Nö: Explosion an Lkw fordert einen Verletzten in Grafenwörth

GRAFENWÖRTH (NÖ): „Gefahrgut-Lkwbrennt an Tankstelle, eine verletzte Person“ ist eine Kombination an Wörtern, die auch erfahrenen Feuerwehrleuten den Puls in die Höhe treibt, noch dazu wenn unmittelbar vor der Alarmierung in ganz Grafenwörth eine deutlich wahrnehmbare Explosion zu hören ist => Einsatz für die Feuerwehr Grafenwörth am Nachmittag des 21. April 2021.

Gemeinsam mit der Feuerwehr Jettsdorf rückte binnen weniger Minuten die Grafenwörther Einsatzmannschaft zur Autobahntankstelle im Gewerbepark aus. Vor Ort stellten sich zumindest einige Faktoren günstiger als erwartet dar: Das „Gefahrgut“ war eigentlich Saatgut und der Lkw-Auflieger brannte am Parkplatz der Tankstelle, nicht wie erwartet im Zapfsäulenbereich. Zudem war es dem Lenker gelungen die Zugmaschine vom Auflieger zu trennen.

Die zuvor erwähnte Explosion war jedoch folgenschwer für den Lkw-Lenker. Während dieser, gemeinsam mit couragierten Ersthelfern, versuchte, den Brand am Sattelauflieger unter Kontrolle zu bringen, explodierte einer der Reifen, wodurch der Lenker am Kopf getroffen und durch die Druckwelle so schwer verletzt wurde, dass er grobe Schwierigkeiten mit der Orientierung und eine blutende Kopfwunde erlitt.

Einsatzleiterin Sabine Steinkellner: „Bei unserem Eintreffen starteten wir umgehend ein Löschangriff mit schwerem Atemschutz und kümmerten uns um den Verletzten. Das Feuer war bereits nach wenigen Minuten gelöscht, eine Nachkontrolle mit der Wärmebildkamera machte dann noch kleinere Nachlöscharbeiten nötig.“

Nach Übergabe des Verletzten an den Rettungsdienst und Unfallaufnahme durch die Polizei konnten die Feuerwehren rund eine Stunde nach Einsatzbeginn wieder einrücken.

Freiw. Feuerwehr Grafenwörth

Meldung der Polizei

Ein 54-jähriger polnischer Staatsbürger lenkte am 21. April 2021, gegen 13.10 Uhr, ein Sattelzugfahrzeug mit Sattelanhänger auf der S 5 in Fahrtrichtung Krems. Aufgrund eines technischen Gebrechens der Bremse hatte er beim Lenken Probleme, weshalb er auf den Parkplatz einer Tankstelle in Grafenwörth fuhr. Nachdem er das Sattelzugfahrzeug dort abgestellt habe, habe der Sattelanhänger im Bereich der Reifen auf der rechten Seite zu brennen begonnen. Daraufhin habe der Mann das Sattelzugfahrzeug abgekoppelt und dieses bei der Ausfahrt des Parkplatzes geparkt. Er habe mit einem weiteren 34-jährigen polnischen Lkw-Fahrer versucht, den Brand mit einem Handfeuerlöscher zu löschen, was ihnen aber misslang.

Ein weiterer Lkw-Fahrer, der den Vorfall bemerkte, rief den beiden zu, sie sollen sich entfernen. Der 34-Jährige konnte sich noch entfernen. Es kam zu einem Knall und es flogen Gummiteile des Reifens durch die Luft. Dabei wurde der 54-Jährige im Kopf- und Oberkörperbereich getroffen. Zeugen nahmen den Knall und die Druckwelle wahr und verständigten die Einsatzkräfte. Der 54-Jährige wurde mit vermutlich schweren Verletzungen mit dem Notarzthubschrauber in das Universitätsklinikum St. Pölten geflogen. Der Brand am Sattelanhänger wurden von den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Grafenwörth und Jettsdorf gelöscht. Die Erhebungen zur Brandursache sind im Gange.

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