D: Realbrandausbildung in Übersee – Temperaturen fordern Atemschutzgeräteträger
ÜBERSEE (D): Nicht nur im Ernstfall wird es für die Feuerwehren heiß. In der Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA) des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein absolvierten kürzlich elf Atemschutzgeräteträgerinnen und -geräteträger ein intensives und realitätsnahes Training für den Innenangriff sowie den Eigenschutz bei Brandeinsätzen.

Die teilnehmenden Einsatzkräfte der Feuerwehren Chieming, Hochberg, Kay, Traunstein, Traunwalchen sowie der Werkfeuerwehr BSH Traunreut verbrachten einen gesamten Samstag auf dem Übungsgelände in Übersee. Die ohnehin schon sommerlichen Außentemperaturen schraubten die körperliche Belastung für die Ehrenamtlichen in Kombination mit der schweren Schutzkleidung und der Atemschutzausrüstung nochmals deutlich in die Höhe.

Heißer Praxistest im Holzcontainer
Kernstück dieser anspruchsvollen Ausbildung ist ein mit Holz befeuerter Übungscontainer. Unter der Anleitung von fünf erfahrenen Ausbildern lassen sich darin sogenannte Rauchgasdurchzündungen (Flashovers) simulieren. Die Teilnehmer lernen unter extremen Bedingungen, die unterschiedlichen Brandphasen richtig zu beobachten und das Feuer regelrecht zu „lesen“. Neben dem taktisch richtigen Vorgehen im Innenangriff stehen auch spezielle Techniken zur Türöffnung sowie der gezielte Einsatz des Strahlrohres auf dem Lehrplan. Lehrgangsleiter Tobias Plenk betont das moderne und praxisorientierte Konzept und verweist auf die durchwegs positiven Rückmeldungen der aktiven Feuerwehrfrauen und -männer.

Durchdachtes Ausbildungskonzept
Die Realbrandausbildung in der RDA ist kein isoliertes Training, sondern fester Bestandteil eines dreistufigen Ausbildungskonzepts für die Atemschützer im Landkreis Traunstein. Nach dem absolvierten Grundlehrgang und den ersten Erfahrungen in der gasbefeuerten Brandsimulationsanlage in Traunreut bildet die Anlage in Übersee die finale, realitätsnahe Vorbereitung auf den Ernstfall.
Ergänzt wird dieses Angebot des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein durch weitere Spezialbausteine wie Schulungen für Wärmebildkameras oder den Umgang mit Chemikalienschutzanzügen. Zudem organisieren die Landkreisausbilder des Fachbereichs Atemschutz die jährlich verpflichtenden Belastungsübungen für alle Geräteträger in den Atemschutzstrecken von Traunstein und Trostberg.
