Nö: „Ich fühle mich diskriminiert!“ – Ein BFKDT über die „Causa“ Dienstwagen
Marchegg (Nö): Hohe Wellen schlug ein Bericht im sonntägigen „Kurier“ über den gebürtigen Rabensburger Josef Buchta, Kommandant des NÖ Landesfeuerwehrverbandes und Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes.
Gegen Buchta sind Vorwürfe im Zusammenhang mit Fördermissbrauch bei der Anschaffung eines Dienstwagens laut geworden. Buchta soll sich beim privaten Kauf eines Neuwagens einen Förderrabatt für die ehrenamtliche Organisation im Ausmaß von 48 Prozent „erschlichen“ haben, so der „Kurier“. Der Listenpreis: 96.843 Euro, das hieße demnach knapp 50.000 Euro Preisnachlass für den BMW der Marke 530 Grand Touring. Der „Kurier“ schlussfolgerte: „Wenn stimmt, was Buchta nunmehr eingesteht, dann hat er seinen Luxus-BMW zwar privat finanziert, sich aber unter dem Deckmantel der ehrenamtlichen Feuerwehr den sagenhaften Rabatt von 48 Prozent erschlichen.“
Noch am Sonntag, den 12. Februar 2012, kam es aufgrund des Berichts in der NÖ Kommandozentrale in Tulln zu einer Krisensitzung, bei der auch die Bezirksfeuerwehr-Kommandanten anwesend waren. Beim NÖ Landesfeuerwehrkommando betonte man am Sonntag, dass sich Buchta die Anschaffung und den laufenden Betrieb des Dienstwagens freiwillig und selbst finanziert habe. Der öffentlichen Hand seien keine Kosten entstanden. Die Berichterstattung stelle daher „grundlos“ die ehrenamtlichen Leistungen von hunderttausenden Mitgliedern und die effiziente Verwaltung der Organisation infrage.
„Alle Details wurden bei der Besprechung offen gelegt“
Mit dabei bei der Besprechung war auch der Marchegger Ing. Georg Schicker, Kommandant der Feuerwehr im Bezirk Gänserndorf. Im NÖN-Gespräch nimmt er zu den Vorwürfen Stellung. „Alle Details zur Finanzierung des Fahrzeugs wurden bei der Besprechung offen gelegt. Für mich ist die Finanzierung schwer in Ordnung und ich halte die Diskussion, die jetzt aufbrandet, für entbehrlich.“ Man merkt, Schicker geht die brisante Sache nahe: „Wenn wirklich etwas nicht in Ordnung ist, dann muss es auch Konsequenzen geben. Hier ist aber alles rechtens abgelaufen.“ Nicht nur Buchta wird in dem „Kurier“-Bericht ins schiefe Licht gerückt, auch die Bezirksfeuerwehr-Kommandanten kommen schlecht weg. Zum Vorwurf, dass auch Bezirksfeuerwehr-Kommandanten mit 20 BMW des Typs X3 bestückt werden, hielt man bei der Besprechung fest, dass „grundsätzlich alle Fahrzeuge, von der Landes- zur Ortsebene, nach den Grundsätzen des Bestbieterprinzips“ angeschafft würden und dass es durch das „große Entgegenkommen der Automobilindustrie“ möglich sei, „qualitativ hochwertige Fahrzeuge anzuschaffen, die den hohen Belastungen und Kilometerleistungen des Feuerwehrdienstes gewachsen sind und gleichzeitig durch einen hohen Wiederverkaufswert das Budget der Feuerwehren entlasten“.
Schicker selbst fährt derzeit einen „Nissan Pathfinder“: „Auf dem Tacho sind 150.000 Kilometer. Wenn du pro Woche rund 35 Stunden für die Wehr aufbringst, tut solch ein Bericht sehr weh. Ich persönlich fühle mich diskriminiert.“ Schicker selbst habe aus der Feuerwehr „nie einen Schilling herausgenommen“ – im Gegenteil: „Alle meine Aufwandsentschädigungen – rund 5.000 bis 6.000 Euro pro Jahr – spende ich der Feuerwehr.“
NöN, Bezirksausgabe Gänserndorf
