Stmk: Schwerer Lkw-Auffahrunfall auf der A9 bei Gratkorn: Ein Toter

Gratkorn (Stmk): Zwischen 06.31 Uhr und 10.50 Uhr stand die Freiw. Feuerwehr Gratkorn am 26. September 2012 bei einem schweren Lkw-Auffahrunfall auf der A9, Fahrtrichtung Graz, Höhe Murbrücke im Einsatz. Ein Lkw-Lenker kam ums Leben.
Ein Lkw mit Anhänger ist mit hoher Geschwindigkeit auf einen am Stauende stehenden Sattelzug, welcher mit Fertigbetonteilen beladen war, aufgefahren. Dabei wurde der Lenker des auffahrenden Lkw in seinem stark deformierten Führerhaus eingeklemmt. Der RTW des ÖRK Gratkorn war bereits am Einsatzort eingetroffen und um einen Zugang zum eingeklemmten Patienten für die Erstversorgung bemüht.
Die Autobahn war durch die ASFINAG in Fahrtrichtung Süden mittels Ampel an den Tunnelportalen gesperrt. Die Zufahrt der Einsatzkräfte erfolgte ohne nennenswerte Probleme durch die Rettungsgasse.

Lageerkundung am Einsatzort:
RLF-A 2000, SRF, KRF-S Tunnel und TLF-A 3000 trafen nahezu zeitgleich an der Einsatzstelle ein. Bei der Erkundung durch BIdS Gernot ZIERLER stellte dieser fest, dass der Lenker des auffahrenden Lkws bewusstlos und bis zum Brustkorb eingeklemmt ist. Das Fahrerhaus ist nicht vom Leiterrahmen getrennt und liegt stabil auf, der Laderaum ist leer, es treten nur geringe Mengen von Betriebsflüssigkeiten aus. Der Lenker des weißen Lkw ist ansprechbar und offensichtlich unverletzt.

Einsatzaufträge:
• RLF-A 2000: Sicherungsarbeiten, Brandschutz mit HD-Rohr und Feuerlöscher, Unterstützung der Rettungsarbeiten.
SRF: Errichten einer Geräteablage, Rettungsplattform, Fahrertüre mit hydraulischem Rettungsgerät entfernen um Versorgungsöffnung zu schaffen.
• KRFS-Tunnel: Unterstützung bei Menschenrettung mit hydraulischem Rettungsgerät.
• TLF-A 3000: Stellen eines Feuerwehrsanitäters als „Inneren Retter“, welcher als Bindeglied zwischen Notarzt-Feuerwehr-Patient, die Rettungsmaßnahmen in der LKW-Kabine koordiniert. Und Unterstützung der Menschenrettung mit der Säbelsäge.

Nach dem Herstellen der Versorgungsöffnung konnte die Notärztin des NEF-West medizinische Erstmaßnahmen am eingeklemmten Patienten setzten. Derweilen wurde die weitere taktische Vorgehensweise geplant und mit dem ebenfalls anwesenden Bereitschaftsoffizier Ing. Karl GRUBER von der BF Graz besprochen.
Anschließend erfolgte der Einsatz von zwei hydraulischen Rettungszylindern, drei hydr. Rettungsscheren und eines hydr. Rettungsspreizers an der massiv verformten Kabine. Der Einsatz modernster Technik, gepaart mit dem Wissen der Einsatzkräfte ermöglichte nach ca. 45 Minuten eine ausreichend große Befreiungsöffnung zu schaffen.

Mit vereinten Kräften wurde der Patient auf das Spineboard gezogen und dem Rettungsdienst übergeben. Die beiden Notärztinnen sowie die anwesenden Sanitäter kämpften anschließend noch weitere 30 Minuten um das Leben des Lenkers. Trotz aller Bemühungen verstarb der Lenker an der Unfallstelle.
Ausgerückt sind:
RLF-A 2000
SRF
KRF-S Tunnel
TLF-A 3000-200

Weitere Einheiten:
BF Graz mit KDO, VFZG, HLF und SRF
Rotes Kreuz Gratkorn mit 1 RTW
Rotes Kreuz Graz mit NEF West
NAH: Christophorus 12
Polizei
ASFINAG
Abschleppdienst
