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. Angesichts der zahlreichen Brände, die die Feuerwehr bekämpfen musste, warnte der Versorger Thames Water, dass einige seiner Kunden mit einem niedrigeren Wasserdruck rechnen müssten.

Fußballspiele abgesagt
Aufgrund der weiterhin schweren Ausschreitungen in London hat die Polizei die Fußballclubs in der Stadt aufgefordert, ihre Spiele zu verschieben. Grund sei der Bedarf der Polizeikräfte an anderer Stelle. Bereits abgesagt ist das Freundschafts-Länderspiel England gegen die Niederlande. Auch der Fußballclub Charlton im Süden Londons teilte mit, sein Spiel gegen Reading sei aus „Sicherheitsgründen“ abgesagt worden. Die Begegnung sollte am Mittwoch im Wembley Stadion stattfinden.

Bayrischer Rundfunk

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