Bayern: Ein Todesopfer und mehrere Verletzte bei Chemieunfall in Nürnberg
NÜRNBERG (BAYERN): In den Räumlichkeiten einer Firma im Nürnberger Stadtteil Schafhof kam es am Freitagvormittag, 15. Mai 2026, zu einem folgenschweren Chemieunfall, infolge dessen eine Person verstorben ist.
Gegen 11:30 Uhr erhielt die Integrierte Leitstelle Nürnberg (ILS) die Mitteilung über einen Notfall in einem Firmengebäude in der Thurn-und-Taxis-Straße. Dort war es zuvor aus noch ungeklärter Ursache zu einem Chemieunfall gekommen. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass durch den Unfall mindestens sieben Personen vornehmlich entsprechende Verletzungen der Atemwege erlitten.
Vier Verletzte mussten in Krankenhäuser gebracht werden, um dort medizinisch versorgt zu werden. Unter diesen befanden sich zwei Beschäftigte, die unmittelbar infolge des Chemieunfalls das Bewusstsein verloren hatten. Einer der beiden Männer verstarb zwischenzeitlich im Krankenhaus.
Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei Nürnberg übernimmt die Ermittlungen zu Unfallursache und -hergang. Diese können allerdings derzeit aufgrund der weiterhin unklaren Gefahrensituation in den betroffenen Räumlichkeiten nicht vor Ort aufgenommen werden. Eine Gefahr für Anwohner besteht nach Einschätzung der Feuerwehr nicht.
Bericht der Feuerwehr Nürnberg
Am frühen Freitagnachmittag ereignete sich auf dem Betriebsgelände eines chemieverarbeitenden Betriebs in der Thurn-und-Taxis-Straße ein Gefahrgutunfall. Dabei traten gesundheitsgefährdende Stoffe innerhalb des Firmengebäudes aus. Fünf Mitarbeitende erlitten leichte Verletzungen, zwei wurden schwer verletzt. Nach dem Notruf alarmierte die integrierte Leitstelle Nürnberg umgehend ein Großaufgebot der Berufsfeuerwehr sowie Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren aus Boxdorf, Laufamholz und Werderau.
Die ersteintreffenden Einsatzkräfte fanden eine dramatische Lage vor, da sie mehrere Verletzte retten und ins Freie bringen mussten. Die Feuerwehrkräfte schützten sich aufwändig vor den gefährlichen Stoffen im Gebäude. Dennoch gelang es ihnen, alle Verletzten zügig aus dem Gefahrenbereich zu retten und medizinisch zu versorgen. Um eine unkontrollierte Verschleppung des Gefahrstoffs zu verhindern, richteten die Einsatzkräfte einen Dekontaminationsplatz ein. Dort reinigten sie Betroffene und Einsatzkräfte von den Resten des Gefahrstoffs.
Während des Einsatzes wurden kontinuierlich Schadstoffmessungen im umliegenden Bereich des Gebäudes durchgeführt. Hierbei wurden keine nennenswerten Schadstoffkonzentrationen im Freien festgestellt. Parallel zu den Rettungsmaßnahmen brachten die Einsatzkräfte etwa 70 Betriebsangehörige aus dem Gebäude und versorgten sie an einer zentralen Betreuungsstelle. Vorsorglich wurden sieben Personen aus der Betreuungsstelle zur Überwachung in umliegende Kliniken verbracht. Insgesamt waren 65 Feuerwehrleute, darunter mehrere Trupps in Chemikalienschutzanzügen, im Einsatz. Zudem unterstützten etwa 50 Kräfte des Rettungsdienstes und mehrere Polizeikräfte die Maßnahmen vor Ort.

