Tirol: Hochwasser in Schwaz vom 11. bis 13. Juni 2019

In Schwaz besteht die besondere Lage, dass der Inn die Stadt teilt. Hinzu kommt, dass der Inn höher liegt als die umliegende Stadt. Tritt er über die Ufer, läuft das Wasser in die angrenzenden Wohngebiete. Erste kleinere Ausuferungen in Schwaz treten ab einem Pegel von ca. 530 cm auf. Am 12.06. kletterte der Pegel auf 542 cm. Ab einem Pegel von ca. 590 cm ufert der Inn dann im größeren Umfang auch in Richtung Stadt aus.
Der große Unsicherheitsfaktor sind die eventuellen Unwetter. Diese zusätzlichen, großen  Wassermengen können in Kombination mit der späten Schneeschmelze besagte Pegelstände mit sich bringen. Eine präzise Vorhersage wie sich der Pegel genau entwickelt ist schwierig.
Die Gemeindeeinsatzleitung wurde bereits am frühen Morgen unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Hans Lintner installiert. Die Lage wurde permanent beobachtet, die Bevölkerung über die Medien auf dem Laufenden gehalten.

Die Gemeindeeinsatzleitung tagte mehrmals täglich und stand in ständigem Kontakt mit den Behörden. Zur Unterstützung wurde die Mannschaft der Bezirks – Alarmzentrale in den Einsatz gerufen. Diese bauten eine dementsprechende Lageführung auf.
Am Nachmittag, als sich abzeichnete, dass der Inn womöglich noch bis zu 50 cm steigen könnte, entschied die Einsatzleitung, über die Landeswarnzentrale die Zivilschutzwarnung auszulösen. Die Sirenen in Schwaz strahlten das Signal „Warnung“ – ein dreiminütiger Dauerton – als Warnung für die Schwazer Bevölkerung ab. Zugleich wurden die Bewohner aufgefordert, ihre Keller und Garagen vorsorglich zu räumen bzw. zu sichern.
Ein neuralgischer Punkt stellte einmal mehr die Steinbrücke dar. Durch ihren niedrigen Querschnitt besteht die Gefahr, dass es zu Verklausungen kommt, durch den Rückstau würde das Wasser in die Stadt gedrückt. Weil bei einem Hochwasser ganze Bäume im Inn treiben wurden vorsorglich – wie zuletzt auch 2005 beim Augusthochwasser – Bagger auf der Brücke stationiert, die dem Treibgut, wenn notwendig, die richtige Richtung geben und somit eine Verklausung verhindern  sollten. Der letzte Bagger wurde um 22.00 Uhr abgezogen.

Gerücht Sprengung Steinbrücke
Es tauchte wie schon bei früheren Hochwasserereignissen das Gerücht auf, man wolle die Steinbrücke sprengen um dem Wasser Platz zu machen. Dieses Gerücht ist falsch.

Grundwasser drückt in die Gebäude
Lange bevor der Inn über die Ufer tritt, treten Probleme mit dem Grundwasser auf. Steigt der Pegel des Inns, steigt auch der Grundwasserspiegel. Hier trifft dann die tiefere Lage der Innenstadt und der umliegenden Gebiete auf undichte Keller. Wasserhöhen bis zu einem Meter in Kellern und Tiefgaragen waren, über die ganze Stadt verteilt, anzutreffen. Diese Einsätze bildeten einen Schwerpunkt am 12. Juni. 70 Alarmierungen von 03.00 bis 00.00 Uhr wurden für die Feuerwehr Schwaz verzeichnet.
Abpumpen hilft aber nur bedingt, weil in vielen undichten Kellern das Wasser gleich wieder nachrinnt. Für gewöhnlich verschwindet das Wasser genauso wie es gekommen ist – durch die Wände der undichten Keller. Dafür muss nur der Grundwasserpegel wieder sinken.
Weiters bestand nicht nur in Schwaz großer Bedarf an Sandsäcken. Viele Bewohner wollten damit ihr Haus sichern. Um alle Einsätze abarbeiten zu können und den Bedarf an Sandsäcken zu decken, wurden zahlreiche Feuerwehren aus dem Bezirk Schwaz in den Einsatz gerufen.
Im Raum Schwaz kamen 11 Feuerwehren mit 28 Fahrzeugen und über 180 Frauen und Männer zum Einsatz.
Ein Teil der Mannschaften wurde in die Schottergrube der Firma Derfeser abgestellt. Dort wurde eine Sandsackfüllstation aufgebaut und betrieben. Die gefüllten Sandsäcke wurden von dort mit den Logistikfahrzeugen der Feuerwehren verteilt.
Die nächste Besprechung findet am 13.06. um 08.00 Uhr statt, für die Nacht wurde ein Bereitschaftsdienst von Seiten der Stadt eingerichtet.

Freiw. Feuerwehr Schwaz

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