Oö: 60 Kräfte meisterten Gefahrgutübung “Traktorunfall mit Pkw” in Diersbach

DIERSBACH (OÖ): Am Samstag, dem 19. Oktober 2019 veranstaltete die Freiw. Feuerwehr Diersbach die Gemeinschafts- oder Herbstübung 2019. Die FF Diersbach wurde dazu um 13:00 Uhr über die Bezirkswarnstelle Schärding alarmiert.

Mit den Alarmierungsworten: Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen, Gefahrstoffaustritt im Bereich der Tankstelle rückten 18 Mann mit dem KLF und TLF Diersbach zum Übungsobjekt, dem ehemaligen Lagerhaus in Diersbach aus. Dort angekommen stellte Einsatzleiter HBI Wolfgang Reitböck fest, dass ein Pkw mit einem Traktoranhänger kollidiert ist. Im Auto saßen insgesamt vier Personen, wobei der Fahrer und Beifahrer bewusstlos und eingeklemmt waren. Der Traktorfahrer war leicht verletzt und bewusstlos. Am Traktoranhänger befanden sich größere Mengen Gefahrgut, in Fässern und Containern die durch den Unfall ausflossen.

Mit diesen Erkenntnissen alarmierte die FF Diersbach weitere Feuerwehren. Die FF Mitterndorf, FF Oberedt und FF Sigharting rückten dazu kurze Zeit später zum Übungsobjekt aus. Zeitgleich wurde eine Einsatzleitstelle vom KLF Diersbach errichtet. Der Unfallplatz wurde wegen des Gefahrstoffes großräumig abgesperrt und Lotsen wurden gestellt. Nach kurzer Zeit erhielt man die Info vom Landes-Feuerwehrkommando um welchen Gefahrstoff es sich handelte. Dieser Stoff war ein leicht giftig und ätzend, der in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Ein umluftunabhängiger Atemschutz war nicht nötig, da der Gefahrstoff nicht brannte. Mit diesen Infos konnte mit der Personenrettung begonnen werden.

Die Mannschaft vom TLF Diersbach errichtete einen 2-fachen Brandschutz und begann mit der Befreiung der Personen im Pkw mit dem Bergegerät. Als die alarmierten Feuerwehren nach und nach am Einsatzort eintrafen, wurden die Aufgaben verteilt.

FF Oberedt: Bergung des leicht verletzten Traktorfahrers, anschließend Auffangen des Gefahrstoffes und Abdichten des Lecks. Eigenschutz der Mannschaft: Mit Chemieschutzhandschuhe und Gesichtsschutz.

FF Mitterndorf: KLF: Abdichten des Kanalgitters, wo der Gefahrstoff hinfloss. Auffangen des Gefahrstoffes. Eigenschutz der Mannschaft: Mit Chemieschutzhandschuhe und Gesichtsschutz. MTF: Betreuung und Versorgung der verletzten Personen und Übergabe an die Rettung und Stellung der Mannschaftsreserve.

FF Sigharting: TLF: Aufbauen 3-facher Brandschutz mit Atemschutz, da Gefahr des Entzündens des Gefahrstoffes durch den Unfall bestand. LF: Löschwasserversorgung vom Hydranten herstellen.

Mit diesen Aufgaben waren die insgesamt 60 Kameraden voll beschäftigt.

Nach ca. 20 min. konnten alle eingeklemmten Personen befreit werden. Die auslaufenden Flüssigkeiten wurden mit einer Plane aufgefangen. Der Kanal wurde mit einem Kanalkissen abgedichtet und die Leckage konnten mit Spitzkeilen und Dichtmittel abgedichtet werden. Anschließend kam es zu einer Entzündung des Gefahrstoffes, wo alle Mann zurück geordert wurden. Der vorbereitete Atemschutztrupp löschte den Entstehungsbrand mit sofort Schwerschaum. Ein Gefährliche-Stoffe-Fahrzeug (GSF) und weitere Spezialkräfte wurden als Übungsannahme nicht alamiert/ benötigt.


Nach ca. 2h war die Gemeinschaftsübung beendet. Die Übungsnachbesprechung fand anschließend im Gasthaus Jell „Bergwirt“ im Beisein von Übungsbeobachter statt. Hier wurden alle Eindrücke und Beobachtungen besprochen und ausdiskutiert. Es stellte sich heraus, dass dieses Szenario etwas Anderes oder Besonderes war, aber es kann jeder Zeit ein solcher oder ähnlicher Fall eintreten.

Dem Einsatzleiter und den Gruppenkommandanten war es besonders wichtig, dass auf den Eigenschutz der Feuerwehrmänner geachtet wird. Der richtige Umgang mit einem Gefahrstoff und das gemeinsame Arbeiten mit Gerätschaften der verschiedenen Feuerwehren war ebenso oberstes Gebot.

Freiw. Feuerwehr Diersbach

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