D: Erstes vollwertiges Polizei-Elektro-Quad Niedersachens in den Dienst gestellt

OSNABRÜCK (DEUTSCHLAND): Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art gab es am 18. Dezember 2019 für die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund: Das erste im Polizeidienst voll elektrisch angetriebene Quad in Niedersachsen wurde stellvertretend von der Leiterin des Fachdezernats für Führungs- und Einsatzmittel aus der Polizeidirektion Osnabrück, Maren Liening-Ewert, an den Leiter des Polizeikommissariats Norden, Ingo Brickwedde, am Hafen von Norddeich feierlich übergeben.

Zukünftig wird das E-Quad auf der Insel Juist zum Einsatz kommen. Das Quad der Marke “Polaris Ranger EV” wird dort im Rahmen eines Projektes für ein Jahr getestet und bildet damit einen weiteren wichtigen Baustein auf dem Weg zur nachhaltigen Umgestaltung der Mobilität in der Polizeidirektion Osnabrück. Das neue Einsatzfahrzeug ist mit seinem reinen Elektroantrieb in Niedersachsen das erste seiner Art – bundesweit gab es nur auf Usedom ein vergleichbares Projekt.

Maren Liening-Ewert machte bei der heutigen Übergabe deutlich: “Elektrobetriebene Einsatzfahrzeuge vereinen Innovation, Ökologie und Praktikabilität. Wir werden unseren nachhaltigen Weg konsequent weitergehen.” Auch der Leiter des für Juist zuständigen Polizeikommissariats in Norden, Ingo Brickwedde, freute sich auf das neue Einsatzfahrzeug: “Das E-Quad verschafft uns die Möglichkeit, die Eigenarten der Insel bei unseren Einsätzen noch stärker zu berücksichtigen.”

Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 40 km/h. Das E-Bike erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h und die Fahrt endete, sobald unwegsamer Untergrund erreicht wurde. Das E-Quad bietet universelle Einsatzmöglichkeiten. Bislang wurde auf Juist ein E-Bike genutzt, um die Einsatzorte zu erreichen. Der örtliche Bereich ist damit gut erreichbar, die Außenbereiche hingegen nur zeitverzögert. Das birgt bei ad hoc Einsatzlagen einen Zeitverzug, der durch den Einsatz eines Quads nun reduziert wird. “Insbesondere bei der Suche nach vermissten oder flüchtigen Personen spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. Durch den Allradantrieb ist das Fahrzeug geländegängig und somit auch in unwegsamen Gelände einsetzbar, wie am Strand oder im Wald”, schildert Ingo Brickwedde die Vorteile des neuen Einsatzmittels. Die Umrüstung vom herkömmlichen E-Quad zum Elektro-Polizeiquad erfolgte in einer viermonatigen Umbauphase bei der Firma Borowski Motors in Georgsmarienhütte. Dazu gehörten neben der Montage von Blaulicht und Martinshorn und Funktechnik, auch die optische Umgestaltung (Folierung) hin zu einem erkennbaren und typischen Einsatzfahrzeug der Polizei. Aufgrund der salzhaltigen Luft und des Wassers auf den Inseln, wurden zusätzlich alle Kabelübergänge mit wasserdichtem Material abgedichtet. Noch dazu verbauten die Experten eine Zweitbatterie für einen Innenraumlüfter.


Weiterhin bietet das Quad durch die Ladefläche die Möglichkeit, beispielsweise sichergestellte Gegenstände zu transportieren oder Einsatzgerätschaften unter anderem zur Spurensicherung mit zu führen. Noch dazu können Personen die vom Rettungsdienst transportiert werden, begleitet werden, ohne dass das E-Bike davon abgesetzt zurückgefahren werden muss. Die bislang getätigte Unterstützungsleistung durch Rettungsdienst oder Feuerwehr beim Transport etc. entfällt und die originäre Aufgabenwahrnehmung kann wieder im Fokus stehen.

Dass es sich um ein leises Fahrzeug handelt, welches auf der Insel weder Tiere noch Urlauber stört, bestätigen auch die Erfahrungen mit dem elektrischen Polizeimotorrad auf der Insel Borkum, welches dort seit 2017 eingesetzt wird. Von der Umweltfreundlichkeit und einfachen Handhabung eines E-Quads konnten sich bereits die Kolleginnen und Kollegen auf der Insel Usedom überzeugen. Das lautlose Fortbewegungsmittel bietet nicht nur tagsüber Vorteile, auch nachts kann geräuschlos die Suche beispielsweise nach Dieben erfolgen. Während der 12-monatigen Testphase ist eine vollumfängliche Erprobung zu allen Jahreszeiten möglich. Alle Einsätze sowie Vor- und Nachteile des E-Quads werden in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst und anschließend entscheidet das Landespolizeipräsidium Niedersachsen über einen möglichen weiteren Einsatz des Quads.

Der Fuhrpark der Polizeidirektion Osnabrück verfügt im Bereich der Elektromobilität, vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln, mittlerweile über 20 E-PKW, 12 Pedelecs und drei E-Motorräder. Weitere 15 Elektrofahrzeuge befinden sich aktuell in der Beschaffung. Als erste Polizeibehörde in Deutschland wird künftig in Osnabrück ein Streifenwagen mit reiner Brennstoffzellentechnik unterwegs sein. Geplant ist, dass mit Wasserstoff betriebene Polizeiauto im Laufe des ersten Quartals 2020 – im Beisein von Innenminister Boris Pistorius – der Öffentlichkeit vorzustellen und in Betrieb zu nehmen.

Wasserstoff-Fahrzeug

Erst Ende November 2019 gab die Polizeidirektion Osnabrück bekannt, ihrem vor drei Jahren eingeschlagenen Weg, die Mobilität in den eigenen Reihen umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten: Als erste Polizeibehörde in Deutschland wird in Osnabrück ein Streifenwagen der Marke Hyundai mit reiner Brennstoffzellentechnik unterwegs sein. Hier der Bericht auf Fireworld.at

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