Steirische Feuerwehrkräfte rücken per 5. August 2021 zur Unterstützung bei Waldbränden nach Mazedonien aus

Anhaltende Waldbrände in unterschiedlichen Mittelmeerregionen sowie im Bereich des westlichen Balkans drohen – trotz maximalem Kräfteeinsatz der örtlichen und überregionalen Löschkräfte – mehr und mehr außer Kontrolle zu geraten. Angesichts dieser besorgniserregenden Lageentwicklung wurden von den betroffenen Staaten Hilfsansuchen an die entsprechenden Einrichtungen der Europäischen Union gestellt.

Über den EU-Zivilschutzmechanismus erfolgte die Mobilisierung und Koordination weiterer Unterstützung, so auch jene von Löschteams aus Österreich. Die Koordination aller dafür notwendigen Maßnahmen sowie die Einsatzbegleitung werden in solchen Fällen vom Bundesministerium für Inneres sichergestellt. So wurden am späten Nachmittag/Abend des 4. August 2021 vom BM.I auch rund 120 Kräfte aus Österreich aktiviert und mittels Einsatzbefehl in die betroffenen Regionen nach Nordmazedonien für Löscharbeiten bzw. zur Sicherstellung der Wasserversorgung über lange Wegstrecken entsandt. Weitere Löscheinheiten aus Slowenien und Bulgarien werden ebenfalls in Nordmazedonien wirksam werden.

Die Steiermark ist mit 44 Kräften und 16 Fahrzeugen im Einsatz

Unter der Führung von speziellen Einheiten zur „Wald und Flurbrandbekämpfung“ vom Landesfeuerwehrverband Niederösterreich sind im Kontingent der Österreicher auch 44 Feuerwehrmitglieder mit 16 Fahrzeugen aus der Steiermark dabei, die am Vormittag des 5. August 2021 um 08:40 Uhr von der Feuerwehr- und Zivilschutzschule in Lebring aus – mit Zugskommandant OBI a.D. Peter Hopf von der FF Bischoffeld an der Spitze, in Richtung Balkan aufgebrochen sind. Nach einer rund 1.000 km langen Anreise werden sie heute Abend/Nacht im Einsatzgebiet eintreffen und im Camp des LFV Niederösterreich stationiert. Von dort aus werden die Einsatzmaßnahmen der österr. Löschkräfte koordiniert.

Der Einsatz der Österreicher ist für 7 Tage angelegt, nach 4 Tagen ist ein Mannschaftswechsel vorgesehen, das eingesetzte Gerät bleibt vor Ort. „Wie dieser Austausch genau stattfinden wird, ist aktuell noch in Ausarbeitung, es stehen drei Varianten im Raum“ informiert KHD-Bereitschaftskommandant OBR Volker Hanny, Landessonderbeauftragter für den Katastrophenhilfsdienst im LFV Steiermark, beim Briefing kurz vor der Abreise und verweist auf den ersten Realeinsatz dieser Einheit in der neunjährigen Geschichte des Bestehens.

Der Landesführungsstab ist für diesen Auslandseinsatz in der Lebringer Feuerwehrschule zusammengetreten und wird während des Einsatzes permanent besetzt sein, um die Koordination des Einsatzes und der Ablösen sowie die Verbindung mit den steirischen Löschmannschaften sicherzustellen.

Ein Vorauskommando bestehend aus ABI Thomas Fessl von der FF Irdning und ABI Markus Allmer von der FF St. Lorenzen am Wechsel, ist bereits gestern spätabends, gegen 23 Uhr, in den Einsatzraum aufgebrochen, um die Lage vor Ort zu erkunden. Fessl wird auch als Teamleader der steirischen Kräfte im Einsatz sein.

Erster Auslandseinsatz für KHD-International

Die steirische GFFFV-Einheit (Ground Forest FireFighting using Vehicle) wurde 2012 aufgestellt und ist auf die Löschwasserförderung über längere Strecken, wie es bei z.B. Waldbränden notwendig ist, spezialisiert. Dafür verfügt sie über dementsprechendes Gerät und Schlauchmaterial. Die in Summe rund 150-köpfige Einheit besteht aus einem Stabs-, Pumpen-  oder Tanklöschwagen- und Versorgungszug und setzt sich aus vielen steirischen Feuerwehren zusammen. Von diesen Feuerwehren wird sowohl Mannschaft als auch entsprechendes Gerät zur Verfügung gestellt. Diese Ressourcen sind im Falle einer EU-Anforderung, so wie gestern erfolgt, binnen kürzester Zeit abmarsch- und einsatzbereit.

Wie Landesfeuerwehrkommandant LBD Reinhard Leichtfried bei der Verabschiedung der steirischen Kräfte betonte, ist dies der erste Auslandseinsatz für diese Einheit. „Angesichts der zu erwartenden Herausforderungen mit extremer Hitze und unbekannten lokalen Gegebenheiten, den möglichen Unwägbarkeiten und potenziellen Gefahren im Einsatzraum, danke ich euch für eure kurzfristige Bereitschaft, in Nordmazedonien in den Einsatz zu gehen, sehr herzlich. Ich weiß, dass euer Know-how sehr geschätzt werden wird und wünsche euch für den ersten Realeinsatz in der neunjährigen Geschichte dieser Einheit viel Erfolg – kommt bitte alle wieder gesund und wohlbehalten zurück nach Hause“, so LBD Leichtfried vor versammelter Mannschaft.

Test und Sicherheitsunterweisung

Nach Eintreffen heute Früh in Lebring unterzogen sich sämtliche Teilnehmer und Mitwirkende einem Antigentest, ehe sich die Einsatzmannschaft zu einem Briefing zusammenfand. Hier wurde die Mannschaft von Dipl.-Ing. Dr.mont. Hannes Kern, Mitglied der FF Vorau und anerkannter internationaler Experte im Katastrophenmanagement, in die Lage eingeführt und mit sicherheitstechnischen Belangen vertraut gemacht. Die steirische Einheit wird auch von einer zweiköpfigen Mannschaft vom Roten Kreuz, LV Steiermark, mit RTW begleitet.

Einsatzraum und Kräfteverteilung

Der Einsatzraum der steirischen Einheiten, die heute mit zehn Tanklöschfahrzeugen und sechs Transport- bzw. Versorgungsfahrzeugen vom „TLF-Zug“ in Richtung Nordmazedonien aufgebrochen sind, wird voraussichtlich südöstlich von Skopje sein. Eine genaue Zuteilung wird erst vor Ort und lagespezifisch vorgenommen werden können. Die Versorgung der eingesetzten Kräfte wird vom LFV Niederösterreich sichergestellt.  Die in Summe 46 Einsatzkräfte, die ab heute Abend in Nordmazedonien im Einsatz sind, setzen sich aus 17 steirischen Feuerwehren zusammen.

Mit den derzeit acht Feuerwehrmitgliedern, die in Lebring im Landesführungsstab tätig sind, sind zum Zeitpunkt dieser Aussendung 54 steirische Feuerwehrmitglieder aktiv an der erfolgreichen Bewältigung dieses Einsatzszenarios – und aller damit verbundenen Aufgaben – involviert.

Steirischer Landes-Feuerwehrverband, 5. August 2021

Folgeartikel

Steirische Hilfskräfte erreichten per 6. August 2021 das Waldbrandgebiet in Mazedonien

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