Erster Landes-Feuerwehrtag Oberösterreichs nach 30 Jahren – Feuerwehr präsentiert starke Marke

Der Hintergrund
„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, für unsere Kommandantinnen und Kommandanten neue Ausbildungsformate zu besonderen Themen zu schaffen. Im gleichen Zug soll die Marke Feuerwehr auch außerhalb des Einsatzes sichtbar gemacht und die Gelegenheit genutzt werden, die Schlüsselfunktionen im Sicherheitskonzept (Feuerwehr, Politik und Behörden) mit gemeinsamen Themen und Fragen zu konfrontieren und auch zu diskutieren“, leitet Landes-Feuerwehrkommandant Dr. Wolfgang Kronsteiner ein. „Die Synergie zur Messe Wels, die sich durch die Zusammenarbeit bei der Retter Messe (vor allem durch die Freiw. Feuerwehr der Stadt Wels) aufgebaut hat, durften wir nutzen, diesen Pilotversuch in Wels auszutragen“, so der Feuerwehrchef weiter.

Themeninseln
Die dritte Premiere des Landes-Feuerwehrtages startete um 13.00 Uhr mit einer Reihe an Themeninseln, welche den Feuerwehrfunktionären zum Informieren und Diskutieren zur Verfügung gestanden sind. Hier waren vor allem aktuelle Themen präsent:  Mehrere Fahrzeughersteller präsentierten die teilweise neuen Fahrzeugkonzepte, welche sich durch das neue Feuerwehrgesetz bzw. die neue Ausrüstungsverordnung ergeben und stellten die Wärmebildkamera der laufenden Oberösterreich-Aktion vor. Auch zu sehen war die neue für Oberösterreich ausgearbeitete Einsatz-Schutzbekleidung sowie ein Themenstand des in die nächste Stufe gehende Ausbildungsprojektes „Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr“.  Des weiteren bereicherten Infostände zu den Themen „Wasserkarten.info“, „Kohlenmonoxid“ und „Stressverarbeitung“ das Vorfeld des Hauptprogramms. Der Reigen ergänzt wurde durch „get.active“: In Zusammenarbeit mit dem Landes-Feuerwehrkommando und der Firma Dress-Code aus Lambach soll diesem Label eine Marke für trendige Feuerwehrprodukte entstehen. Ziel ist es, das Image der Feuerwehr und deren Mitglieder, insbesondere der Feuerwehrjugend, zu pflegen und weiter zu steigern sowie die Marke „Feuerwehr“ auch weiter zu stärken. Durch das Tragen der Freizeitbekleidung sollen auch die Mitglieder der Feuerwehrjugendgruppen die Zusammengehörigkeit nach außen transportieren.

„Auf in eine neue Ära“ startet Landes-Feuerwehrtag
Um 14.00 Uhr startete der offizielle Tag des Landes-Feuerwehrtages 2015 mit dem Impulsreferat von Landes-Feuerwehrkommandant Dr. Wolfgang Kronsteiner. Er widmete sich dem neuen Feuerwehrgesetz von Oberösterreich. Kronsteiner machte klar, welchen Grad an Sicherheit man anstrebt und wie man dieses Ziel verfolgen wird. Örtliche Entwicklungen werden auf ihre Sicherheitsrelevanz und die verfügbare Feuerwehrstruktur auf ihre Leistungsmöglichkeiten zu prüfen sein: nicht nur die Technik, sondern vor allem die handelnden Menschen und ihre Möglichkeiten sind dabei in den Planungsvorgang einzubeziehen.

Feuerwehr und Wirtschaft
Viele Unternehmen – natürlich auch der öffentliche Dienst – ermöglichen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Einsatz zu gehen. 86% aller Feuerwehrmitglieder sind unselbständig beschäftigt und auf diese Unterstützung angewiesen, um helfen zu können. Über 3.000 Unternehmerinnen und Unternehmer, also Selbständige, sind selbst Feuerwehrmitglied und ganz vorne dabei, wenn´s ums Helfen geht. Alle Berufsgruppen sind vertreten – vom Universitätslehrer bis zum Bauarbeiter, von der Regalbetreuerin bis zur Gewerbetreibenden – Feuerwehrleute sind im ganzen Land engagiert.
Es ist wichtig, dass die Feuerwehrleute dieses Engagement nachhaltig leben können. Das dazu notwendige Wissen und Bewusstsein, was Feuerwehrarbeit (speziell freiwillige) bedeutet, muss ständig gesichert, geweckt und erhalten werden.  Eine Projektgruppe hat sich mit dem Thema beschäftigt und Ideen und Handreichungen entwickelt. Am Landes-Feuerwehrtag wurde dieses Projekt vorgestellt und die Umsetzung gestartet.
Zu diesem Anlass bat Landesfeuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner auch die Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller auf die Bühne. Sie erhielt die erste Florian-Medaille überreicht, mit der die Feuerwehren bei den Unternehmern einerseits um Verständnis bitten und sich andererseits für die Unterstützung bedanken.

Feuerwehr und Management
Universitätsprofessor Dennis Hilgers, selbst begeisterter Feuerwehrmann, verstand es in engagierter und sehr fesselnder Weise, das System „Feuerwehr“ zu analysieren.  Auf anschauliche Weise machte er klar, dass sich das Feuerwehrwesen auch weitgehend selbst finanziert. Ebenso zeigte er stagnierende, finanzielle Unterstützung bei der Finanzierung des Feuerwehrwesens durch die öffentliche Hand auf und zeigte kein Verständnis, dass jene, die ihren Job ehrenamtlich erledigen, auch noch dazu herangezogen werden, selbst finanzielle Mittel auftreiben müssen.
Schade an der Sache: Der Vortrag war nach der Pause am Programm und die teilnehmenden Politiker leider großteils nicht mehr anwesend.

Diskussion und Erfahrungsaustausch
Gegen 17.15 Uhr wechselte der Landes-Feuerwehrtag mit seinem offiziellen Ausklang schließlich in die Kommunikationsphase der Teilnehmer. Neben der Verpflegung prägten hier viele Diskussionen und Erfahrungsgespräche das Bild des ersten Landes-Feuerwehrtages nach 30 Jahren Pause.

Oö. Landes-Feuerwehrverband

Aussendung des Landes Oberösterreich:

Pühringer am Landesfeuerwehrtag: Schlagkraft und Einsatzbereitschaft
der Freiwilligen Feuerwehren auch in Zukunft sicherstellen und ständig weiter entwickeln

Die Schlagkraft und Einsatzbereitschaft unserer Freiwilligen Feuerwehren muss auch in Zukunft sicher gestellt und ständig weiter entwickelt werden, erklärte heute Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer im Rahmen des Oö. Landesfeuerwehrtages in Wels. Unter anderem wird im nächsten Jahr eines der größten Beschaffungsprogramme des vergangenen Jahrzehnts für die Freiwilligen Feuerwehren in unserem Bundesland über die Bühne gehen. 66 Einsatzfahrzeuge werden ausgetauscht. Die Gesamtkosten für die Fahrzeugbeschaffungen betragen 12,8 Millionen Euro, je ein Drittel finanziert die Gemeinde, das Land und der Landesfeuerwehrverband. In der Regel bringt die betroffene Feuerwehr selbst 10 bis 15 % der Mittel auf.

Insgesamt 400 neue Wärmebildkameras werden bis 2017 angeschafft, danach wird in jeder Gemeinde eine Feuerwehr damit ausgerüstet sein. Auch das ist ein Quantensprung in der Ausrüstung. Das Finden einer vermissten Person gelingt mit einer Wärmebildkamera um 80 % schneller. Weiters stehen in diesem Jahr Bauarbeiten für 22 Feuerwehrhäuser mit einem Investitionsvolumen von 19,1 Millionen Euro auf dem Programm.
Pühringer verwies auch auf das neue Feuerwehrgesetz, das auf die Veränderungen in der Gesellschaft reagiert. Es geht dabei um das Zusammenspiel zwischen öffentlicher Finanzierung und der Freiwilligenarbeit.

Pühringer dankte in diesem Zusammenhang den Verantwortungsträgern beim Landesfeuerwehrkommando für die gute Zusammenarbeit, die zu einer breit getragenen Reform im Sinne einer positiven Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens in Oberösterreich geführt hat. Die Motivation hinter der Novelle sei die technisch-taktische Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens sowie finanzielle Nachhaltigkeit. Das Gesetz trägt dazu bei, dass  das Feuerwehrwesen in Oberösterreich in Zukunft weiterhin schlagkräftig und effizient zum Schutz der Bevölkerung organisiert werden kann. Herzstück des neuen Gesetzes ist die Gefahrenabwehr und Entwicklungsplanung: Damit ist eine Aufwertung der 18 Bezirksfeuerwehrkommandanten und der 50 Abschnittskommandanten und ein Mehr an Verantwortung vor Ort verbunden. „Wir wollen, dass lokale Aufgaben auch lokal gelöst werden“, so Pühringer. Das neue Feuerwehrgesetz ist weitaus flexibler, vor allem in Bezug auf eine bedarfsgerechte Ausstattung der Feuerwehren.
Pühringer dankte allen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich für ihr ehrenamtliches und selbstloses Engagement: „Wir brauchen Menschen wie Sie, die Werte, wie Solidarität und Verantwortung leben. Ihre Arbeit ist nicht nur unbezahlt, sondern auch unbezahlbar.“ Pühringer dankte aber auch den Familienangehörigen, die viel Verständnis für die Arbeit der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aufbringen.

Mehr als 91.000 Feuerwehrleute leisten in Oberösterreich ehrenamtliche Arbeit im Dienste der Sicherheit. Jährlich rücken sie 44.000 Mal zu Bränden oder technischen Einsätzen aus.


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